Scenic Byways of the Southwest

Vorweg ein paar Grundinfos: Wir waren 14 Tage unterwegs, haben in dieser Zeit 2375 Meilen verfahren. Keine Autopannen (ein Glück!) mit unserem Jeep Grand Cherokee, dafür (fast) jeden Tag getankt mit einem Durchschnittsgallonenpreis von etwa 3,15 Dollar. Der Hotel/Moteldurchschnittszimmerpreis lag bei ca. 70 Dollar, hätte aber durchaus günstiger sein können. Jedoch aufgrund des guten Dollar/Eurokurses haben wir nicht soooo nachdrücklich nach günstigen Motels gesucht... Geleistet hab ich mir außerdem ein Messer (aus Achat und Horn für meine indianische Sammlung), einen Zuni-Anhänger ("Thunderbird") aus Sterlingsilber mit Inlays aus Türkisen, Perlmutt, Koralle und Onyx sowie 2 grandiose (!) Helicopterflüge (Grand Canyon und Las Vegas). Das waren praktisch meine "Sonderausgaben". Der Rest bestand aus Futtern, Schlafen und Tanken.... Ich habe die Tagesetappen zum besseren Verständnis abwechselnd orange und rosa eingezeichnet. Jetzt aber Schluß mit dem Gelaber. Hier der Bericht zum ersten Tag... Montag, 22.10.07: Ankunft in Las Vegas Nach einem ruhigen und langen Flug landeten wir in Atlanta und mußten dort erstmal durchs Immigration Office. Toll! Egal, wo wir uns anstellten, wir standen immer in der längsten Schlange, sprich jedes Mal war ein Problemfall vor uns, bei dem es ewig dauerte. Schließlich waren wir die letzten unserer Maschine (!) die durch das Office durften. *grmpf* Das fing ja gut an.... Naja, dafür brauchten wir dann nicht lange auf den Weiterflug zu warten. Der Start allerdings dauerte, denn unsere Maschine war nicht die einzige, die starten wollte... Beim Weiterflug hatten wir (wie eigentlich immer) fast wolkenlose Sicht hinunter auf das Land unter uns. Beim Flug über die Rocky Mountains stellte ich fest, dass diese für die jetzige Jahreszeit erschreckend grün waren... Endlich wieder "zu Hause"!!! Unsere Maschine der Delta Airlines landete recht pünktlich um 17.30h Ortszeit bei herrlichem Wetter und beim Sonnenuntergang. Traumhaft! Immer noch die kleine Digicam in der Hand, mit der ich den Flug über geknipst hatte (die grosse ist mir da zu unhandlich) hab ich mein erstes Las Vegas-Bild gemacht... Mit dem Shuttle gings in rasanter Fahrt (meine Güte, ist die Busfahrerin dicht aufgefahren...) zum Rental Car Center in der George Crocket Road. Schnell waren wir an einem Schalter - und dann kam die nächste Schererei... Die Dame am Schalter erklärte uns, dass der erste Zusatzfahrer NICHT inklusive sei. Wir sind natürlich aus allen Wolken gefallen, da es in den (deutschen) Unterlagen ja eigentlich vermerkt war und meine Kusine mit Alamo in Großbritannien im Frühjahr die gleiche Erfahrung gemacht hatte. Es war nur nicht nochmal explizid auf dem Voucher vermerkt, so wie es Alamo jetzt haben will. Suuuuper - ich war begeistert und hab angefangen zu diskutieren, denn irgendwie sah ich es gar nicht ein, dass mein Reiseveranstalter das so angibt und Alamo das nun nicht akzeptieren wollte. Nix da! Nach einigem Hin und Her hieß es plötzlich, die Regelung gäbe es erst seit 01.10.2007. Okay, aber MEIN Voucher war schon VORHER ausgestellt! Scheinbar hat sie gemerkt, dass wir nicht locker lassen, jedenfalls sagte sie dann, dass sie "ausnahmsweise" den Zusatzfahrer kostenfrei drin lassen würde. Wie gnädig... Jetzt bin ich mal gespannt, ob noch was nachkommt. Die bisherige Abbuchung von Alamo bezieht sich allerdings nur auf die erste Tankfüllung, die man bezahlen muss (auch hier hat sich das insofern geändert, dass man KEIN Wahlrecht mehr hat). Der Preis für die Tankfüllung war fair und nicht überteuert und wir haben den Wagen auch wirklich fast leer zurückgebracht. Beim Abholen dann der nächste "Nervenkrieg". Wir bekamen zuerst einen Toyota (von wegen in Las Vegas gäbe es nur Equinox [unsere gebuchte Kategorie] - es war KEIN EINZIGER da!!!). Der Toyota sah leicht ramponiert aus (viele Kratzer und auch Dellen) - aber okay, sonst war alles drin und dran (Werkzeug und Ersatzrad). Wir alles reingeladen und zum Ausgangs-Check gefahren. Der nette ältere Herr guckte die Papiere durch, guckte das Auto an und meinte dann: "sorry but this is not a car for you." Hä? Er hat so einiges in seinen Bart gebrummelt aber wir wurden nicht recht schlau draus. War sowas wie, der müsse nochmal durchgecheckt werden, oder so. Was soll's... Er hat was neben drauf gemalt mit Kreide und dann sind wir wieder zu dem anderen Typen zurück. Hmmm, nächstes Problem: mittlerweile waren gar keine SUV der mittleren Kategorie mehr da! Klar, die Leute waren alle aus dem Flieger aus und hatten ihr Autos geholt. Na klasse... Er hat uns dann ein Upgrade gegeben auf irgend einen RIESIGEN 4WD. Ich weiß schon gar nicht mehr, was das für ne Marke war. Ich weiß nur, dass meine Kusine auf dem Beifahrersitz immer kleiner wurde und nach 3 Metern mit dem Auto sagte: das geht nicht, der ist viel zu riesig, mit dem kann ich nicht fahren! So, JETZT war ich "leicht" genervt - ich wollte endlich in die City, was einkaufen und dann ins Hotel! Okaaaay, also ein drittes Mal zu dem Typ gelaufen, der jetzt leicht ins Schwitzen geriet. Tja, wir müssten dann wohl warten, denn es wäre alle Auto noch beim Checken... Suuuuper... Ha! In dem Moment kam "unser" Auto rein: ein dunkelroter Jeep Grand Cherokee, gleiche Größe wie zuerst der Toyota. DEN durften wir dann gleich nehmen. Regina zufrieden, ich zufrieden und der Typ (nachdem ich ihm 2 Dollar Trinkgeld für seine "patience" zugesteckt hatte) auch... Und nun nix wie weg!!! Nachdem wir uns mit mehreren Wassergallonen und etwas Obst eingedeckt hatten, gings zu unserem altbekannten Hotel Best Western Mardi Gras in der Paradise Road. Wie immer hatten wir ein tolles Zimmer, haben erstmal unseren ganzen Kram neu sortiert für die Weiterfahrt am nächsten Morgen (Wanderschuhe, Wanderstöcke, Jacken und Mützen ins Auto...) und sind gegen 21h ins Bett gefallen... Fortsetzung folgt... Dienstag, 23.10.2007: Las Vegas - Kanab Um sechs Uhr war die Nacht zu Ende (eigentlich schon früher, wir haben uns halt noch im Bett rumgedrückt...), schnell geduscht, gepackt, ausgecheckt und kurz vor 7.30h saßen wir beim Frühstücksbuffet im Stratosphere Tower und ließen es uns schmecken. Dann gings los! Unterwegs haben wir auf Reginas Wunsch hin noch an einer Bank Halt gemacht, weil sie Bargeld holen wollte. Großer Fehler! Wie wir in Charlotte bei meinem Bruder später festgestellt haben, war dieser Bankautomat wohl manipuliert und jemand hat 500 Dollar von ihrem Konto abgehoben. Zum Glück nicht mehr! Sie hat noch von den USA aus mit ihrer Bank gesprochen. Nach einer Betrugsanzeige bei der Polizei kriegt sie ihr Geld zurück... Da wir das aber zu dem Zeitpunkt noch nicht wußten, fuhren wir gemütlich über den Lake Mead Blvd aus Las Vegas hinaus ..... und entlang des Lake Mead Richtung Valley of Fire SP. So langsam wandelten sich die grauen und braunen Berge ringsum in rote und gelbe, so dass wir zum ersten Mal für ein paar Fotos anhielten und dabei auch mal unser Autochen knipsten Einen ersten längeren Stop machten wir dann an den "Red Stones". Hier haben wir unsere erste große Fotosession gemacht...Immerhin hat meine Kusine auch so an die 3000 Bilder im Urlaub gemacht... Ja, und dann kam unsere erstes Reise-Highlight: das Valley of Fire. Ich war jetzt schon das dritte Mal dort und ich finde es immer wieder faszinierend. Zuerst sind wir den "Seven Sisters" begegnet und haben dort ein paar nette Ground Squirrels erwischt Herrlich finde ich auch immer die Rainbow Vista. Einfach fantastisch, diese Farben! Es ist halt nur schade, dass man das nicht so recht auf ein Foto bannen kann. Das Auge kann halt doch wesentlich mehr Farbnuancen wahrnehmen. Daher kann ich trotz aller Knipserei jedem nur raten, sich die Landschaft gut einzuprägen, denn real ist sie noch tausendmal schöner! Die Wanderung an den White Domes wollten wir zwar eigentlich machen, aber es war grade Mittagszeit und schweinisch heiss! Nach ein paar Metern haben wir aufgegeben, wir wollten nicht gleich einen Hitzschlag haben... Dafür wurden wir dann am Silica Dome mit einem kleinen Schauspiel belohnt. Es war gerade eine Reisegruppe unter indianischer Führung dort und der Reiseführer blies grade ein "Ständchen" auf einem echten Horn in die Landschaft. Hat herrlich geschallt... Danach ging's dann weiter zum I-15 und ab dort schnurstracks nach Norden durch. Immerhin hatten wir uns ganz schön aufgehalten im VoF und mußten noch bis Kanab (wichtig für den nächsten Tag). Also haben wir die Höchstgeschwindigkeit ausgenutzt und sind bis Hurricane durchgebrettert. Ursprünglich hatten wir ja den Snow Canyon SP auf dem Plan, aber da das dann mit den permits für die Wave kurzfristig geklappt hatte, habe ich die Route umgestellt und an das permit-Datum angepaßt. Wir hätten natürlich auch das VoF weglassen können, aber wir haben uns dann doch dafür entschieden, statt dessen lieber den uns noch unbekannten Snow Canyon wegzulassen...
