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Arizona ist das Land des Grand Canyons schlechthin. Wer nach Arizona kommt, fährt ohne Umwege zum Grand Canyon. Schade eigentlich, denn Arizona ist durchaus auch ohne den großartigen Grand Canyon eine Reise wert!
 
Phoenix ist z.B. ein guter Ausgangspunkt für Fahrten durch Arizona. Im Ortsteil Scottsdale gibt's genügend nette Motels und ein angenehmes Ambiente hat der kleine Ort auch. Danach könnte man eine Fahrt in den Süden versuchen. Eine Rundfahrtempfehlung, für die man ca. 3 Tage einplanen sollte, wäre z.B.:

Hwy 60 bis Florence Junction, südwärts Hwy 79 Richtung Tucson. Auf dieser Strecke kann man einen Abstecher bei Oracle Junction einplanen zum Projekt Biosphere II. Schon mal davon gehört? Man kann dieses "Wunderwerk der Technik" besichtigen. Dann wieder zurück zum Hwy 79 und weiter Richtung Tucson. Hier gibt es das Pima Air & Space Museum, wer Flugzeuge mag, ist hier richtig.

Östlich und westlich von Tucson liegt der Saguaro NP (ist in 2 Teile aufgegliedert) und südlich die alte Mission (und Indianerreservat) San Xavier del Bac - die "weiße Taube der Wüste".

Für Westernfans lohnt eine Weiterfahrt nach Tombstone. Zurück nach Tucson und den Hwy 86 West nehmen. Man fährt durch die Papago Indian Reservation bis zum Organ Pipe Cactus NMWer mag, kann hier einen Abstecher nach Mexico machen, aber Achtung: den Mietwagen darf man nicht mitnehmen! Übrigens sollte man hier den Reisepaß immer bereit halten. Wir wurden am Ausgang des Organ Pipe Cactus NM von Polizisten kontrolliert. Über den Hwy 85 North fährt man wieder nach Phoenix.

Ein paar Meilen östlich von Phoenix beginnt der Apache Trail. Für nähere Informationen klickt auf die Karte unten.

Ebenfalls in Arizona liegt das aus vielen Western bekannte Monument Valley. Das Tal erstreckt sich über einen Teil der Navajo Nation, der größten Indianerreservation in den USA. Man kann mit dem eigenen Auto eine Teilstrecke durch das Monument Valley fahren. Jedoch mit einer geführten (Jeep)Tour kommt man auch an etwas entlegenere Punkte. Wer sich für einen Besuch des Monument Valley Tribal Parks interessiert, kann am bzw. im Tribal Park zwei Hotels finden sowie südwärts in der Kleinstadt Kayenta oder nordwärts in San Juan diverse Übernachtungsmöglichkeiten. Diese sind aber sehr dünn gesät! 

Alkohol ist in den Reservaten übrigens streng verboten, auch für die Touristen!

 

Wer von Kayenta aus südwärts weiterfährt, kommt am Navajo National Monument vorbei (Abzweigung SR 564). Um 1250 n.Chr. bewohnten die Anasazi die Täler der Canyons und errichteten "Dörfer". Die heute noch vorhandenen Ruinen (u.a. Betatakin und Keet Seel) kann man unter Führung eines Rangers besichtigen oder aber auch nur einen kleinen Spaziergang zum Overlook der Betatakin Ruine machen. Die Betatakin Ruine ist in einen Felsüberhang eingebaut worden. Was hier wie ein Puppenhaus aussieht ist in Wirklichkeit so groß wie ein mehrstöckiges Gebäude.

Fährt man nach dem Navajo National Monument den Hwy 160 weiter nach Süden (Richtung Grand Canyon), kommt unvermeidlich an der Cameron Trading Post vorbei. Dieser Trading Post sollte man unbedingt einen Besuch abstatten, entweder zum Stöbern im Laden, zum Besichtigen des kleinen Museums oder um gut (indianisch) zu essen. Wie wär's z.B. mit einem Navajo Taco?

