Desert Plants and Canyon Colors 2004

Im April/Mai 2004 zog es meine Kusine Regina und mich mal wieder in die Staaten. Bei der 3-wöchigen Rundreise mit einem Fullsize-PKW besuchten wir u.a. die Kakteenparks des Südens, White Sands, die fulminanten Carlsbad Caverns (für mich DAS Highlight auf der Tour) und dann noch ein bisserl Colorado Plateau. Die Reise stand nicht immer unter einem guten Stern, aber das werdet ihr dann lesen...

Tag 01

Unser Flug von Frankfurt nach Las Vegas verlief ruhig und wir hatten eine tolle Sicht hinunter auf die Rockies und des Südwesten. Pünktlich landeten wir in "unserem" Vegas, holten unser Töff-Töff ab und fuhren zu unserem ersten Hotel (Best Western Mardi Gras in der Paradise Road). An dem Tag lief eh nicht mehr viel, daher "schonten" wir uns für die nächsten Tage, d.h. wir gingen zeitig schlafen. Mein persönliches Problem waren starke Schmerzen in der linken Schulter. Ich war am Tag vor dem Abflug zum wiederholten Mal beim Arzt gewesen und der gab mir starke Schmerzmittel und meinte nur, da ist was entzündet. Nun, so ganz stimmte die Diagnose wohl nicht, wie ich viele schmerzvolle Tage später feststellte....

Tag 02

Nun gings rund. Nach einem leckeren Frühstück in unserem geliebten Stratosphere Buffet verließen wir Vegas Richtung Süden. Es ging rüber über den Hoover Dam und runter nach Kingman, wo wir dem Route 66 Visitor Center einen Besuch abstatteten. Angeregt von den Bildern beschlossen wir, nicht direkt nach Lake Havasu City zu fahren, sondern den kleinen Umweg über die alte Route 66 zu nehmen. Gesagt getan - und bereut haben wir es nicht. Gleich am ersten Tag gab es herrliche Wüsteneindrücke in sanft geschwungener Landschaft. Toll! Das kleine Highlight der Strecke war natürlich Oatman. Obwohl touristisch arg überlaufen (weshalb wir nur einmal anhielten), war es spaßig, die Esel zu sehen, die sich manchmal einfach mitten auf die Straße "pflanzten", so als wüßten sie, daß hier die Autos langsam durch den Ort kriechen.  

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Danach gings weiter bis nach Lake Havasu City, wo ich mir mal die "London Bridge" anschauen wollte. Irgendein spleeniger Millionär hatte die Brücke gekauft und in Einzelteilen von England in die Wüste Arizonas verschiffen lassen. Dort wurde sie Stück für Stück wieder orignalgetreu zusammengebaut und ziert jetzt einen Teil des Lake Havasu. Der kleine "englische" Teil des Ortes war ganz nett, aber ansonsten ist das einfach nur eine Stadt, die rein für Urlauber angelegt wurde. Alles nur "Ferienhäuser" für die Städter... naja, dort zieht es mich nicht mehr hin. Aber da es auf der Strecke nach Süden lag, war es okay.

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Übernachtet haben wir irgendwo unterwegs. Wo genau, ist mir leider entfallen... Naja, mer werd halt alt....

Tag 03

Heute stand das Organ Pipe Cactus NM auf dem Programm. Bei der Durchfahrt durch den Ort Ajo sicherten wir uns erst ein Motelzimmer und dann fuhren wir runter in den Park. Ich kann nur jedem, der dort in der Gegend ist, einen Besuch sehr ans Herz legen. Der Park ist sehr schön, auch wenn man die Organ Pipes eher "suchen" muß, denn überwiegend trifft man erstmal auf Saguaros.  


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Wir fuhren den 21 Meilen langen Ajo Mountain Drive. Der zweite Drive im Park ist nach knapp 5 Meilen gesperrt (auch heute noch). Als wir endlich nach endlosen Saguaro-Wäldern einen Organ Pipe entdeckten, mußten wir erstmal ne Fotosession einlegen (ich glaub ich hab gleich 30 Bilder von dem einen Kerl gemacht, wer weiß, wann wieder einer kommt?).

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So langsam wurde es verdammt heiß! Mannomann, wie war das? Mitte April isses noch angenehm mit den Temperaturen? HAHAHA! WIR hatten natürlich ne Hitzewelle erwischt! Ohne Witz, in den nächsten Tagen stieg das Thermometer auf über 100 Grad Fahrenheit (40°C)!!! Die erste Woche war echt eine Brüterei....

Nun, immerhin gab es am Ajo Mountain Drive einen netten kleinen Rastplatz...

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Nur ein paar Meter weiter fanden wir ein wahres Prachtexemplar von Organ Pipe! Wie alt dieser Kumpel wohl war? Einfach fantastisch!

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Auch ein schöner Arch fiel uns auf, aber bei der Hitze hatten wir absolut null Bock zu laufen. Uns "lief" schon die Brühe, das war genug...

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Hier mal noch ein schöner Blick über die Berge und die Saguaro-Wälder und ein Blick auf den Ajo Mountain Drive, eine Gravelroad, die sich aber gut fahren liess mit einem normalen PKW:

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Einige herrliche Saguaro-Blüten ließen uns die Hitze kurz vergessen und auf der Fahrt aus dem Park "winkte" uns so ein stacheliger Gesell sogar nach... 

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Übrigens wurden wir kurz nach Verlassen des NM von einer Grenzkontrolle angehalten. Das erste und einzige Mal bisher, wo ich meine Papiere vorzeigen mußte. Der Officer war sehr ernst. Nicht unhöflich, aber eben sehr korrekt und ernst. Da wir vorne nur unsere Persos hatten, bestand er auf den Reisepässen mit den grünen Abschnitten des Visums. Auch mußten wir aussteigen und den Kofferaum sowie die großen Reisetaschen öffnen. Jaja, die war schon gründlich. Der Park ist ja eine "grüne" Grenze nach Mexico und das schmuggeln dort wohl "normal". Da wir aber außer frischen Fotos nix aus dem Park mitnahmen, verabschiedete sich der Officer dann endlich von uns.  

Den Tag ließen wir bei einem Bierchen auf dem Zimmer in Ajo ausklingen...

Tag 04

Quer durch die öde Wüstenei fuhren wir heute gen Osten. Tucson war unser Ziel mit den beiden Saguaro-Parks. Bei der Hitze hatten wir keinen Blick für links und rechts des Weges. Die Strecke zoooog sich wie Kaugummi, boah ey...  
In Tucson suchten wir zuerstmal ein Motel und fuhren dann raus zum Saguaro NP West. Wir sind die Hauptstraße des Parks entlang gefahren, die gespickt ist mit schönen "Dips".  Geiles Gefühl, durch diese Senken zu buttern...  
Hier fanden wir auch einige schöne Kakteenblüten und den Sunset ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen...

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Hach ja, nach einem schönen Sunset schläft es sich nochmal so gut (trotz Hitze...)... 

Tag 05

Heute stand der Saguaro NP East auf dem Vormittagsprogramm. Unser Ziel war die Gegend um das Chiricahua NM. Aber erstmal gings rein in den Park mit den ältesten Saguaros...
Der schönste von allen war dieser Prachtkerl. Der war unten so verholzt, daß keinerlei Stacheln mehr dran waren. Sonst hätt ich ihn auch kaum angefaßt... 


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Ein Waaahnsinnsteil! Überlegt mal: bei DEN vielen Armen muß der schon einige hundert Jährchen auf dem Buckel haben. Der erste Arm wächst so einem Saguaro etwa mit dem 70. Lebensjahr, da kann man sich den Rest ja ausrechnen...

Was man hier auch viel öfter sah, waren abgestorbene Kakteen. So ein Saguaro-Skelett hat schon was...