Herrlich war es im Zion! Hier haben wir den ersten Hauch von Indian Summer zu spüren bekommen. Das war toll! Leider war der Sunset recht früh und nicht alle Berge innerhalb des Zion waren noch schön beleuchtet. Bis wir an die Checkerbord Mesa kamen, lag die leider schon teilweise im Schatten... (zumal wir Deppen zuerst dran vorbeigefahren sind und nochmal drehen mußten... Dafür stand aber auch der Mond schon prächtig am Himmel, der uns die ersten Tage ohnehin begleitet hat, da er sich zum Vollmond rundete. Auf jeden Fall war das ein schöner Abschluß des Tages! In Kanab kurz nach 18h angekommen, suchten wir das Super8 auf. Dabei stellten wir fest, dass wir genau in diesem schon einmal früher übernachtet hatten...  Nach einem leckeren Essen in einem kleinen Diner und einem kurzen Einkauf für den nächsten Tag gingen wir zeitig schlafen, denn am nächsten Morgen mußten wir um 4.30h aufstehen, denn ein weiteres großes Highlight stand auf dem Programm - die Wahweap Hoodoos. Ob das alles so geklappt hat - das erfahrt ihr dann im nächsten Bericht... Fortsetzung folgt... Mittwoch, 24.10.2007: Kanab - Bryce Canyon Um 4.30h sind wir aus dem Bett gefallen...... so früh bin ich noch NIE im Urlaub aufgestanden. Aber was tut man nicht alles, wenn man die Wahweap Hoodoos sehen will, seufz! Um es vorweg zu nehmen: wir waren trotzdem schon zu spät dran! Warum, das seht ihr gleich... Unser Super8 hatte doch tatsächlich schon ab 5h vorne ein kleines Continentel Breakfast stehen (ich nehm mal an, die Tussie ist hinterher wieder ins Bett gekrochen, denn es war keiner am Empfang zu sehen...). Nach einem leckeren dünnen amerikanischen Kaffee und sagenhaft gutem Vollkornbrot (!) mit Cream Cheese und Jelly machten wir uns auf die Socken, denn die Fahrt bis zum Beginn der Cottonwood Canyon Road sollte noch rund eine Stunde dauern. Zwischenzeitlich ging dann auch die Sonne auf und wir machten noch einen kleinen Stop am Trailhead zum Toadstool Hoodoo (wollten wir ursprünglich später noch machen, wurde aber nix...) und bald darauf bogen wir auf die CCR ein.
Die Abzweigung auf die BLM 431 war schnell gefunden, ab da wurde die Straße etwas "hoppeliger", aber da alles staubtrocken war, ließ sich der Trail prima fahren. Wir hatten uns bewußt für die Variante entschlossen, bei der man bis an den nördlichen Teil des Wahweap Creek heranfahren kann, denn dann muss man nicht so weit laufen. Wir haben zwar den Weg ohne größere Fahrfehler gefunden, aber wir mußten des öfteren an Abzweigungen überlegen, wo's nun lang geht. Anhand der Beschreibung von "Lala" haben wir uns aber zurecht gefunden. Einziger "Verfahrer" passierte uns an der Abzweigung zur Brigham Plains Road, die wir gar nicht als Abzweigung erkannten sondern als die weiterzufahrende Strecke. Mir war allerdings aus diversen Berichten bekannt, dass die BPR in recht schlechtem Zustand ist - und das bestätigte sich bereits nach wenigen hundert Metern. Nee, so wie DAS aussah, waren wir hier falsch. Also wieder gedreht und zurück zu dem Wash, an dem eine kleine Sandpiste abzweigte. Und genau DIE mußten wir nehmen... Nach diversen "interessanten" Passagen, in denen sich unser Jeep sehr gut bewährte, langten wir endlich am Wahweap Creek bzw Wash an. Und was sahen wir da??? Da stand doch tatsächlich ein stinknormaler PKW!  Es ist mir heute noch schleierhaft, wie der die diversen tiefen Senken ohne Unterbodenschaden überstanden hat... Aber naja, da war halt ein Mann am Steuer... Der hat sich wohl gesagt, nix da, hier komm ich, hihihi! Armes Auto.... In diesem breiten Wash, der auch stellenweise noch Pfützen hatte, ging es nun eine knappe halbe Stunde nach Süden, immer die Sonne auf dem linken Ohr. Wenn man genau hinschaut, erkennt man auf dem Bild gaaaaanz weit hinten eine weiße Wand. Dort um die Ecke waren die Hoodoos zu finden. Was allerdings etwas schwerer zu finden war, war ein geeigneter Ausstieg aus dem Wash, denn der hatte dort recht hohe Wände und sehr viel Dickicht und wir mußten uns durch diverse Hecken "bohren. Da waren sie nun - die Wahweap Hoodoos! Ein schöner, aber leider auch betrüblicher Anblick, denn obwohl es erst 9.30h war, standen große Teile der Hoodoos in allen 3 Tälern bereits im Schatten! Mist!  
Ausgerechnet der schönste der Hoodoos, der "White Ghost" stand natürlich auch im Schatten. Aber gut, da mußten wir jetzt durch. Es gelangen trotzdem noch ein paar gute Fotos... Es hat trotzdem viel Spaß gemacht, dort herumzuklettern. Außer uns war nur noch das andere Pärchen anwesend, das mit dem PKW kam. Auf dem Rückweg kamen uns dann noch 2 Herren entgegen, die wohl auch zu den Hoodoos wollten. Also ich muss sagen, den Rückweg haben wir echt gemerkt. Die Sonne brannte heftig und weit und breit so gut wie kein Schatten außer an ein paar kleinen Sträuchern. Puh!  Wir waren froh, daß wir nur ne halbe Stunde zum Auto brauchten... Auf dem Rückweg zur CCR kamen wir dann wieder an diesen schönen, hoppeligen Wash. Hat echt Spaß gemacht, diese Strecke zu fahren! (Da ahnten wir auch noch nicht, was uns auf einem späteren Trail so alles erwartete.... Zurück auf der CCR folgten wir diesen nach Norden entlang der Cockscomb und wunderschönen Streckenabschnitten. Und hier war sogar richtig "Verkehr": es kamen uns ungefähr 10 Autos entgegen... Hier ein paar Fotos entlang der CCR: Unser schönes Auto! DAS sah vielleicht aus, nach diesem staubigen Tag! Nach einem Abstecher zum Grosvenor Arch (auf dem Klo des kleinen Rastplatzes war Hochbetrieb! Es waren gleich 3 Autos mit zusammen 10 Leuten dort...) und einer nassen Washdurchfahrt hatten wir endlich wieder Asphalt unter den Reifen...
Jetzt ging es schnurstracks zum Bryce Canyon, denn wir wollten in der Bryce View Lodge nächtigen. Tatsächlich war die Lodge um einiges günstiger als der Ruby's Inn gegenüber. Nachdem wir unser nettes Zimmer bezogen und von der Dame ein paar Infos bezüglich Sunrise und Sunset erhalten hatten, tigerten wir noch in den Park zum Visitor Center, um uns die beste Stelle für den morgigen Sunrise sagen zu lassen und ein paar Postkarten zu kaufen. Da die Sonne schon am untergehen war, flitzten wir noch schnell zum Inspiration Point, in der Hoffnung auf ein gutes Foto. 
Dann war die Sonne schnell weg und wir genehmigten uns ein Buffet im Restaurant des Ruby's Inn. Naja, ich muss sagen, da gibt's bessere Buffets! War wirklich nicht der Reisser für das Geld (um die 16 Dollar), aber es war dann doch die günstigere Wahl, denn ein A-la-carte-Essen hätte fast 20 gekostet!
So klang unser toller Tag geruhsam aus... Fortsetzung folgt... Donnerstag, 25.10.2007: Bryce Canyon - Escalante Da wir heute den Sunrise am Bryce Point erleben und danach eine Wanderung machen wollten, war mal wieder früh aufstehen angesagt. Naja, immerhin hat der Oktober den Vorteil, dass der Sunrise etwas später ist.  Um 6.30h war's noch dunkle Nacht draussen, als wir vor dem Canyon Diner auf Einlass warteten...
Wenn man lange genug wartet, erwischt man IMMER die Bratwurst mit Sauerkraut, hihihi..... Nach dem schlappen Frühstückssandwich und einem Kurzbesuch des Restrooms ging's dann an den Bryce Point, wo sich doch tatsächlich schon einige andere Fotografen in der "Frischluft" tummelten. Mannomann, hatten die teilweise Apparate und Technik dabei, huiiii! *neidischguck* DIIIIE Fotos hätt ich ja gern mal gesehen! Lange mußten wir warten, bis sich endlich die Sonne blicken ließ...
...und dann ging's los mit dem "Alpenglühen"... Nach dem erfrischenden Sonnenbad am Morgen düsten wir schnell noch zur Natural Bridge, denn die wollte ich unbedingt knipsen... ...und dann erst nochmal ins Visitor Center zum Aufwärmen und "restroomen". Danach wurden die Rucksäcke gepackt und Wanderstöcke geschnappt und wir begannen unseren Abstieg in den Canyon (oder besser Talkessel) am Sunset Point, dem Trailhead des Navajo Loop. Der erste Pümpel der uns begegnete, war Thor's Hammer, der gleich am Anfang des Navajo Loop Trails steht. Ist immer wieder schön anzusehen, aber in der Morgensonne machte er sich doch echt prima...
Dann ging's die steile Rampe hinunter durch die Wall Street, die mich immer wieder fasziniert mit ihren hohen Wänden und für die ich bis heute noch kein Fotografier-Rezept gefunden habe, das "schmeckt".  Aber es ist herrlich und tief beeindruckend, zwischen diesen engen Wänden sich hindurchzuschlängeln bis auf den Boden des Talkessels. Dort unten erwartet den Wanderer dann die nächste Überraschung (zumindest den Erstbesucher), denn im Tal ist der Bryce Canyon sehr grün, was man von oben gar nicht so wahr nimmt!