Für eine Übernachtung ist das angegliederte Motel zu empfehlen. Da es von den Navajos selbst geführt wird, haben wir damals nichts großartiges erwartet. Wir hatten ja keine Ahnung - schließlich liegt Cameron total in der "Pampa". Aber dann... Die Zimmer sind wunderschön eingerichtet und haben viel indianisches Flair! ganz toll! Die Nachttischlampe hätte ich am liebsten eingepackt. Eine Tankstelle gibt's in Cameron übrigens auch...

Nach Cameron folgt "unvermeidlich" der Grand Canyon. Von Cameron aus fährt man zum Osteingang des Parks. Entlang dieser Straße stehen auch noch einige Navajos mit ihren Schmuckständen (bis Ende September/Anfang Oktober).

Nun mal zu einem ganz anderen Teil Arizonas, von dem vielleicht einige noch nichts bzw. nur wenig gehört haben: dem Petrified Forest Nationalpark. Er liegt in der Nähe des Städtchens Holbrook nahe der Grenze zu New Mexico. In diesem Nationalpark kann man versteinerte Baumstämme sehen, die in der steppenartigen Landschaft verstreut herumliegen und unterschiedlich gut erhalten sind. Richtig lange Baumstämme darf man sich aber nicht vorstellen, meisten sind es Abschnitte, die wunderbar kristallisiert sind und in herrlichen Farben in der Sonne schimmern (besonders, wenn man ein klein wenig Wasser auf die glatten Flächen reibt...).

Im April/Mai 2004 haben wir eine neue Tour durch den Südwesten gemacht. Wir sind von Las Vegas aus über den Hoover Dam südwärts gefahren. Zwischen Kingman und Needles fuhren wir über ein altes Teilstück der Route 66. Am Kingman Route-66-Visitor-Center kann man sich eine Menge Informationen und jede Menge Route-66-Andenken holen.

Die Strecke führt durch die Mojave-Wüste. Hier finden sich viele schöne Wüstenpflanzen und Kakteen-Arten, die im Frühjahr herrlich blühen. Ausgefallene Felsformationen begleiteten uns auf unserem Weg. Recht sehenswert ist das Dorf Oatman. Es ist touristisch voll erschlossen und außerdem sehr bekannt für seine auf den Straßen rumlaufenden "wilden" Esel!

Das war's dann aber auch schon auf der Strecke. Immerhin hat man mal einen Einblick, durch welche öden aber auch schönen Landstriche die ehemalige Route 66 lief. Unser nächstes Ziel nach der Abfahrt von der Route 66 war Lake Havasu City mit seiner berühmten Sehenswürdigkeit: der London Bridge.

Der "englische" Teil von Lake Havasu City ist recht ansehnlich, wenn auch sehr touristisch aufgemacht.

Man kann durchaus an der Promenade schön entlang schlendern, ein bißchen was zum Souvenirshoppen gibt's auch und natürlich was zum essen und trinken.

Die Brücke macht sich eigentlich ganz gut an dem eigens für sie erbauten Kanal. Boot fahren kann man hier übrigens auch. Da Lake Havasu eine "Retortenstadt" für Urlauber ist, gibt es viele Appartmenthäuser und entsprechende Bademöglichkeiten am See. Mir persönlich hat es da aber nicht so sehr gefallen, daß ich dort mehrere Tage verbringen würde...

Nach Lake Havasu City führte uns unsere Reise in das Organ Pipe Cactus NM. Wer die Wüstenvegetation liebt, sollte das National Monument unbedingt auf seiner Route haben.

Natürlich stand auch nochmals der Saguaro NP auf dem Programm (diesmal hauptsächlich der Ost-Teil) und dann noch das Chiricahua NM. Dieses kleine, feine National Monument ist einen Besuch wert. Wer sich Südarizona anschaut, sollte unbedingt auch hierher kommen.