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Nun gings weiter über den Interstate bis Willcox. Hier biegt man auf einen kleinen Highway zum Chiricahua National Monument ab. Es war schon Mittag, mein Arm schmerzte mal wieder ganz dolle, daher fuhr Regina heute. Die Schmerzmittel halfen kaum noch - und wir waren erst ein paar Tage unterwegs. Oh Mann.... Und dann auch noch das: als wir in den Park reinwollten, mußten wir für mich (also den Beifahrer) extra bezahlen! Grmpf - das kannte ich bis dato noch nicht, daß es auch Parks gab, die nach Besuchern Eintritt verlangten und nicht nach Auto. Obwohl wir den National Parks Pass hatten, mußten wir für die zweite Person 3 Dollar extra zahlen. Das wollte ich genauer wissen und fragte im Visitor Center nochmal nach. Dort wurde mir von einer Rangerin bestätigt, daß im Chiricahua NM "per person" gezahlt wird und der NPP daher nur für den Fahrer des Fahrzeuges gilt. Hm, blöd....
Warum ich das erzähle, wo doch mittlerweile eh andere Regeln gelten? Nun, das werdet ihr bald festellen.....  

Der Park war sehr schön, wir waren aber schon recht spät dran und hatten noch keine Ü in Aussicht, daher beschränkten wir uns auf einen kürzeren Spazierweg entlang eines Rims. Im Nachhinein ärgerlich, wir hätten das anders planen sollen, damit wir den Park besser erkunden hätten können. Aber gut, das nächste Mal...

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Nun mußten wir unbedingt eine Unterkunft finden und fuhren wieder Richtung Willcox. Meine Schulter schmerzte und ich döste vor mich hin. Plötzlich sagte Regina: guck mal, da steht ein gelber Ford Mustang!
(Dazu muß ich erklären: ich habe einen Internetbekannten, der auch einmal eine USA-Seite betrieb. So hatten wir uns "kennengelernt". Gesehen hatten wir uns aber sonst noch nie. Durch unseren email-Kontakt wußte ich, daß Burkhard ebenfalls in den USA war, sogar zeitgleich mit uns rüberflog, nur eben nicht nach Vegas sondern nach Dallas. Er hatte eine völlig andere Route als wir. Dachte ich... Per sms hatte er mir mitgeteilt, daß er als Leihwagen einen knallgelben Ford Mustang erwischt hatte. Schön. Was weiß ich, was ein Ford Mustang ist.... *g*)
Jedenfalls guckte ich hoch und sah im Vorbeifahren ein gelbes Auto am Straßenrand. Aber schon waren wir vorbei. Hm, nun fragten wir uns beide: wie sieht eigentlich ein Ford Mustang aus? Was machen wir nun? War das wirklich Burkhard? Das kann doch gar nicht sein! Hmmm, also rechts rangefahren und überlegt. Da fuhr der gelbe Wagen an uns vorbei - und es saß tatsächlich nur ein einziger Mann am Steuer! Also doch Burkhard???
Ich zückte mein Handy, schließlich hatte ich ja seine Nummer.... Pustekuchen! "Nur Notfälle" zeigte es mir an! "Das ist doch ein Notfall!!!" schrie ich lachend. Nicht zu fassen, ausgerechnet jetzt kein Empfang! Der Kerl fuhr auch noch wie der Henker persönlich, also echt, nä!  
Regina preschte hinterher, die Hände ums Lenkrad gekrallt und überholte alle Autos, die auch Burkhard überholte (naja, es waren ja nur zwei). Dabei haben wir Tränen gelacht. Ich sagte immer, meine Güte, was muß der denken, wenn der in seinen Rückspiegel schaut! Ich holte die Kamera raus, setzte das Tele drauf und las damit die Buchstaben auf dem Spoiler des Autos: M U S T A N G. Wie gut, daß die Ampel an der Ortseinfahrt zu Willcox auf rot stand. Ich raus aus dem Auto, nach vorne gehechtet und die Tür aufgemacht: "Burkhard?" Er guckte mich groß an und sagte nur: "Sabine?" Da wurde die Ampel schon grün und ich zeigte nur noch schnell auf die Tanke auf der anderen Straßenseite. Dort trafen wir uns dann und haben uns erstmal ausgeschüttet vor Lachen! Da schreibt man sich emails, wohnt nur ein paar Kilometer voneinander entfernt - und dann trifft man sich mitten in der Pampa! Was für ein Ding!
Aber immerhin: seither treffen wir uns regelmäßig alle 3 auf ein Bierchen!


Leider gab es in der Nähe absolut nix, wo man mal was hätte zwitschern können und da Burkhard genau in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war und ebenfalls noch eine Unterkunft suchten, trennten wir uns nach knapp einer Stunde schwätzen. Während des Schwätzens waren wir auf das Whites Sands NM gekommen, das Burkhard heute besucht hatte und welches wir morgen auf der Liste hatten. Wir erzählten von der Sache am Chiricahua NM mit dem Eintritt "per person". Darauf meinte Burkhard, das sei im White Sands genauso. Aber kein Problem, er hätte sein Ticket noch, das sei ja sieben Tage gültig. Wunderbar, Geld gespart. Burkhard gab uns das Ticket und dann trennten sich unsere Wege. Für den Rest unserer Reisen simsten wir nur noch ab und an...

Ein Motel fanden wir an der Interstate ein Stück weiter. Na dann gut Nacht und dann träumten wir hinein in den nächsten Tag - nichtsahnend, was uns das Ticket von Burkhard "bescheren" sollte.... 

Tag 06

Wieder so eine Hitze - da macht nicht mal das Frühstück Spaß... Heute rollen wir fröhlich schwitzend dem White Sands NM entgegen. Wohlgemut und mit Burkhards Ticket in der Tasche kommen wir an der kleinen Entrance Station an. Ich reiche den National Parks Pass und das Ticket gleichzeitig raus - ich dachte ja, hier muß man auch per person zahlen. Jaja, man sollte nicht immer auf andere Leute hören. Was jetzt folgte, verlangte mir einiges an Englisch-Kenntnissen und Konzentration ab, um nicht blutrot anzulaufen. So ungefähr war der Dialog:

Rangerin: wieso haben Sie ein Ticket? Sie haben doch den National Parks Passport?
Ich: wir waren gestern morgen schon mal hier.
Rangerin: Ja und? Der NPP reicht doch?
Ich: (öööhmm, was sag ich jetzt?) *stotter* Ich hab den NPP vergessen vorzuzeigen...
Rangerin: Wieso das denn?
Ich: (schau Regina an, verlegen und rumdrucksend, und sag dann zur Rangerin) Gestern saß meine Kusine am Steuer und wir dachten, wir müßten hier extra zahlen. Das hat uns jemand im Chiricahua NM gesagt.
Rangerin: Das gibts doch nicht. Hab ICH Sie denn nicht nach dem NPP gefragt?
Ich: Sie? Wieso?
Rangerin: Na, weil ICH das Ticket ausgestellt habe. Ich sehe das an meiner Nummer darauf.
(Stille! Regina rutscht immer tiefer auf dem Beifahrersitz...)
Ich: Äh, NÖ, Sie haben mich nicht gefragt!
Rangerin: Das darf nicht wahr sein, was hab ich denn da gemacht?
Ich: (verdammt, wie komm ich aus der Sache jetzt wieder raus?) Ist doch nicht schlimm, Hauptsache wir können in den Park rein...
Rangerin: Nein nein, das geht nicht. Das ist ja nicht korrekt, das ich gestern von Ihnen die Ticketgebühr verlangt habe. Sie müssen das Geld zurückbekommen!
(JETZT hatten wir die allergrößten Schwierigkeiten, NICHT laut aufzulachen!)
Ich: Machen Sie sich keinen Streß, ist doch kein Problem, das schenken wir dem Park!!!
Rangerin: (nestelt an der Kasse rum) Nein, das muß alles seine Richtigkeit haben. Einen Moment bitte...
Ich: (dreh mich zu Regina, auf deutsch) Ach du Scheiße, die will uns echt die 3 Dollar vom Burkhard wieder auszahlen!!!
(Regina dreht sich weg, damit sie nicht losplatzt...)
Rangerin: Hier bitte, 3 Dollar!
Ich mache einen letzten Versuch: Aber das können Sie doch behalten, echt!
Rangerin: Ich kann Sie doch nicht beklauen, das wär nicht richtig.
(Ups, wer beklaut hier grade WEN???)
Ich: Na schön (nehm das Geld und geb es Regina rüber)
Rangerin: Einen wunderschönen Tag wünsch ich Ihnen!
Ich: Danke gleichfalls (und aufs Gas gedrückt)

An der nächsten Ecke MUSSTE ich anhalten. Wir haben uns AUSGESCHÜTTET vor Lachen!!! Ist das nicht irre? Jetzt hat die uns tatsächlich die 3 Dollar vom Burkhard zurückgegeben! Wie peinlich! Wie ober-ober-ober-peinlich!!! Hätt ich mal zuerst NUR den NPP hingehalten.... auweia...