Das Bild ist eigentlich harmlos, denn es gibt richtig Wald da unten... An der Kreuzung des Navajo Loop mit dem Queens Garden Trail nahmen wir dann den Abzweig zum Queens Garden, denn den kannten wir noch nicht. Wow, war das ne gute Entscheidung! Die letzte Stunde von den insgesamt knapp 3 Wanderstunden war die beindruckendste, die ich je im Bryce Canyon erlebt habe! Eine Stunde lang führt der Trail bergan mitten durch die vielen Pümpel (eigentlich ja Hoodoos, aber ich find Pümpel so witzig...  ) und durch schmale Felsgassen und kleine Felsentore, hinter denen man wunderbare Landschaft entdeckte und manchmal sogar "Men at work"...  Was ich da labere? Seht doch selbst...
Zum Abschluß noch ein Blick auf die Dame, die dem "Garten" ihren Namen gab: Queen Victoria. Der Aufstieg endete am Sunrise Point, wo ich mal wieder meinen Freund, den rennenden Baum ablichtete, der seit Jahr und Tag, sprich seit meinem ersten Besuch im Bryce Canyon NP vor 13 Jahren, Wind und Wetter getrotzt hat und immer noch an der selben Stelle steht, auch wenn man es kaum glauben möchte...
So, nun aber Mittagspause! Uff! Noch schnell am Rim entlang bis zum Parkplatz des Sunset Point zurückgelaufen, wo unser Auto stand und was gefuttert und gerestroomt (aber nur meine Kusine diesmal, die ohnehin bei Wetten daß...? mitmachen könnte unter dem Motto: ich erkenne alle Restrooms des Westens am Anblick der Klobrille  ).
Im Visitor Center haben wir uns dann nochmal nach Postkarten umgeschaut und uns dann auf den Weg zu unserem nächsten Ziel Escalante aufgemacht. 
Die Fahrt dorthin führt entlang des schönen Highway 12, der aber erst nahe Escalante spektakulär wird. Nach ein paar kleinen Fotostopps erreichten wir Escalante, wo wir erstmal die Straße rauf und runter fuhren zur Orientierung, was es so an Motels gab. Letztlich landeten wir im Prospector Inn und die nette Dame kochte uns gleich einen Kaffee, nachdem ich sie fragte, ob wir irgendwo im Ort einen solchen kriegen könnten. Nach einem ausgiebigen und netten Schwätzchen mit ihr und 2 großen Tassen Kaffee (mit Creamer, Milch gabs leider keine  ) bereiteten wir uns auf unser nachmittägliches (hoffentliches) Highlight vor: Devils Garden stand auf der Liste. Also Säckel gepackt und ins Auto geschwungen und ab ging die Düse raus aus Escalante und den Highway entlang bis zum Abzweig der HitRR...
Eine herrliche Sand- und Schotterpiste mit ausgiebigen Washboard-Passagen erwartete uns, wahas uhuns erherheblihich duhurchschühüttelte...  
Alles war bestens ausgeschildert und so konnte man auch die Abzweigung zum Devils Garden nicht verpassen. Nach der langen öden Strecke (ca. 11 Meilen ab Beginn der HitRR) waren wir wirklich überrascht, was da so um die kleine Picknickarea herumstand! Und die Uhrzeit hätte kaum besser sein können für schöne Fotos! Herrlich! In diesem "Garten" hätt ich genauso lange wandeln können wir bei der "Queen"! Aber seht und urteilt selbst....
Metate Arch Der Metate Arch ist wirklich einer der bezaubernsden Bögen die ich je gesehen habe! Der Devils Garden ist wirklich ein lohnender, nicht anstrengender und relativ kurzer Abstecher. Diese 1-2 Stunden sollte sich jeder gönnen, der in der Nähe vorbeifährt! Die Piste ist auch für normale PKW zumindest bis zum Abzweig Devils Garden gut zu fahren, nur das kleine Stück bis zum Parkplatz ist etwas holpriger, sollte aber trotzdem für einen PKW kein Problem darstellen. Ein einfach zu erreichender Platz, der es in sich hat!
Nach der Rückfahrt haben wir uns nebenan in der Gaststätte eine vegetarische Pizza geholt, die einfach sagenhaft gut war! Hab noch nie hier in Deutschland eine Pizza mit so frisch knackigem Gemüse gegessen. Oberlecker! Beim Warten auf unsere "Pizza to go" kamen wir noch mit 2 älteren Herren ins Gespräch, die (natürlich) auch schon mal in Deutschland waren. Klar.... und ich war schon auf dem Mond...  
Ja mei, und schon war es wieder kurz vor 21h - die Tage waren einfach rasant schnell vorbei. Von Tag zu Tag rutschte die Zeit schneller an uns vorüber... 
Fortsetzung folgt... Freitag, 26.10.2007: Escalante - Hanksville Heute früh haben wir mal ne Stunde länger geschlafen und dann genüßlich in einem typisch amerikanischen Coffeeshop unser Full American Breakfast zu uns genommen.
Schnell noch ein paar Kleinigkeiten gegenüber eingekauft und dann ging's auf unsere heutige Etappe, die uns über den Burr Trail führen sollte. Die Straße Richtung Boulder wird nach einigen Metern sehr schön, man kommt an hübsche Aussichtspunkte und kann sozusagen von oben einen Blick auf das Grand Staircase Escalante NM werfen.
Mitten in der Ortschaft Boulder zweigt dann der Burr Trail von der Hauptstraße ab. Dieser ist viele Meilen lang geteert und sehr gut zu fahren. Auch hier standen wieder viele leuchtend gelbe Bäume...
Nach ungefähr 10 Meilen (hab nicht auf den Tacho geschaut) senkt sich die Strasse hinab in den roten Long Canyon. Ein wirklich toller Canyon! Schade, dass die Lichtverhältnisse nicht so doll morgens sind, um innerhalb des Canyons schöne Fotos zu machen. Auch dort standen entlang des kleinen Baches wunderschön gelb gefärbte Bäume und Sträucher, eine wahre Augenweide! Ich muss sagen, dass mir diese Reisezeit Ende Oktober bisher am besten von all meinen Reisen gefallen hat!!!
Am Ende des Long Canyons fährt man über ein Cattle Grid und blickt in ein grosses Tal hinab. Ein fantastischer Anblick! Hier mussten wir einfach einen Stop einlegen...
Vorbei am Abzweig zum Wolverine Loop und nach vielen Meilen durch eine schöne Landschaft erreichten wir die Grenze zum Capitol Reef NP. Ab hier hatten wir nun wieder Sand- und Schotterpiste, die uns die nächsten paar Stunden begleiten sollte.
Es war mal ein ganz anderer Eindruck vom Capitol Reef NP. Von dieser Seite hatte ich den Park noch nie gesehen. Ich kenne, wie wohl die meisten, nur den nördlichen gut zugänglichen Teil. Einen herrlichen Anblick boten die Switchbacks hinunter in ein Tal, in dem wir uns für den weiteren Weg des heutigen Tages endlich mal entscheiden mussten. Wir waren uns nämlich immer noch unsicher, ob wir Richtung Bullfrog und dann mit Abstecher zu Little Egypt nach Hanksville fahren sollten oder lieber über die weitere Sandpiste der Notom Road direkt nach Norden. Nun, an der Kreuzung sollte die Entscheidung fallen. Aber erstmal genossen wir den herrlichen Talblick über die Switchbacks.
Übrigens ließ sich die Schotterpiste bisher sehr gut fahren und auch die Switchbacks war kein Problem. Ich möchte aber nicht wissen, wie man da runter kommt, wenn es regnet...  
Wir haben uns letztlich für die Notom Road entschieden und das war eine sehr gute Wahl! Einen Großteil der Strecke fuhren wir entlang der Waterpocket Fold. Ein überaus bunter Anblick!
Unterwegs trafen wir sogar auf Cowboys, teils in Jeeps und teils auf Pferden, die eine Rinderherde vor sich her trieben. Da wir uns ausgerechnet in dem Moment auf einer schön rutschigen Sandbank befanden, hatte ich leider leider nicht die Gelegenheit, meine Sony in die Hand zu nehmen (ich war mit Lenken beschäftigt) und meine Kusine war so von den Cowboys "fasziniert", dass sie das fotografieren vergaß.  Eine gutes Stück der Notom Road führt über privates Land. Hätt ich nicht gedacht. Wir kamen sogar an der Rinderfarm vorbei (wir oben auf dem Grat, die unten im Tal).
Nach einer trockenen Wash-Durchfahrt... ...gelangten wir wieder auf Asphalt und nach einige Meilen war die Hauptstraße erreicht. Wir entschlossen uns zu einem Abstecher in den Nordteil des Capitol Reef bis zum Visitor Center und wurden wieder einmal mit herrlich gelben Laubbäumen belohnt! Toll!
Wir waren heute recht zeitig dran, hätt ich nicht vermutet. Denn gerade der Burr Trail war für mich irgendwie schwer einzuschätzen. Aber wir sind mit unserem Wägelchen und bei dem superguten Straßenzustand flotter vorangekommen, als ich erwartet hatte. Nun gut, nach Hanksville war's nicht mehr so weit. Wir mieteten uns (mal wieder) im Whisperings Sands Motel ein und entschieden uns dann, heute noch ins Goblin Valley zu fahren. Meine Güte, dass sich diese Fahrt dann soooooo hinzog! Wir hatten das Goblin Valley irgendwie "näher" in Erinnerung... seufz! Aber immerhin, die Straße war super ausgebaut im Gegensatz zu damals. Der letzte Besuch dort ist ja auch schon wieder 9 Jahre her. Jaja, die Zeit vergeht...
Überraschenderweise steht da nun sogar ein Kassenhäuschen! Ups! Na, die haben aber ausgebaut... 1998 haben wir unser Geld noch in ein Kästchen am Parkplatz geworfen...
Wir waren jetzt genau richtig! Golden Hour - die Sonne schien golden vom Himmel, es war eine Wucht!
Ich weiß gar nicht so genau, wieviel Fotos ich gemacht hab, die kann man gar nicht alle aufzählen...  
Hier mal ein paar wenige aus dem schönen Goblin Valley:
Nach diesem einmalig schönen Spätnachmittag suchten wir noch flink den Weg zum Little Wildhorse Canyon, weil wir den vielleicht am nächsten Morgen besuchen wollten. Danach ging's zurück nach Hanksville und ab zu Blondie's, wo wir noch nen Burger verdrückten. 
Mit unseren letzten 2 Bierchen verzogen wir uns in unser gemütliches Zimmerchen und fielen bald in süße Träume...  