In Nord-Arizona trafen wir dann auf den Canyon de Chelly, der im Indianerland liegt, im Herzen der Navajo Nation. Hier findet man bei einer Tour durch den Canyon (nur mit indianischen Führern erlaubt) einige Ruinen der früheren Anasazi-Kultur.

Auf dem Weg zum Canyon de Chelly kommt man meist durch Ganado. Dort ist die bekannte Hubbel Trading Post NHS. In ihrem Visitor Center trifft man manchmal auf indianische Weberinnen und kann ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Nun, zumindest die Webstühle konnte ich fotografieren... :-)))

Westlich vom Canyon de Chelly liegt das Land der Hopi. Der Hwy 264 führt direkt durch ihre Reservation und läßt eine Blick auf die verschiedenen Pueblos auf den 3 Mesas (Tafelbergen) zu: Walpi als das älteste Pueblo der Hopi, Second Mesa und Old Oraibi. Durch Walpi sind wir kurz hindurchgefahren.

Auf den Mesas wohnen aber meist nur noch die "Alten", die meisten Familien wohnen in den umliegenden Orten der Ebene. Vielerorts sind kleine Läden, in denen man den tollen Hopi-Silberschmuck aus teilweise geschwärztem Silber kaufen kann. Leider sind die Preise ziemlich gesalzen, aber die handgefertigten Stücke rechtfertigen ihren Preis! Nirgendwo sonst haben wir schöneren Hopi-Silberschmuck gesehen als hier!

Wenige Meilen entfernt von Tuba City kann man einen kleinen feinen Canyon besuchen, den Coal Mine Canyon. Das Farbspiel besonders in der Nachmittagssonne bewegt sich über tiefe Rottöne bis hin zu Rauchblau und Schwarz, was ihm auch seinen Namen verlieh. Bisher ist mir nur der Weg entlang des Rims bekannt, eine Abstiegsmöglichkeit habe ich nicht gefunden...

In der Gegend um Page am Lake Powell (Grenzgebiet zum Bundesstaat Utah) gibt es auch viele interessante Landschaften. So waren wir (auch aufgrund eines Internet-Hinweises) am Horseshoe Bend Overlook. Er ist nur wenige Meilen südlich von Page. Vom Hwy 89 South geht kurz nach dem Milemarker 545 (steht links) eine Straße rechts zu einem kleinen Parkplatz. Die Straße ist allerdings nur teilweise geteert. Ab dem Parkplatz führt ein etwa 15minütiger Wanderweg über einen Hügel hinunter zum Canyonrand. Der Ausblick über den Colorado River, der hier fast einen Kreis beschreibt, ist fantastisch!

Ein Erlebnis der besonderen Art ist der Besuch der beiden Antelope Canyons. Sie zählen zu den schönsten Slot-Canyons überhaupt. Beide (Upper und Lower Antelope) haben ihre eigenen Reize: der Upper glänzt mit seinen "Beams" (punktuelle Sonnenstrahlen) in der Mittagszeit, der andere durch seine Unwegbarkeit und die "Kletterei". Ich persönlich bevorzuge den Lower Antelope...

Rund um Page gibt es noch sehr viele Wandermöglichkeiten und Strecken für Offroad-Liebhaber. So ist z.B. die Fahrt zum Alstrom Point sehr beliebt und in der Gunst der Naturliebhaber ganz oben steht mittlerweile die Wanderung zur "Wave". Dieses einzigartige Naturwunder ist leider schon lange kein Geheimtipp mehr. Auf die 20 permits pro Tag gibt es einen Ansturm von mehreren hundert Anwärtern (pro Tag wohlgemerkt!). Aber es ist gut, daß der Zugang begrenzt ist, so bleibt die Ursprünglichkeit gewahrt. Ich hoffe sehr, daß das Bureau of Landmanagement die permit-Zahl NICHT erhöht, auch wenn es schwerer wird, dran zu kommen. Bitte nicht traurig sein, wenn ihr kein Losglück hattet. Es dient dem Schutz der Natur!