Fast 10 Minuten mußten wir uns "auslachen", das war echt nötig. Regina meinte noch: wie konntest du der nur so ruhig antworten OHNE ROT ZU WERDEN? Ehrlich gesagt, ich hab keine Ahnung...  

Danach fuhren wir endlich in den uns bis dato unbekannten Park, der uns so unverhofften "Geldsegen" beschert hatte. Aber ich höre NIE wieder auf andere! Ich frag in Zukunft immer selbst. Scheiß auf die 3 Dollar....  

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center (wo ich dann durch eine "allgemeine Erkundigung" herausfand, daß in White Sands schon immer der NPP pro Auto galt) liefen wir über einen "Rollstuhlfahrerpfad" in der Nähe. Das find ich ja immer wieder cool bei dem Amis, daß sie viele Parks durchaus zumindest an einige Stellen auch für Behinderte zugänglich machen!

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Auf der Weiterfahrt sehen wir immer wieder Pickups bzw SUVs mit Armeeangehörigen, die hier ein Barbecue abhalten. Die ham ja ne Meise! Bei 40 Grad und in einem schneeweißen Gebiet, wo man ohne Sonnenbrille fast blind wird? Da könnt ich mir ne bessere Ecke für ein BBQ vorstellen.... Wohl wegen dieser "Wochenend"-Besucher aus Alamogordo gibts auch einige Klohäuschen, die sich in der weißen Gipswüste irgendwie komisch machen... 

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Eigentlich wollten wir eine Dünenwanderung machen, aber bei dieser Hitze haben wir beide keine große Lust. So klettern wir noch ein bißchen auf den Dünen rum, das war schon anstrengend genug. Aber es finden sich auch ohne Wanderung immer wieder schöne Fotomotive...

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Wir fahren am frühen Nachmittag weiter - über Alamogordo bis runter nach White's City, wo wir in dem einzigen Hotel am Fuße der Carlsbad Caverns noch ein Zimmer bekommen. Genauer gesagt besteht (oder bestand zumindest damals) White's City nur aus diesem einen Hotel. Vor dem Hotel stand ein wunderschöner Ocotillo in voller Blüte:

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Nachdem wir unser Gepäck ausgeladen und uns umgeschaut hatten, wo wir was zu essen bekommen würden (ging ja eh nur hier in dieser Anlage...), fuhren wir zur Dämmerung noch hinauf in den Park, denn ich hatte gelesen, daß in der Dämmerung die Fledermäuse zur Futtersuche ausfliegen. Zwar war um 18h natürlich das Visitor Center schon geschlossen, aber es standen deutliche Wegweiser zum Amphitheater rum, so daß man den Weg dorthin nicht verfehlen konnte (höchstens im Dunkeln...). Es waren nicht allzuviele Leute da, man hatte die "freie Platzwahl". Aber natürlich haben auch erstmal vorne runtergeguckt zur Höhle. Da schwirrten so viele "Fluggeräte" rum, daß wir schon dachten, DAS wären die Fledermäuse. Pustekuchen! Ich schnappte ein Gespräch von einem Sitznachbarn auf, der augenscheinlich schon öfter hier war und der erzählte was von den Cave Swallows, also den Höhlenschwalben. Tatsächlich nisten diese Vögel im Eingangsbereich der Höhle, was wir am nächsten Tag anhand der vielen geruchsvollen und sichtbaren Hinterlassenschaften bestätigt fanden.

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Urplötzlich hörte das Geschwirre der Schwalben auf, von einer Sekunde zur anderen! Und da sagte unser Sitznachbar leise: they are coming! Ja, sie kamen! Erst ganz wenige, fast lautlos erhoben sie sich aus dem Höhleneingang. Es wurden mehr, man sah plötzlich eine riesige "Säule" die sich wie ein Trichter eines Tornados nach oben "schraubte". Ja wirklich, sie flogen kreiselnd nach oben. Mein Gott, sind das viele! Das sind doch mindestens 50-60 Tausend, dachte ich. Ich fragte am nächsten Morgen im Visitor Center: es sind rund eine halbe MILLION! Waaahnsinn! Der "Trichter" wuchs immer höher und wurde größer und breiter und dann schwirrten einzelne große "Wolken" der Mexican Free Tailed Bat davon auf Nahrungssuche. Was das ganze so unglaublich und faszinierend macht, war die Lautlosigkeit, mit der diese Massen an Tieren aus der Höhle kamen! Und dazu die Stille der Beobachter! Man hörte nur ab und zu leise eine Kamera kurz surren (Blitz ist NICHT erlaubt!!!). Ein tolles Erlebnis! Wenn auch stinkig, denn der Sog der Schwingen nahm auch den Duft der Schwalbenhinterlassenschaften mit hinaus....  
Leider sind meine 2-3 Bilder, die ich ja ohne Blitz machen mußte, nichts geworden. So hab ich mir ein Bild vom National Park Service "geklaut" (das darf man offiziell benutzen).

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Mit dem "leckeren" Duft in der Nase gingen wir ins Hotelrestaurant zum Nachtessen und träumten nachts von vielen süßen kleinen Fledermäusen....

Tag 07

Wir fahren zuerst ins Visitor Center. Dort erkundigen wir uns ein bißchen wegen den Fledermäusen und natürlich wegen einer Höhlentour. Zu unserer Enttäuschung hatten wir keine Wahl, es gab außerhalb der Hochsaison nur eine einzige Tour: die Natural Entrance Tour. Na schön, denn nehmen wir die halt. Die Touren haben unterschiedliche Preise, nicht alle sind durch den NPP abgedeckt. Das war zumindest 2004 so, ich weiß nicht wie es heute mit dem "America the beautiful Annual Pass" ist...

Dummerweise (und weil ich mir einfach nichts dabei dachte) verzichtete ich auf die Wanderstöcke - das mach ich nie wieder! Auweia war DAS steil! Der erste Blick auf die Serpentinen täuschte gewaltig. Sobald man die Höhle betrat ging es richtig runter. Zumindest auf dem Weg nach unten wären Stöcke nicht schlecht gewesen... Nun ja... hinauf mußten wir da ja nicht mehr... 

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Dieser Teil der Höhle heißt wohl nicht umsonst "Devil's Den" (Teufelshöhle). Etwa nach 10 Minuten Abstieg kommt man an den Eingang zur eigentlichen "Bat Cave". Nee, nicht die von Batman, die wo die Mexican Free Tailed Bats drin hausen! Der Eingang ist gesichert, man darf dort (zum Schutz der Fledermäuse) nicht hinein. Das ist auch gut so...
Nun konnte man aber auch immer häufiger Stalektiten und Stalakmiten sehen. Ich muß dazu sagen, die meisten Bilder aus den Caverns sind NICHT von mir, weil ich damals nur 100er Filme dabei hatte und das reichte einfach nicht für gute Fotos. Ich habe mir damals dann Dias im Shop gekauft, die man frei verwenden darf. Das nächste Bild ist aber noch einer meiner armseligen Versuche...

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Das war wie gesagt noch auf dem Weg nach unten. Der Big Room übertraf dann alles was ich jemals in meinem Leben an Höhlen gesehen hatte (und das waren schon ein paar!):

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Man kann diesen Big Room, der mehr als 4 Fußballfelder groß ist, nicht beschreiben. Kein Foto kann das widergeben, was ich dort unten gesehen habe! Es war einfach nur GIGANTISCH!!! Eines der größten Höhlensysteme der Welt. Ich muß sagen, mir war ganz ehrfürchtig zumute bei dem Anblick der wirklich HAUSHOHEN Gebilde! Teilweise waren die Stalakmiten so dick wie ein Sequoia, andere dagegen waren so dünn wie eine Kordel dafür aber METERLANG. Es ist eine wunderbare Traumwelt... Wir waren so begeistert, daß ich heute gar nicht mehr sagen kann, wie lange wir uns da unten aufgehalten haben. Die Tour dauert unter normalen Bedingungen nur 2 Stunden, da man mit dem Aufzug wieder rauffährt. Aber wir waren bestimmt länger in dieser Märchenwelt versunken....