Fortsetzung folgt... Samstag, 27.10.2007: Hanksville - Moab Wir kamen heute gar nicht so recht aus den Federn. Anscheinend machten sich die letzten Tage frühen Aufstehens doch langsam bemerkbar. Jaja, wenn man erstmal über 40 ist....  Erst nach 8.30h waren wir bei Blondie's drüben zum frühstücken, da es aber Samstag morgen war und eine Menge Väter mit ihren Söhnen zum Biken und was weiß ich wollten, mußten wir ganz schön lange auf das Essen warten. Obendrein hat mir die gute Dame an der Bestellaufnahme das Essen gleich doppelt berechnet.  Naja, sie hat's gleich gemerkt und mich gefragt, ob es okay wäre, wenn sie mir das Geld in bar zurückgibt. Auch gut, Hauptsache die Kohle stimmt...  Nachdem wir bestimmt 35 Minuten gewartet hatten, kam dann endlich das Futter und schmeckte auch ganz ordentlich. Jetzt war's schon fast halb zehn, als wir uns endlich aufmachten. An den Little Wildhorse Canyon war eh nicht mehr zu denken...
Wir haben die Strecke runnergeroppt (kommt von hochdeutsch "herunter reissen" - für alle Nichthessen  ) und waren nach gut 2 Stunden endlich am Islands in the Sky - Visitor Center. Was mir (oder besser uns beiden) auf die Stimmung drückte, war das merkwürdige Wetter. Alles war irgendwie diesig. Man sah zwar die Sonne, aber der Himmel war mit einem hellen Schleier belegt. Das war schon blöd, aber was soll man machen. Solange es nicht regnete.....  
Im Visitor Center machte ich mich (solange mein Kusinchen telefonierte) bezüglich der Road Conditions des Shafer Trail kundig und bekam gleich zu hören, dass die Strasse (und WAS für eine!  ) zwar in "gutem" Zustand wäre (wenn DAS gut war, wie ist die dann bei schlechtem Wetter???), aber dass wir UNBEDINGT einen 4WD mit High Clearance bräuchten. Keeiiin Problem, hammer grad vorrätig.  
Zunächst sind wir aber mal ein paar Schritte zu dem Viewpoint gegenüber gelaufen...
..und später noch kurz an den Mesa Arch (da is aber Regina alleine hingelaufen, weil ich keinen Bock hatte - ich sach ja, das Wetter hat auf meine Laune gedrückt...)