Im November 2007 hatten wir das Glück, eine kleine "Hot Air Balloon Regatta" in Page zu erleben. Morgens beim Beladen unseres Kofferraums sah ich vom Hotelparkplatz aus in nächster Nähe einen Heißluftballon. Der Sache sind wir natürlich auf den "Grund gegangen". ;-)

Tolle Sache - besonders mit dem Colorado Plateau im Hintergrund!

War auch mal interessant, die Sache aus der Nähe zu sehen.

Der nahe Lake Powell (Glen Canyon National Recreation Area) ist natürlich bei den Amerikanern ein sehr beliebtes Urlaubsgebiet. Hier kann man baden und jede Menge Wassersport betreiben und natürlich auch ein Hausboot mieten und tagelang auf dem See herumschippern. Langweilig? Aber nein! Der Lake Powell ist bekanntermaßen ein Stausee, der durch den Bau des Glen Canyon Dam entstand. Dabei wurden sehr viele schmale Canyons (leider auch sehr schöne Slot Canyons) geflutet. Die oberen Wände der Canyons bilden heute den Lake Powell und so hat man herrliche Schluchten, in die man mit dem Boot fahren kann. Trotz der vielen Besucher kann man auf diese Weise sehr einsame Stellen entdecken. Nur der niedrige Wasserstand gibt einem zu denken, ähnlich wie beim Lake Mead/Hoover Dam an der Grenze zu Nevada...

Etwa 20 Meilen südlich von Page zweigt die Alt 89 bei Bitter Springs nach Westen ab. Diese Strecke nutzt man, um zum North Rim des Grand Canyon zu kommen. Dabei überquert man im Marble Canyon den Colorado River.

Das Gebiet gehört der Navajo Nation. Entsprechend heißt auch die hier den Fluß überquerende Brücke "Navajo Bridge".

Es ist eine doppelte Brücke, eine Brücke ist nur für die Autofahrer, die andere für Fußgänger.

Ein wunderschöner Canyon tut sich hier auf und auch das Hinterland ist absolut malerisch...

Nur wenige Meilen weiter westlich fährt man an einer großen Haltebucht vorbei, an der sich viele "Balanced Rocks" tummeln.

Da hier auch ein altes primitives Steinhaus steht, kann man mal davon ausgehen, daß hier früher Menschen siedelten.

Heute sitzen vor dem Gebäude in den Sommermonaten mehrere Indianer und verkaufen ihre Ware (Schmuck und Keramik).

Ein Fleckchen, das ich bisher noch völlig außer Acht gelassen habe, ist die Gegend um den Oak Creek Canyon. Hier findet man z.B. die kleine Ortschaft Sedona, ein Künstler- und (leider auch) Touristenstädtchen. Sedona ist schön, aber auch total überlaufen heute. Als ich 1994 zum ersten Mal dort war, war der Ort noch beschaulicher und mehr auf das Künstlerische ausgerichtet, heute ist er eine "Touristenattraktion" par excellence. Das liegt sicher auch an der bezaubernden Landschaft rundum und den vielen Ausflugsmöglichkeiten. So kann man den Red Rock Drive fahren mit Blick auf die roten Felsen ringsum, mehrere Indianerruinen wie Tuzigoot und Montezumas Castle sind in der Nähe oder auch das Minenstädtchen Jerome. Für Wasserratten bietet sich der nördlich von Sedona gelegene Slide Rock State Park an, den wir im Jahr 2004 besucht haben...

Das war ein grober Überblick darüber, was man in Arizona alles sehen und entdecken kann. Aber das ist nur ein Bruchteil vom Ganzen... :-)))

 

Link zu Arizona

arizonaguide