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Es war am Nachmittag als wir uns auf den Weg Richtung El Paso machten...

Unterwegs streiften wir ein Eckchen von Texas. Juchuuu, ich war schon mal in Texas! 

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Wir rauschten an den Guadalupe Mountains vorbei, durch El Paso durch und hinauf bis Truth or Consequences. Hier machten wir am späten Nachmittag noch einen kleinen Schlenker über die Lake Shore Road des Elephant Butte Lake SP. Den fand ich gar nicht schlecht so auf den ersten Blick... So, und jetzt verläßt mich mal wieder mein Gedächtnis. Ich hab keine Ahnung, wo wir übernachtet haben, aber es war noch vor Albuquerque. Ich glaube, in der Ecke von Socorro.... Naja, die Motels sind mir halt nicht sooo wichtig. Die merk ich mir nur, wenn sie was besonderes waren...

Tag 08

Ich wollte schon immer mal nach Albuquerque. Immerhin nutze ich den Namen im Forum als nick... Also gings heute in die Old Town und zum Indian Cultural Center. Von dem hatte ich schon gelesen und war sehr gespannt darauf. Naja, und dann wars ein echter Reinfall. Zwar sah das alles imposant aus und schön angelegt, keine Frage. Aber es war absolut tote Hose. Von wegen hier finden "Veranstaltungen" statt. Ja, tun sie ja, aber eben nur 2-3 mal die Woche, und ausgerechnet Dienstags gibts da nix. Und an einem Dienstag waren wir da. Dumm gelaufen. Die meisten Tanzvorführungen und so finden an den Wochenenden statt. Tja, so sind wir halt nur durch die Ausstellung gelaufen. Das indianische Kunsthandwerk kann man auch kaufen, aber ich muß sagen, ich fands ne Frechheit was die verlangt haben! Die Preise waren fast teurer als in den Galerien in Santa Fé (und dort isses schon teuer). Nee, da kauf ich doch lieber in den Pueblos direkt ein, da kriegt der Hersteller das Geld selbst in die Hand und nicht über tausend andere Ecken und Zwischenhändler...

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Danach fuhren wir in die Old Town. Das war dann doch was superschönes! Viele kleine und große Adobehäuser, ähnlich wie in Santa Fé, bilden hier den Kern. In den Häusern viele kleine Shops, manchmal auch eine etwas gehobenere Galerie, dazwischen mal die Möglichkeit, was zu schnabulieren und schöne Kirchen gab es auch noch. Das war doch mal was fürs Auge und fürs Shopping-Herz!

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Felipe de Neri Church
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Ein schöner Adobebrunnen mit Kühlerfigur  
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Einer der schönen "Stöber-Shops"...

Wir haben natürlich ein bisserl was gekauft, war ja klar. Vor allem in einem Laden mit indianischem Kunsthandwerk hatten es uns einige schön gestaltete Medicine Wheels angetan. Regina nahm das mit den bunten Perlen, ich das mit den bernsteinfarbenen... Gefertigt wurden diese Medicine Wheels im Ysleta Pueblo. Meins hängt heute über meiner Tür, soll ja Glück bringen.  

Nach einem kleinen Mittagssnack an einem schattigen Plätzchen nahe der Plaza begaben wir uns wieder auf die Interstate. Wir wollten noch bis Grants weiterfahren und dort ein Motel suchen. Das hatten wir schnell gefunden und so hatten wir noch ausreichend Zeit, ein Stück den Hwy 117 runter zu fahren - entlang der El Malpais Narrows. Zwar gab es hier eine kleine Rangerstation des El Malpais NM, die schloß allerdings schon um 15.30h, ziemlich früh wie ich fand. Aber was solls. Dann also auf eigene Faust weiter. Zuerst sahen wir einen Wegweiser "Sandstone Bluffs". Keine Ahnung was das ist. Aber da kam grad ein Auto rausgefahren, da muß es dann wohl was zu sehen geben. Wir also rauf auf die Schotterpiste. Es war gar nicht so weit, dann gab es einen kleinen Parkplatz. Von dort aus sahen wir schon ein paar wenige Menschen auf den großen Sandsteinen rumklettern. Na schön, dann machen wir das auch so. Und das hat sich echt gelohnt!

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Oben auf den Sandstone Bluffs angekommen (man sollte etwas vorsichtig sein, es gibt da tiefe Spalten zwischen den Felsen) hat man einen fantastischen Rundblick über das El Malpais NM. El Malpais ist spanisch und heißt "das schlechte Land", also genauso wie "Badlands". In diesem Fall sind es riesige Lavafelder. Wenn man sich etwas Zeit nimmt, kann man im NM auch Lavahöhlen erforschen. Zumindest hab ich das mal gelesen...

Später sind wir noch weiter südlich gefahren, bis die Sonne schon tief stand. Es reichte noch für den La Ventana Arch, denn wir wollten nicht in der Dunkelheit rumgurken. Es ist ein ziemlich großer Bogen! Wir sind auch bis drunter gelaufen, ist nur ein kleiner Spazierweg ab dem Parkplatz. Der Arch ist direkt vom Highway aus zu sehen.

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Zurück in unserem Motel in Grants gabs mal wieder eine Ladung kühles Bud als "Einschlafhilfe"...

Tag 09

Heute wollten wir bis nach Chinle hinauf. Allerdings hatte ich im Sinn, Zuni Pueblo zu besuchen. Leider hatte ich mir da etwas falsche Vorstellungen gemacht, aber dazu später...

Zuerst gings über den Hwy 53 am westlichen Rand des El Malpais NM entlang bis zum El Morro NM. El Morro ist ein riesiger Monolith, der einst auf seiner Höhe von Anasazi bewohnt war. Es soll oben auch Ruinen geben, aber wir sind nur den Inscription Trail am Fuße des Berges entlang gegangen, der zu Inschriften im Fels führt, die unterschiedlicher Herkunft sind. Alte Petroglyphen wechseln sich mit handschriftlichen Ritzungen der ersten Spanier in der dieser Gegend ab. Aber natürlich sind auch neuzeitlich "Schmierereien" dabei, was man mittlerweile allerdings unterbunden hat durch die Anlegung eines Absperrung...

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Danach wollte ich das Zuni "Pueblo" besuchen. Ich hatte ja nun schon einige Pueblos gesehen und stellte mir natürlich auch Zuni in etwa so vor wie z.B. San Ildefonso, das ja auch nicht mehrstöckig sondern ebenerdig ist. Allerdings ist Zuni Pueblo nur das, was das Wort eigentlich bedeutet: ein Dorf. Aber mehr im "amerikanischen" Stil. Weitgezogene Straßen, verstreute Häuser. Naja, wir sind die Straße mal rauf und runter gefahren. Immerhin gab es einige Schmuckläden und ich wollte doch so einen schönen Zuni-Ring haben. Also rin in die Bude und geguckt. Hmmm, nicht schlecht, was die da so hatten. Und alles echt indianisch und kein "Made in Taiwan" dabei. Am Ende hatte ich nicht nur meinen Ring, sondern auch noch einen schönen Fetisch erstanden (geschnitzte Steine mit allerlei Kleinzeugs obendrauf, in meinem Fall ein Bär) und eine wunderschöne Armbanduhr, an die mir der Besitzer des Ladens (ein sehr gesprächiger und freundlicher Zuni) sogar noch ein Armband meiner Wahl angebracht hat.

Nach unserer Shopping-Wut (Regina hat sich natürlich auch was mitgenommen) brachen wir Richtung Norden auf. Einen kurzen Stopp legten wir noch in Ganado ein bei der Hubbell Trading Post, eine der ältesten Trading Posts in den USA. Eine echt urige Hütte, zumindest innen. Angeschlossen ist dort auch noch ein kleines Visitor Center mit Museum. Wenn man Glück hat (wir natürlich nicht, irgendwie klappt in diesem Urlaub kaum was...), dann sitzen an den dortigen Webstühlen Navajofrauen und weben an den Teppichen für die Trading Post.

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Als die Sonne unterging, erreichten wir Chinle am Canyon de Chelly. Hier weiß ich sogar das Hotel wieder! Jepp, hier waren wir nun nämlich schon zum dritten Mal: Holiday Inn Chinle. Ich find das Hotel super, gefällt mir besser als das Best Western am Ortseingang. Das HI liegt schon fast am Parkeingang. Hier ist auch das Essen im Restaurant gut, daher haben wir gar nix anderes mehr gesucht, sondern lieber einen leckeren Navajo Taco gefuttert

Morgen sollte es dann an das Rim des Canyon de Chelly gehen....