 

..und an den Shafer Trail Viewpoint, von dem aus man schön auf die Switchbacks hinunterschauen konnte. Aber von oben sieht das ja völlig harmlos aus!

 

Und dann ging's los. Heute war "Regina-Fahrtag" (wir wechseln uns im Urlaub immer Tag um Tag ab) und die ahnte noch nicht, was ihr da gleich bevorstand! Ein bißchen gehoppelt hat's am Anfang - naja, das kannten wir ja schon. Aber dann kamen die Switchbacks! Erstmal ging es ganz schön steil da runter. Ich hab das erste Mal in diesem Urlaub von dem Handgriff neben der Windschutzscheibe Gebrauch gemacht! Uff! Dann kamen uns doch tatsächlich von unten RADFAHRER entgegen! Nee, ehrlich, wie man sich DAS antun kann??? Nix gegen Radfahren, aber ausgerechnet SO eine Piste??? Und dann noch bergauf??? Okaaaaay....


Und dann kam ein Schlagloch nach dem anderen. Aber wirklich SCHLAGLOCH im wahrsten Sinne des Wortes, die waren ordentlich. Es hat nur noch geschaukelt, Regina hatte in den ersten Gang runtergeschaltet, mehr ging auch gar nicht, hatte ganz verkniffene Gesichtszüge (aber jedesmal wenn ich sie knipsen wollte, mußte sie lachen. Mist!  ) und wir schaukelten uns mit vielleicht 1mph die Piste runter. Mei o Mei - ich spürte plötzlich Muskeln, wo ich noch nie welche hatte. Das war ja wie Hochleistungssport!  Aber es war voll fetzig! Najaaa, ICH mußte ja auch nicht fahren, hihihi......


Kaum hatten wir die Switchbacks hinter uns, meinte Regina: jetzt wird die Strasse besser. Von wegen!  Das war wohl ein Wunschtraum...  
Das einzige, was anders war: sie ging jetzt fast nur noch gradeaus...  
Und dann passierte das, was nur Frauen kennen und was auf so ner Strecke ohne Strauch und Baum leicht problematisch ist, zumal hier ein Verkehr war wie auf der A3 bei Frankfurt: die Blase drückte - bei uns beiden! Na toll! Wir hatten höchstens ein Viertel der Piste hinter uns, die Schaukelei hat die Blase geweckt und weit und breit NICHTS, wo man sich dahinterhocken konnte. Oh Mann - in so einer Situation wünscht sich Frau ein Mann zu sein....  
Wir zogen mit aller Kraft das "Zeug" so hoch wie's nur ging und erreichten endlich die Stelle, wo sich der Shafer Trail vom White Rim Trail trennt. Und links auf dem Shafer Trail waren Büsche in Sicht!!! Hurra!!! Nix wie hin.... Aaaaaah, war das gut.....  
Aber der absolute Oberhammer kam ja noch! Nach der kleinen Unterbrechung mit Sofortnachschub von oben (wir haben erst mal was getrunken) gondelten wir die nun etwas bessere Strecke weiter - und was sahen wir da? Nach ungefähr 1-2 weiteren Meilen? Ich hatte grade das Tele ausgefahren um den Weg vor uns zu knipsen, da sah ich es! "Reginaaa, du wirst nicht glauben, was ich grade durch das Tele da unten an der Piste sehe!" "Was denn?" "EIN KLOHÄUSCHEN!!!!!!!"