Tag 10

Canyon de Chelly - ein schönes Fleckchen Erde. Zwar war ich schon zweimal hier (mit 2004 nun dreimal), aber ich habe es bis heute nicht geschafft, die Wanderung zur White House Ruin zu machen. Irgendwie dümpeln wir immer nur am Rim herum... Heute haben wir aber nur die "Kurzfassung" des Rim Drives gemacht, nämlich den South Rim bis hinüber zum Spider Rock - einer meiner erklärten Lieblingsfelsen! 

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Spider Rock

Der Legende nach soll auf diesem Felsen die "Spinnenfrau" leben, die nur "bösen" Kindern erscheint. Naja, oder so ähnlich...

Nach dem Canyon de Chelly ging es quer durch die Hopi Nation. In Walpi, dem ältesten Pueblo der Hopi haben wir mal kurz angehalten und in einem Laden unterhalb des Felsens sehnsüchtig den schönen Hopi-Silberschmuck betrachtet. Zum kaufen war der uns aber zu teuer... Die Hopi sind bekannt für ihre Technik mit ausgesägtem Silber auf geschwärztem Silber.

Ich hatte auf einer Internetseite vom Coal Mine Canyon gelesen, der auf der Strecke durch das Hopi Reservat zu finde
n sein soll. Finden ist gut: ohne die genaue Bescheibung hätten wir den Canyon nie gefunden! Zuerst sind wir mal dran vorbeigebrettert... Das fiel uns allerdings erst auf, als wir in der Ferne Moenkopi vor uns sahen... *tüdelüüü*

Also wieder umgedreht - ich wollt diesen sch... Canyon finden. Nix da! Diesmal hab ich besser aufgepaßt und den Milemarker 337 gleich gesehen. Kurz davor gings links auf eine Schotterpiste in die Pampa...

Ach ja, da muß ich jetzt noch was erzählen, das hab ich am Vortag glatt vergessen: wir haben ja abends im Hotelrestaurant des Holiday Inn gegessen. Als wir zum bezahlen aufstanden, meinte meine Kusine, ihren rechten Fuß unter dem Tisch "stehen lassen" zu müssen - er war ihr eingeschlafen und sie hatte das nicht bemerkt. Durch das ruckartige Herumdrehen vom Stuhl hat sie sich den Knöchel richtig heftig verstaucht. Na klasse... Reginchen wurde käseweiß im Gesicht. Ich hab sie auf ne Bank bugsiert und dann das Auto geholt, um sie vor unser Zimmer chauffieren zu können. Laufen war nicht mehr...

Trotz sofortiger kühlender Umschläge war der Knöchel am nächsten Morgen kohlrabenschwarz - sowas hab ich noch net gesehen! Und dann is ihr an dem Morgen auch noch die Kontaktlinse gerissen, so daß sie ab dem Tag mit Brille rumlaufen mußte. Oh Mann, die nächsten 3 Tage waren schwierig - für uns beide. Sie konnte kaum laufen, so daß ich (trotz meiner schmerzenden Schulter) ihr das Gepäck in die Zimmer gehievt habe. Autsch - kann ich da nur sagen.

Jedenfalls war der verstauchte Knöchel der Grund, weshalb nur ich allein den Coal Mine Canyon sah, den Regina war zum aussteigen nicht zu bewegen... Sie sah den Canyon dann erst mit 3jähriger Verspätung im Jahr 2007... 

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Ist das nicht eine Farbenpracht? Ich liebe diesen Canyon! Ich bin ein bißchen am Rim entlanggelaufen, aber ich wollte Regina nicht ewig im Auto warten lassen. Nach vielleicht einer guten halben Stunde sind war dann weitergefahren Richtung Marble Canyon...

Der Marble Canyon und die Navajo Bridge waren "zwischengeschobene" Ziele. Da uns die Ecke gut gefällt und wir eh nach Page wollte, haben wir da mal einen Stopp eingelegt. Irgendwie waren wir nach der ersten Woche und unseren kleinen schmerzhaften Zwischenfällen etwas verpeilt, was die Route angeht. Wir hatten sie zuhause nur grob abgesteckt, aber da Regina jetzt nicht mehr gescheit laufen konnte und meine Schulter sich auch nicht grade über Bewegung freute, blieb soviel Zeit übrig, die wir nicht richtig unterbringen konnten... So einen verpeilten Urlaub hab ich selten gehabt... 

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Immerhin haben uns die dekorativen und fotogenen Felsblöcke hinter dem Marble Canyon wieder etwas aufgeheitert. Und für weitere Aufheiterung sorgte die Toilette an der Navajo Bridge. Es waren etwa 6 Kabinen darin, aber die Zwischenwände sind so niedrig, daß man sich erst dann nicht mehr sieht, wenn man sich auf den Klo setzt. Sofort nach dem Aufstehen konnte mir Regina (die immer ziemlich flott ist) von oben auf den Kopf spucken, ohne sich auf die Zehenspitzen zu stellen! Auweia, wie gut, daß wir alleine da drin waren. Mit fremden Personen könnte man da Hemmungen oder gar "Pinkelblockaden" bekommen...  
Die Navajo Bri
dge ist aber weiterhin schön anzuschauen. Kein Wunder bei DER Landschaft dahinter!

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Hier ein Blick hinunter auf den Colorado River:

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Sogar ein paar Raftingboote haben wir diesmal gesehen. Sieht witzig aus von oben... 

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Nach diesem "erfrischenden" Zwischenstopp peilten wir unser Nachtlager in Page an. Wir stiegen im Super8 ab, das wir schon kannten. Erstmal hatten wir Hunger und den stillten wir im allseits beliebten Mexikaner an der Hauptstraße. Den Sunset genossen wir dann am Lake Powell Overlook...

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Tag 11

Heute wollten wir unseren ersten Slotcanyon erkunden: Antelope! Darauf freute ich mich besonders. Zum Glück ging es Reginas Fuß mittlerweile wieder gut genug, daß sie auch die kleinen Klettereien im Lower Antelope mit vorsichtigen Tritten und festen Schuhen gut überstand. Diesen nahmen wir uns zuerst vor. Nachdem wir unsere Tickets am Kassenhäuschen geholt hatten, ließen wir uns von einem jungen Navajo den Eingang zeigen. Es hatten sich uns noch 2 Paare zugesellt, ein französisches Ehepaar und ein Renterehepaar aus München, die schon seit 2 Monaten mit einem großen WoMo im Westen unterwegs waren und sich ihren Traum erfüllt. Die waren lustig die beiden und wir haben einiges geschwatzt bevor wir in den Canyon einstiegen. Die Franzosen waren auch ganz nett (Seltenheit...), aber mit französisch hab ich's net so...  

Ich hatte die Dame im Kassenhäuschen gefragt, ob ich mit meinem Umfang im Canyon Probleme haben könnte. Sie meinte, nein da sind schon dickere Leute drin gewesen. Okay, also bin ich wohlgemut dem Navajokrieger ääääh -jungen hinterhergedappt. Als ich dann aber sah, WO wir da reinspringen sollten, wollte irgendwie ein bißchen das Gefühl von Platzangst in mir heraufkriechen... 

(sorry, hier muß ich mogeln, das sind jetzt Bilder von 2007, aus 2004 hab ich von außen keine gescheiten. Aber die folgenden Innenaufnahmen sind wieder aus 2004...) Sogar Regina (der dünne Hering - im Gegensatz zu mir) bekam etwas Bedenken. Aber die waren nach dem ersten Abstieg über eine Metallstiege sofort verflogen. Man kam gar nicht mehr zum Nachdenken, denn das was wir da sahen, war einfach nur WOW !!!

Einfach nur geil! Ich war sowas von hingerissen! Im Lower Antelope könnte ich Stunden verbringen....
Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis gings rüber auf die andere Seite des Highway, um die Tour zum Upper Antelope 
mitzumachen. Dort stand auf einem etwas größeren Parkplatz wieder ein Kassenhäuschen. Wir legten unsere Quittung vom Lower Antelope vor, damit wir die Navajo Nation Fair nicht ein zweites Mal bezahlen mußten, sondern nur die Gebühr für den Upper Antelope. Leider hatten wir die Uhrzeit nicht ganz bedacht im Lower Antelope und schafften es daher nur zur 12.30h-Tour, leider knapp eine Stunde zu spät für die "Sunbeams". Im Nachinein betrachtet würde ich dem Erstbesucher beider Canyons raten, zuerst den Upper und danach den Lower zu besuchen. Erstens ist die 11.30h-Tour am Upper immer knackvoll (heutzutage, bei uns ging es noch 2004), da muß man fast schon ein paar Stunden oder am Tag vorher reservieren. Dafür hat man dann aber die Sunbeams, die diesen Canyon so interessant machen. Andererseits ist meiner Meinung nach der Lower Antelope faszinierender, weil die Wände einfach enger beisammen stehen und man hat auch den Abenteuerfaktor des Herumsteigens und "durch-die-Spalten-quetschens". Dies fehlt beim breiten ebenerdigen Upper Antelope völlig...

Aber zuerst kam mal die rasante Jeepfahrt. 15 Minuten bis zum Eingang mußten wir "durchhalten" mit unserer Navajo-Fahrerin, die wie eine gesengte Sau ('tschuldigung, is aber so) über den Sand gebrettert ist. Das müssen die wohl so machen, um nicht einzusinken mit den vollgepackten Jeeps...

Auch hierhin begleitete uns das Müncher Ehepaar, die eigentlich ursprünglich gar nicht den Upper besuchen wollten, sondern mehr von uns dazu animiert wurden. Aber bereut haben sie es nicht! 

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Leider war es mir nicht möglich, die rote Farbe aus meinen Dias "herauszuholen". Der Scanner hat die Farben regelrecht "geschluckt" und Nachbearbeiten half nur wenig. Es soll ja auch nicht künstlich aussehen... 
 
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Ärgerlich waren die "Käsfüß" von dem einen Touri. Ich hab bestimmt 5 Minuten gewartet, aber der hat sich einfach nicht fortbewegt. Hm, vielleicht war der versteinert?  
Trotz dem direkten Vergleich mit dem Lower Antelope waren wir doch recht angetan. Es ist schon faszinierend, was die Natur da geschaffen hat. Aufgrund seiner leichten Zugänglichkeit (und vielleicht auch wegen der nicht zu übersehenden Lage des Kassenhäuschens am Highway) ist der Upper Antelope ziemlich überlaufen. Alleine kann man in diesem Canyon wohl nicht sein. Im Lower kann das außerhalb der Saison schon eher klappen. 2007 waren wir Ende Oktober die einzigen im Lower Antelope...  

Nach diesen beiden herrlichen Highlights und mit rund 5 vollgeknipsten Filmen (wovon nur eine Handvoll Dias gescheit geworden sind!) brachen wir auf zum Horseshoebend Overlook. Den wollten wir zum "Feierabend" uns noch antun. Reginas Fuß war zwar noch dunkellila, aber Schmerzen hatte sie zum Glück keine mehr. Nur die Brille auf der Nase wollte ihr so gar nicht schmecken. Die Laune war nur mäßig....

Auf dem kleinen Parkplatz angekommen, schnürten wir erneut die Wanderschuhe und stiefelten den sandigen Hügel hinauf. Sandhügel! Oh wie hasse ich sie!!! Prustend kam ich oben auf dem Hügel an. Uff, zum Glück gings jetzt nur noch lau bergab. Daß sich der Rückweg noch viel schlimmer ziehen sollte als der Hinweg, darüber machte ich mir noch keine Gedanken...  

Am Canyonrand angekommen traf uns fast der Schlag:

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BOAH, was ist das denn? Menschenskinner is das ne geile Kurve! Wir konnten uns gar nicht sattsehen an dem dunkelgrünen Wasser und den rostroten Felsen. Das ist für mich bis heute einer der schönsten Aussichtspunkte des Westens! Hier kann man ewig sitzen und "dem Wind lauschen", wie die Indianer sagen...  

Zurück in Page suchten wir was Eßbares für den Abend. Wären wir mal lieber erneut zum Mexikaner gegangen... Naja, der Hunger triebs rein, aber den Namen des Lokals hab ich mir zum Glück nicht gemerkt...  
Im Zimmer überlegten wir, wohin wir denn nun fahren wollten. Wieder schlug die "unausgegorene" Route zu und wir wußten nicht so recht, wohin mit uns. Wir entschieden uns für den Bicentennial Highway und legten alle weitere Pläne erstmal ad acta...
 
  Tag 12

Nach einem "Sparfrühstück" (Free Coffee von der Rezep und Bagels aus dem Supermarkt) gings gemütlich über Kayenta Richtung Monument Valley. Unsere "Unsicherheit" bezüglich der Streckenführung hielt weiterhin an. Wir wußten nicht so recht, WOLLEN wir nochmals ins MV oder nicht? Hmmm... wir warfen erstmal einen Blick auf die Schmuckstände an der Kreuzung zum Visitor Center und fuhren dann bis fast an das Visitor Center ran. Dann hielten wir aber am rechten Straßenrand und kramten die Landkarte raus: reicht uns die Zeit bis hinauf nach Hanksville, wenn wir jetzt nochmal ins MV reinfahren? Noch wärend wir da standen, kam plötzlich ein Navajo auf einem Motorrad an unserem Wagen vorbei und raunzte uns an, wir sollten gefälligst abhauen und nicht am Straßenrand "parken". Na sowas, den hat wohl der Hafer gestochen, oder was? Das war das erste Mal daß ich einen derart unfreundlichen Indsmen erlebt habe......vor allem, WAS wollte der denn, wir störten doch niemand? Ich hab mit den Schultern gezuckt und auf die Landkarte gedeutet, da hat er wieder gemotzt: fahrt gefälligst hier weg oder geht in das MV rein, dies ist schließlich "private land". Aha! Darum gings also, wir sollten gefälligst bezahlen, wenn wir schon hier stehen und die oben Hälften der "Pümpel" des MV sehen können! Nicht zu fassen! Ich hab ihm gesagt, wir hätten uns verfahren und würden uns nur kurz auf der Landkarte orientieren und dann weiterfahren. Weiterfahren! Das war das Stichwort. Hätte der uns nicht so angeraunzt, hätten wir der Navajo Nation vielleicht das Eintrittsgeld beschert, aber so net! Also haben wir beschlossen, mal nach gegenüber zur Gouldings Lodge zu fahren, die wir beide noch nicht kannten und wo ich mal ein Foto gesehen hatte mit Wagenrädern. Gesagt - getan! Und hier ist das entsprechende "nachgeknipste" Foto

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Wir bummelten noch durch die Trading Post und besuchten (unvermeidlich) die Toiletten und dann brachen wir Richtung Bicentennial Highway auf. Es war eh schon Nachmittag geworden und wenn wir noch nach Hanksville wollten...

Wir hielten unt
erwegs mal kurz an den Goosenecks, aber die Sicht war diesmal nicht so prickelnd. Einige Meilen nach dem Abzweig zum Natural Bridges NM wurde die Landschaft dann immer interessanter und durch die tieferstehende Sonne auch sehr schön beleuchtet.

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In Hite schauten wir mal kurz unten auf den Campingplatz, aber da war tote Hose. KeinWunder, es war ja auch so gut wie kein Wasser da! Meine Güte, der Lake Powell ist vielleicht trocken geworden....  
Nun war es schon echt spät, hoffentlich kriegten wir noch ein Zimmer in Hanksville! Wie kann ein Tag mit soviel "Unausgegorenem" so schnell rum sein??? Bescheuert.... Nun ja, es hat natürlich zeitlich noch gereicht, wir haben noch ein nettes Zimmerchen im Whispering Sands ergattert und ich war echt froh, daß der Tag rum war. Meine Schulter machte mir unheimlich zu schaffen und ich hatte keine Schmerzmittel mehr, die wirkten. Ich war wirklich schon drauf und dran, zum Arzt zu gehen....
An dem Abend schaufelten wir uns bei Blondies gegenüber noch einen frischen Cheeseburger rein. *mjam*
 
Tag 13

Über Capitol Reef wollten wir nun Richtung Bryce Canyon runter. Nach einem kleinen Stopp an der Behunin Cabin und den Petroglyphen besuchten wir das Farmhouse, hielten ein Schwätzchen mit der netten Dame dort und probierten leckere Marmelade. Später gings in die Capitol Gorge, ein sehr imposante Schlucht mit hohen Felsen.
 