Nicht zu fassen! Mitten in der Pampa steht ein hübsches kleines Klohäuschen, fein gewartet vom NationalParkService! Nee, nä? Wir haben uns fast weggeschmissen vor Lachen! Da verkrampft man sich vor lauter Suchen nach nem Busch und 5 Meter weiter (locker ausgedrückt) steht ein Klo im Canyon! Unfassbar..... Nun ja, DEN brauchten wir ja jetzt nicht mehr....


Nachdem wir den Canyonlands NP verlassen hatten und nun praktisch in das Gebiet des Dead Horse Point SP kamen, sahen wir schon die Klippen zu den Goosenecks vor uns. Herrlich! Bisher kannte ich diese Schleife nur vom DHP SP aus...


Aber noch viel schöner war später der Anblick der Wasserspiegelungen nahe Potash! Klasse! Jetzt noch ein blauer Himmel mit weissen Wattewölkchen und alles wäre perfekt gewesen. Aber blauer Himmel war heut "ausverkauft"...


Zurück auf Asphalt und mit entzückendem Muskelkater am Bauch (vor lauter Anstrengung) führte uns die Straße durch einen schönen Canyon bis nach Moab. Dort suchten wir uns eine Bleibe (diesmal Motel 6). Ach ja, da fällt mir eine kleine Anekdote ein...
Der junge Mann am Empfang buchte uns für 2 Nächte ein (wir wollten am Sonntag ja in den Arches), gab uns die Schlüssel und brabbelte was in den nicht vorhandenen Bart wie: "just around the corner..." - was uns wohl sagen sollte, unser Zimmer is umme Ecke. Okay. Wir raus, ins Auto, Motor an, ausgeparkt, losgefahren - ääääh, Moment mal! Das hier ist kein flaches Motel, wo man das Auto vor dem Zimmer parkt. Wo bitte gehts denn hier umme Ecke zu unserem Zimmer???? Ich zu Regina: sag mal der meinte sicher drinnen umme Ecke, nicht hier draussen auf'm Parkplatz. Regina: Meinste? Hm, naja, könnst Recht haben. Also, eine kurze Runde auf dem Parkplatz gedreht und auf dem gleichen Platz wieder eingeparkt, vorsichtig mal "nur" einen Rucksack jeder mitgenommen und dann wieder reinmarschiert. Mit gesenktem Haupt an der Rezeption vorbei, links um die Ecke in den Flur und - tadaaaaaa - gleich das erste Zimmer links "just around the corner" war unseres! Wie peinlich....  
Der Spruch "just around the corner" mit dem dazu passenden Song (keine Ahnung von wem der stammt) hat uns ab da durch den ganzen Urlaub begleitet!!! Auweia - Weiber...

Nun ging's auf die Suche nach Wasser, Obst und einer Möglichkeit zum futtern. Bereits zuhause im Internet hatte es uns die Moab Brewery angetan. Also machten wir uns auf die Suche und meldeten uns an. Es war Samstag Abend mit leicht erhöhtem "Verkehrsaufkommen" in der Brewery, also stellten wir uns mal auf ein längeres Warten ein. Sehr witzig fand ich den "Piepser", den ich in die Hand gedrückt bekam. Das runde Teil wird von den Kellner, sobald ein Tisch frei ist, angefunkt und fängt dann an zu brummen und blinken, so dass man gar nicht seinen Aufruf verfehlen kann. Coole Sache! Es dauert gar nicht so lange, wie wir dachten. Das Essen war schnell bestellt (meins war leider ein bißchen kühl, schade...) und gerade als wir die letzten Bissen verdrückten, erlebten wir Halloween! Die Tür ging auf und eine lange Schlange Erwachsener (wohlgemerkt, keine Kinder!) kamen rein. Die hatten wohl einen größeren Tisch bestellt. Ich schätze mal, es waren mehr als 20 Personen. JEDER, aber wirklich jeder, war toll verkleidet von Kopf bis Fuß! Wie bei uns im Fasching halt. Da gab es Hexen, Piraten, Prinzessinnen, Krankenschwestern, Gespenster und und und. Die sahen wirklich klasse aus! Nicht nur die Klamotten, auch die Schminke in den Gesichtern war toll. Einer sah original aus wie Käptn Jack Sparrow!
Mann, hab ICH mich geärgert, dass ich diesmal nicht die kleine Kamera einstecken hatte wie sonst so oft beim Essen! Ausgerechnet!
Aber es war wirklich sagenhaft und ein schöner Abschluss für diesen Abend...
 

Fortsetzung folgt...


 

Sonntag, 28.10.2007: Moab (Arches NP) 

Gegen 7.30h haben wir im Pancake House gefrühstückt. Danach ging's dann gleich hinauf zum Arches NP. Wir hatten ja heute vor, am Nachmittag zu Delicate Arch hinaufzukraxeln, was wir bisher erst einmal gemacht hatten. Der Delicate Arch ist schon einer der schönsten im Park. Aber zuerst sind wir mal Richtung Devils Garden gefahren und haben kurz davor einigen anderen Bögen einen Besuch abgestattet.

Zuerst machten wir den etwa 20minütigen Trail zum Broken Arch...

...der bereits unterwegs schöne Aussichten bot. Am Broken Arch angekommen, waren wir zunächst ganz alleine und konnten ihn in allen "Stellungen" knipsen.

Regina ist dann auch über den kleinen Felsen rübergeklettert auf die andere Seite und hat von dort noch Fotos gemacht. Ich war dazu heute morgen nicht in der Lage (hab mich nicht getraut, denn ich wenn falle, ist ein Loch im Boden....nee nee).

Auf dem Rückweg kurz vor dem Parkplatz trennt sich ein anderer Pfad von diesem und führt zum Sanddune Arch, an den ich noch "beissende" Erinnerungen hatte. Als wir vor ein paar Jahren dort waren, pfiff durch die enge Schlucht, in der er steht, ein dermassen starker Wind, dass wir ruck-zuck die Zähne voll mit Sand hatten. Lecker! Aber trotzdem wollte ich da hin, denn irgendwie isses ja ein niedlicher kleiner Arsch...äääh Arch...

Während wir am Broken Arch (bis auf eine junge Dame) völlig alleine waren und uns austoben konnten, war hier Familiengetümmel angesagt! Ich schätze mal 3 Familien mit Kindern waren anwesend und eine Gruppe Jugendlicher, die versuchten, hinter dem Arch die Felsen zu erklimmen und sich dabei halb tot lachten... Na toll - wir brauchten einige Geduld, um ein paar Bilder zu machen und hatten dann doch irgendwelche Leute drauf. Seufz, so ein Fotografenleben ist schon schwer....  

Dann fuhren wir zum Trailhead meines Lieblingsbogens: Skyline Arch. Diesmal hatte Regina keine Lust zum hinlaufen, also bin ich alleine hingetigert.

Ich weiss gar nicht warum, aber ich liebe diesen Arch einfach!