 
Da kommt man sich ganz klein vor! Am Ende schauten wir noch bei den Goosenecks vorbei und dann war doch tatsächlich der Tag schon wieder rum! Wir gurkten noch bis Boulder runter, wo wir eine Unterkunft fanden...
 
Tag 14

Au au au, es wurde immer schlimmer mit der Schulter. Ich hatte kaum geschlafen ... aber wenn ich heute schon das gewußt hätte, was ich 2 Tage später erfuhr...  
Nun, heute sollte zum ersten Mal der Kodachrome Basin SP dran glauben. Den hatten wir bisher immer "links" liegen lassen. Am späten Vormittag passierten wir die "Fee-Box" und hinterlegten in einem Umschlag die Eintrittsgebühr von 6 Dollar. Wir folgten der Parkstraße bis zu einem riesigen Monolithen, dem Chimney Rock, den wir erstmal von allen Seiten ablichteten. Später fuhren wir Richtung Grand Parade und am Ende machten wir den einfachen Spaziergang von ca. einer Meile zum Shakespeare Arch.
 
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Chimney Rock

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Grand Parade

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Shakespeare Arch

Der erste Eindruck des Parks war gar nicht übel, da wir aber unbedingt noch zum Bryce Canyon weiter wollten, beließen wir es bei dem Gesehenen und wandten uns zum Auto...

Zuerst sicherten wir uns in Tropic ein Motelzimmer (warum auch immer, wir hätten eigentlich auch zum Rubys Inn gekonnt, aber wahrscheinlich sollte es so sein... meine Schulter hat es mir jedenfalls "gedankt"...). Danach flitzen wir zum Bryce Canyon Visitor Center, um uns noch über den Zustand des Navajo Loop zu informieren, den wir "im Auge" hatten und dann fuhren wir zum Sunset Point. Hier ist der Ausgangspunkt (und auch das Ziel) des kurzen aber steilen Navajo Loop. Ich war bis dahin noch nie unten im Bryce Canyon und da ich ja nun doch ein paar kli
tzekleine Pfündchen mehr mit mir rumschleppe, war ich mir nicht sicher, welchen Trail ich schaffen könnte. Daher haben wir uns diesen kurzen ausgesucht. Der Ranger hatte mir ebenfalls Navajo Loop oder Queens Garden Trail empfohlen und so war die Entscheidung leicht. Wir schnürten unsere Trekkingschuhe und schnallten die Rucksäcke auf, ich schnappte mir noch meine Wanderstöcke - und dann gings los. Immer schön laaaangsam und gemäääächlich - wie die Schweizer... 

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Es war ein wundervoller Nachmittag! Die Wanderung war zwar etwas anstrengend für mich, aber sie war superschön. Uns war beiden vorher gar nicht bewußt gewesen, wieviel Bäume im BC standen! Die sieht man eben vom Rim aus nicht richtig... Nach 2 Stunden standen wir wieder oben am Sunset Point, ich schnaufend und prustend wie ne Dampflokomotive, und genossen die untergehende Sonne und die sich verfärbenden Hoodoo-Spitzen...

Morgen... Morgen sollte es "passieren", meine "Erl
ösung"...
 
 Tag 15
 
Nach einer weiteren schmerzreichen Nacht ohne Schmerzmittel hatten wir beschlossen, nun direkt nach Las Vegas zu fahren, damit ich zum Arzt gehen könnte. Hier oben gab es ja nix...
Wir frühstückten nebenan sehr lecker mit schönen Eggs over easy und Hash Browns und gingen dann zum Auto rüber. Mannomann, was war das heute windig! Heute war ich mal wieder "Fahrer". Ich stieg ein und wollte grade nach der Autotür greifen, um sie zu schließen - DA PASSIERTE ES..... Ich hatte mich noch nicht ganz zur Tür rumgedreht, mein Ellenbogen zeigte zur Tür, als plötzlich ein heftiger Windstoß die Tür zuschlug - und mir volle Lotte gegen den Ellenbogen! ***WHAM*** Ich hatte das Gefühl, daß mir der Ellenbogen bis nach oben ins Gehirn geschoben wird und hab einen "Urschrei" losgelassen, bei dem Regina fast wieder aus dem Auto fiel! Scheiße, waren DAS Schmerzen! Das tat so weh, daß ich ein paar Minuten richtig gezittert hab am ganzen Leib. Regina war schon ganz blaß vor Schreck und hielt mir die Wasserflasche hin, weil mir kurz schwarz vor Augen wurde... Nach ein paar Schlucken gings dann wieder, das Pochen im Arm und in der Schulter ließ wieder etwas nach und begab sich auf das in den letzten Tagen gewohnte "Schmerzniveau". Mist, mußte ausgerechnet auch das jetzt noch passieren? Tat mir die Schulter nicht schon genug weh? *grmpf* Naja, es half alles nix, ein paar Minuten später zuckelten wir Richtung Bryce Canyon. Wir wollten wenigstens nochmal 1-2 Viewpoints anfahren, ehe wir bis Vegas durchfuhren. Aber es kam alles gaaaaanz anders.....  


Im Bryce Canyon fuhren wir bis Rainbow Point runter. Dort angekommen stieg ich aus dem Auto und merkte plötzlich - gar nix! Ich sagte nur zu Regina: Ich merk meine Schulter nicht mehr! Regina: Wie? Was meinst du damit? Ich: Ei ja, die Schmerzen sein weg. Einfach weg. Wie aufgelöst....

Tja, soviel zur Diagnose meines Arztes, ich hätte eine "Entzündung" in der Schulter. Anscheinend war es eine Verrenkung oder es war was verklemmt, keine Ahnung. Aber durch den heftigen Schlag mit der Autotür hat sich genau diese Verrenkung wohl gelöst - und mich schlagartig innerhalb einer halben Stunde von allen Schmerzen befreit! Eine "Entzündung" läßt sich auf diese Weise wohl kaum beheben. Hammer, nä? Da fahr ich 14 Tage durch den Westen und hau mir die Pillen kiloweise rein - und dabei hätt ich mich nur mal mit Schmackes gegen ne Wand werfen müssen!  
So, und nun hatten wir wieder unser "Streckenproblem"... Nun brauchen wir ja nicht gleich nach Vegas. Was machen wir denn nun?  
 
Okay, dann schauen wir uns doch mal das North Rim des Grand Canyon an. Stand zwar nicht auf dem ursprünglichen Plan, aber das kannte Regina noch nicht, da paßte das schon. Und Zeit hatten wir ja jetzt wieder...  

Wir liefen noch an dem ein oder anderen Viewpoint des BC rum und wandten uns dann nach Kanab. Dort wollten wir uns eine Bleibe suchen und landeten im Super8. Da noch genügend Zeit war, fuhren wir kurzentschlossen noch ein bißchen den Highway 9 durch den Zion...

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Jetzt konnten wir BEIDE den Urlaub wieder mehr genießen! Uff, was war ich froh - und Regina nicht weniger. Das war aber auch verkorkst dieses Jahr...  
Zurück in Kanab suchten wir uns was zum futtern und landeten bei einem Chinesen. War auch ganz okay. Zur Belohnung gab es noch ein Bud auf dem Zimmer - und diese Nacht hab ich endlich mal wieder durchgeschlafen... 
 Tag 16

Nach einem free Coffee von der Rezep und einem leckeren "All-American-Breakfast" danach fuhren wir über die ALT 89 nach Jacob Lake. Hier haben wir gleich mal die Tanke besucht, weil wir das in Kanab vergessen hatten. Bei der Gelegenheit hat mein Reginchen das Frühstück zum "Klo getragen".  

Dann gings weiter den langen Anfahrtsweg hinüber bis zum North Rim des Grand Canyon. Mich erinnert 
diese Strecke ja immer ein wenig an den Schwarzwald. Langezogene Wiesenhänge, dichte Wälder und wenn man Glück hat, ein paar Hirsche davor...  

Das North Rim ist weit weniger touristisch als das South Rim, dafür aber "rustikaler". Jedenfalls wirkt es so auf mich. Die Anfahrten zu den Viewpoints sind doch etwas länger als am South Rim, aber dafür "wow"....

Binchen auf dem Bright Angel Trail, an der für Höhe
nängstliche untauglichsten Stelle des Trails, denn hier geht es zu beiden Seiten steil bergab im "freien Fall"... 

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Point Imperial...

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...und Cape Royal (hier gefiel es mir am besten)


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Nach einigen Stunden und viel Knipserei passierte dann ausgerechnet noch für mich der Super-GAU: meine Kamera ging nicht mehr! *KREISCH* Das darf doch nicht wahr sein! Nix bewegte sich mehr, kein Filmtransport, nix. SCHEI.....benkleister!!! Nicht auch das noch, was war denn das für ein Urlaub dieses Jahr? *grmpf*  

Nun, da half alles Jammern nicht. Es waren ja ohnehin nur noch wenige Tage bis zum Rückflug, also mußte Reginas Kamera jetzt "doppelte Arbeit" leisten. Damals waren das ja noch Dias und damit wir die Bilder nicht zuhause nachmachen mußten, knipsten wir alles gleich zweimal. Filmrollen hatte ich ja genug dabei...  

Wir tuckerten am späten Nachmittag (nach einem kurzen Zwischenstopp in Cameron > ein lecker Navajo Taco MUSSTE 
einfach sein!) bis nach Flagstaff runter und suchten uns da ein Zimmerchen. Es wurde schon langsam dunkel und irgendwie hatten wir Pech, denn die beiden ersten angefahrenen Motels waren bereits ausgebucht. Dann hielten wir an einem kleineren "No Name Motel" und wurden vom Inhaber, ein Pakistani, freundlichst begrüßt. Da wir zwei "Ladies" wären, würde er uns das "beste und sicherste" Zimmer geben. Okaaaay.... Der Preis war in Ordnung und da es schon spät war, haben wir nicht lange gefackelt. Hätten wir mal tun sollen.... Wir fahren an das hintere Gebäude zu unserem "sicheren" Zimmer. Hm, der Eingang lag im pechschwarzen Dunkel, keine Laterne in der Nähe... okaaaaay.... Das Zimmer war soweit okay, es war sauber, aber sehr verwohnt. Gut, wir haben schon schlimmeres erlebt. Also alles ausgeladen und ein bißchen frisch gemacht, danach noch was essen gegangen. Als wir dann wieder zurück im Zimmer waren und hinter uns die Tür abschließen wollten - äääh, wieso geht denn das nicht??? Nicht zu fassen, von außen konnte man abschließen, aber von innen NICHT! Wie war das mit dem "sicheren" Zimmer? Ich zur Rezep rübergetigert - keiner mehr da. Es war ja auch schon 22h, da schlafen so kleine Motelbesitzer gewöhnlich. Ja was machen wir denn nun? Ach was, nicht lang rumgezottelt, selbst ist die Frau! Wir mobilisierten unsere Kräfte und schoben die Kommode vor die Tür! Immerhin, die hat gehalten. Da wär so schnell keiner reingekommen, hihihi.....  
 
Na dann mal "süße Träume"..... 
 
Tag 17

(hm, ich weiß nicht so recht, ob ich nicht vielleicht eine Nacht irgendwo "unterschlagen" hab. Irgendwie müßten wir schon einen Tag weiter gewesen sein.... *tüdülüüüü* - naja, was soll's...)


Flagstaff haben wir am nächsten Morgen schnell hinter uns gelassen. Unsere Planung war echt für die Füße gewesen, wir waren viel zu schnell "fertig" und hätten uns unterwegs echt mehr Zeit nehmen können. Jetzt schon nach Vegas? Was sollten wir da so lange bis zum Abflug? Hmm, nach einiger Überlegung und Studium der Karten entschieden wir uns, Sedona einen Besuch abzustatten, da waren wir schon länger nicht mehr gewesen. Bei der Gelegenheit könnte man ja auch mal in die Berge fahren nach Jerome, dem Minenstädtchen, das wir noch nicht kannten. Unterwegs sahen wir das Schild zum Slide Rock State Park. Keine Ahnung, was man da sehen kann (über den hatten wir uns nicht informiert, weil der eigentlich gar nicht auf der ursprünglichen Route lag). Egal, Hauptsache mal was neues gesehen. Also haben wir die 3 Dollar Eintritt gezahlt und unser Wägelchen auf dem Parkplatz abgestellt.

Mal davon abgesehen, daß die Landschaft wirklich schön ist, gibt es in dem Park eigentlich nix weiter zu tun als spazieren zu gehen und zu - - - schwimmen!

Die sind doch echt in voller Montur dort durch den Kanal geschlittert! (ahaaaaa, deswegen also "Slide"...) Hammerhart, das Wasser war aaaaarschkalt! Mir sind da schon die Füße alleine drin erfroren! Das Wasser kommt aus den Bergen und es war ja erst Anfang Mai.... Wenn's schee mescht...

In Sedona haben wir erstmal ein Café gesucht. Mannometer, was das VOLL dort! Ich meine nicht nur im Café, auch ganz Sedona war ein Ameisenhaufen! Schrecklich, ich mag ja so Touristenansammlungen überhaupt nicht.... Immerhin gab es einiges zu gucken in den vielen Lädchen und einen einigermaßen gescheiten Kaffee haben wir auch gekriegt...  

Etwas außerhalb von Sedona trafen wir an einem Parkplatz auf mehrere Indianerschmuckstände. DAS konnten wir uns doch nicht entgehen lassen! Aber die Preise waren doch ziemlich gesalzen. Das lag wohl daran, daß das nicht nur "einfache" Indianer waren. Im Gespräch mit einer Frau so um die 30 stellte sich heraus, daß sie studierte Schmuckdesignerin war. Sie war eine Navajo und hatte das Schmiedehandwerk von der pike auf in San Francisco gelernt. Das hat man auch an ihren Schmuckstücken gesehen, die waren absolut traumhaft!!! Regina war total verliebt in einen großen Ring mit einem oval geschliffenen Hämatit (Cabouchon nennt man das wohl). Ein tolles Teil, aber über 80 Dollar? (Damals war der Dollarkurs zum Euro sehr ungünstig) Wir haben uns bestimmt eine Stunde lang noch bei den Ständen rumgedrückt und Regina stand immer wieder vor diesem Ring, war aber dann letztendlich doch zu geizig, um das Geld auszugeben. Und was war das Ende vom Lied? Auch noch nach Jahren krieg ich heute immer wieder mal zu hören: "hätt ich mir doch den Ring damals gekauft!!!" DAS muss LIEBE sein!  

Danach gings weiter in die Berge. Wir wollten uns Jerome anschauen und stellten uns etwas ähnliches wie Silverton (gesehen ein paar Jahre vorher) darunter vor. Sind ja beides Minenstädte. Die Häuser fand ich dann aber in Jerome noch schöner und der Ort lag auch idyllischer im Hang verstreut. Sehr schön! Und obendrein hatten wir das Glück, daß an diesem Tag irgendeine Feier stattfand (ein Jahrestag oder so) und wir in den Genuß von Pferdekutschen und alten Autos kamen! Das war doch mal nett!


An dem Tag ging es dann noch bis Kingman, wo wir uns eine Bleibe suchten. Unterwegs schauten wir kurz noch bei Seligman rein...

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Tag 18-20

Die letzten Tage bis zum Abflug verbrachten wir in Las Vegas. Wir gönnten uns ein Zimmer im frisch renovierten Tuscany Inn & Suites abseits des Strips mit Wohnzimmer, Küchenzeile und extra Schlafzimmer. Das war mal echt nett...  

Da mein Fotoapparat ja leider die Grätsche gemacht hatte und auch Regina keine Lust hatte, ihre Kamera mit herumzuschleppen, gibt es von den letzten Tagen keine vielen Fotos mehr. Wir besuchten unsere Lieblingshotels, u.a. wiederholt den Stratosphere Tower und außerdem das Planet Hollywood, das damals noch Aladdin hieß.


Ansonsten machten wir auf "gemütlich". Der Urlaub war dieses Mal irgendwie anstrengend gewesen und wir stellten beide fest, daß wir zukünftig nicht mehr so viel fahren wollen... 2007 sollte es dann ja auch schon besser werden diesbezüglich... 

THE END