Wir hatten uns entschieden, den Devils Garden mit dem Landscape Arch diesmal wegzulassen, das ging ja zeitlich gar nicht alles. Also kurz durch die Parkplatzschleife gefahren zum Drehen und dann fuhren wir zur Windows Section, denn dort steht ein weiterer von uns geschätzter Bogen: der Double Arch.

Zuerst gings mal zu den Windows rüber - oder sagen wir, ich machte ein paar Schritte in die Richtung...

 


...aber irgendwie war heute nicht mein Tag. Nach ein paar Metern war ich richtig schlapp und hatte das Gefühl keine Luft zu kriegen. Seltsam...
Jedenfalls brach ich ab und legte mich im Wagen ein paar Minuten auf's Ohr, bis Regina nach ungefähr 30 Minuten ans Fenster klopfte und um Einlass bat (ich hatte verriegelt, damit mich keiner klaut). Zwar fuhr ich den Wagen dann runter an den anderen Parkplatz am Trailhead des Double Arch, aber ich war todmüde und blieb weitere 30 Minuten im Auto liegen, während Regina hinlief. 
Als sie zurück war, haben wir drüber gesprochen, wie's denn nun weitergeht, weil ich immer noch so müde war. Irgendwie hat mir wohl das diesige Wetter aufs Hirn gedrückt, keine Ahnung. Ich fühlte mich jedenfalls nicht in der Lage in einer Stunde (wir hatten 14h angepeilt und jetzt war's 13h) zum Delicate Arch hochzuklettern. Wir entschieden uns für einen "Versuch": Upper Delicate Arch Viewpoint. Wenn ich den gut schaffte, dann war die Wanderung kein Problem...

Auf dem Weg dorthin hat man unterwegs eine schöne Sicht auf die Anhöhe, auf der der Delicate Arch steht. Erkennt ihr ihn auf dem Bild???  

Tja, es kam dann so wie ich befürchtet hatte: schon bei diesen 800 Metern war ich total kaputt. Nee, das ging heute definitiv nicht bei mir. Das mußte ich so akzeptieren. Ich hab mich erstmal ausgeruht am Viewpoint und wir haben ein paar Fotos gemacht, auch ein paar "Spassfotos", um mich bei Laune zu halten...  


Ich wollte eigentlich, dass Regina dann ohne mich hochläuft, es waren ja heute genug Leute auf dem Trail unterwegs, aber das wollte sie nicht. So haben wir uns dann entschlossen, den Tag gemütlich bei einem Starbucks Coffee ausklingen zu lassen, sind ein bißchen durch Moab gebummelt (wo ich doch tatsächlich ein Nummerschild für meine Sammlung gefunden habe, das hier in Deutschland locker 50 Euro kostet, für das ich dort aber nur 8 Dollar berappen musste!) und das war's dann für heut....

Ach ja, für die, die schon immer mal wissen wollten, wie die kryptobiotische Kruste aussieht, auf die man nicht treten soll, weil sonst Jahrhunderte der Entwicklung flöten gehen (steht auf vielen Schildern drüben) - ich hab hier mal so eine Kruste geknipst...

Also, DAAAA bitte nicht drauftreten, okay?  


Fortsetzung folgt...


Montag, 29.10.2007: Moab - Kayenta 

Nach einem leckeren Frühstück bei Denny's führte uns unsere Route südwärts zunächst an das "Hole in the Rock", wo wir ein kurzes Päuschen machten. Ist ja schon lustig mit dem Shop im Felsen, aber ist halt totaaal touristisch aufgedonnert worden in den letzten Jahren. Aber einen kleinen Stop isses wert.


Vorbei am Wilson Arch, einer der schönsten Bögen ausserhalb des Arches NP (finde ich), ging's dann zum Needles Overlook. Meinen Lieblingsviewpoint konnte ich nicht auslassen, wenn ich schon in der Gegend bin.  Zwar war das Wetter alles andere als gut für eine gute Aussicht von dort oben, aber das war mir wurscht, ich wollte da hin.


Das diesige Wetter begleitete uns nun schon seit Samstag und übermorgen wollten wir zur Wave! So ein Mist! Ich tröstete mich wieder mit dem hoffnungsvollen Gedanken: "solange es nicht regnet..."

Trotzdem genoss ich die neblig-diesige Aussicht in herrlicher Stille dort oben! Es ist und bleibt einer meiner absoluten Lieblingsplätze im Westen und die lange Anfahrt lohnt in jedem Fall, finde ich!

Nach einer 1-stündigen Pause dort oben fuhren wir dann unserem heutigen Ziel entgegen: Monument Valley. Das hatte ja ursprünglich gar nicht auf der Liste gestanden und nur durch die zufällig doch noch erhaschten permits für die Wave an Halloween und die darauf erfolgte Routenumstellung war es wieder in unser Visir gerückt. Nun hatten wir ja einen schönen Jeep und freuten uns schon auf die Sandpiste des Monument Valley! Nur dieser zugezogene Himmel.....


Am Valley angekommen zahlten wir erstmal unseren Obulus (immerhin 5 Ocken pro Person diesmal, war auch gestiegen in der letzten Zeit, aber andererseits, was sind bei DEM geilen Dollarkurs 5 Dollar???). Nach dem Straßenzustand hab ich mich auch gleich erkundigt und bekam ein okay. Gut, dann erstmal auf den Parkplatz und schnell noch "restroomen" und außerdem gleich mal ein Bild vom Standard-Viewpoint schießen...


...und dann versuchten wir unser "Glück" mit der netten hoppeligen Sandpiste down to the valley... Ich würd sagen, ich sag jetzt mal nix mehr und bewerfe euch mit ein paar Eindrücken:


Wenn man's genau nimmt, hatten wir eigentlich total Glück mit dem Wetter, denn immerhin riss der diesige Himmel immer wieder mal auf und schickte uns ein paar Sonnenstrahlen, so dass es doch noch richtig schön war! Die gesamte Tour dauerte gute 2 Stunden, bei sonnigem Wetter hätten wir sicher noch mehr geknipst. Der gesamte Aufenthalt im Valley und am Visitor Center dauerte gute 3 Stunden. Diese Zeit sollte man auch immer am MV einplanen...

Jetzt ging die Sonne sehr schnell unter und wir gondelten gemütlich unserem Hotel entgegen, welches noch gar nicht wußte, dass wir heute in ihm nächtigen wollten. Wir hatten uns mal wieder das Holiday Inn Kayenta ausgeguckt. Da waren wir schon 2 mal. Zwar ist es etwas teurer als vielleicht das Best Western eine Meile vorher, aber dafür ist es sehr nett und gemütlich in den Zimmern und das Restaurant ist auch gut. In Kayenta gibt es nicht sooo viele Verpflegungsmöglichkeiten, da war uns das Hotelrestaurant schon recht. Wir hatten aber wirklich Glück, denn sehr viele Zimmer waren nicht mehr frei....

Nachdem wir beim einchecken mit dem netten Navajo hinter dem Tresen ein bißchen "geflirtet" haben schafften wir unser Gepäck rauf (war leider Second und nicht First Floor) und liessen den Abend bei Enchiladas und Navajo Fry Bread ausklingen...
 

Fortsetzung folgt...


Dienstag, 30.10.2007: Kayenta - Page 

Da wir heute nicht das "Riesenprogramm" hatten, liessen wir den Wecker mal aus. Pech, dass uns unsere innere Uhr trotzdem kurz nach 6h weckte! Naja, also dann doch raus aus den Federn, waschen, packen, frühstücken und ab auf die Piste.  

Heute früh war erst mal fahren angesagt. Unser Ziel war Page und wir mußten über den Hwy 98 fahren. Allein schon die Strecke bis Kaibito zog sich wie alter Kaugummi... Oh Mann, wir sind echt nicht mehr für lange Fahrten geeignet...

Nach rund 2 Stunden hatten wir den Antelope Canyon vor Augen oder sagen wir besser, das Kassenhäuschen des Upper Antelope auf der linken Seite. Das sieht man ja schon von weitem. Wir hatten uns allerdings für den Lower entschieden, weil der uns mehr Spass macht und so bogen wir rechts ab Richtung Antelope Marina. Die kannten wir beide noch nicht und es war ja sowieso erst 10h, also fuhren wir mal runter an den Lake Powell. War nett anzusehen, ist alles sehr neu gemacht und die Restrooms sind echt komfortabel. Aber das war's auch schon. Das ist nur was für Bootsbesitzer, für uns war's uninteressant, denn diese Ecke des Lake Powell war nicht besonders spektakulär.

So, aber jetzt! Rasch zurück zur kleinen Stichstrasse (oder besser Sand- und Hoppelpiste) und hinunter zum Kassenhäuschen des Lower Antelope. 21 Dollar pro Nase kostete der Spass, aber wir bekamen eine Fotolizenz für 4 Stunden (sogar mit Umhängekärtchen, wow) ohne dass wir danach gefragt hatten. Da wir den Weg kannten, liefen wir schnell die paar Schritte durch den Sand zur Spalte, durch die man einsteigen muss. Da hat Sabinchen wieder ihr Spässle dran gehabt! 


 Ich kanns halt net lassen. Eigentlich pass ich da ganz gut noch rein, aber Bauch rausdrücken macht halt Spass.  Allerdings ist mein Umfang für den Einstieg schon recht ordentlich und ich kann mir vorstellen, dass ein 150-Kilo-Mensch da nicht mehr rein kann. Innen drin gehts dann eigentlich wieder. Es gibt zwar einige Engstellen, aber da kann man sich trotzdem noch gut durch drücken...

So, und nun lass ich lieber Bilder sprechen...


Ein bißchen geärgert hab ich mich über mein Kusinchen, die mit einem "Affentempo" vorneweg gerannt ist, obwohl wir eigentlich soooo viel Zeit gehabt hätten. Aber ihr war nicht danach, da unten so lange rumzukraucheln. Wir hätten mal vorher drüber reden sollen, denn ICH hätte die 4 Stunden gerne ausgenutzt...  

Mittlerweile war es 13h und wir machten uns in Page auf die Suche nach einem Motel. Naja, was heißt Suche... ich hatte mir vorher eins ausgeguckt und das war sogar günstig, also blieben wir dort (BW Arizona Inn). Danach fuhren wir zur Paria Contact Station, um die permits für die wave abzuholen, die wir am nächsten Tag erwandern wollten.


Juchuuu, wir haben sie! Jetzt war der Tag gerettet! Nun hatten wir ja noch massig Zeit, hmmm, eigentlich könnte man ja mal den Alstrom Point suchen, oder? Auf eine Wanderung zu den Toadstool Hoodoos hatten wir keine Lust, die sind dann erst das nächste Mal dran. Lieber ein bißchen auf ne Buckelpiste.... *freu*
Also schnell die Wegbeschreibung rausgekramt und los ging's....
Hmmm, toll, wir hingen ja schon gleich am Anfang! Wo bitte ist denn hier in Wash, durch den man fahren soll??? Ein Schild am Straßenrand hatte uns total verunsichert, weil da was von einem Hwy draufstand. Später kam's mir dann: klar, Hwy12! Der liegt doch auf der anderen Seite des GSENM! Das war also die Smokey Mountain Road, auf die wir mußten! Aua, das tat ja echt weh....  
Nun war der Wash auch gleich gefunden und wir waren überrascht, wie schön diese Ecke war!

Die Straße war cool! Ne richtig schöne Offroadpiste, es machte Spass, den Berg hochzurumpeln. Aber Moment mal - Berg hochrumpeln? Hmmm, da stimmt doch was nicht... Eigentlich dürften wir doch gar nicht so hoch hinauf kommen? Da die Berge aber sehr schön waren fuhren bis hinauf auf das Plateau...

...aber hier drehten wir dann. Wir waren mittlerweile schon 20 Meilen gefahren und der Alstrom Point hätte nach 25 Meilen kommen müssen, ab der eingezeichneten Abzweigung wären es aber wesentlich mehr als 5 Meilen gewesen. Wir mußten also die Abzweigung verpasst haben. Nur, wo??? Jetzt war's ja eh egal, die Sonne stand schon tief, also sind wir die Strecke genüßlich wieder runtergerumpelt und haben die tolle Aussicht auf das Tal genossen. Auf dem Rückweg entdeckten wir auch dann die (vermutliche) Abzweigung, die mit Grand Wash (oder so ähnlich) ausgeschildert war. Da aber die Sonne schon weit unten war und unser Tank leider auch nur noch viertels voll, fuhren wir lieber nach Page zurück und liessen den Alstrom Point für dieses Mal links liegen - im wahrsten Sinne des Wortes...

Unterwegs erhaschten wir am Lake Powell Viewpoint noch "dramatische" Ansichten...


..insofern war es trotzdem ein herrlicher Nachmittag gewesen und das Wetter für morgen versprach EINDEUTIG Besserung! So konnten wir uns schon auf unsere bevorstehende Mammuttour freuen! 


Mittwoch, 31.10.2007: Halloween!!! 

HAPPY HALLOWEEN! 

Tja, heute ist also Halloween. Hmmm, wie auch schon 2002 zu Weihnachten ist mir wiederum aufgefallen, dass es wesentlich weniger "geschmückte" Häuser gibt, als man (bei uns in Deutschland) von Amerika annehmen würde! Da täuscht man sich gewaltig. So richtig "halloweenisch" war es eigentlich nur in unserem Hotel in Kayenta geschmückt, was ich natürlich gleich fotografiert habe, um wenigstens ETWAS von Halloween zu haben... 


Nun aber wieder nach Page und unserem heutigen geplanten Highlight: the WAVE!!!
Was waren wir damals so enttäuscht, als das mit der Lotterie nicht geklappt hatte! Und wie SEHR haben wir uns gefreut, wenige Tage vor dem Abflug DOCH noch an die begehrten Permits gekommen zu sein! Dafür haben wir es gern in Kauf genommen, die Route umzustellen.  
Egal, heute war jedenfalls DER Tag, von dem wir grosse Erwartungen hatten, aber auch grosse Strapazen erwarteten.  

Da wir bisher doch immer noch recht angenehme Temperaturen gehabt hatten und die Sonne meist kräftig vom Himmel schien, beschlossen wir, sehr früh die Wanderung zu beginnen, um nur auf dem Rückweg dann in den vollen "Genuss" der Sonne zu kommen. Und das war auch genau die richtige Entscheidung! Denn tatsächlich hatten wir heute seit Samstag den ersten strahlendblauen Himmel ohne eine einzige Wolke und die Sonne knallte herab wie "einst im Mai"...

Um 4.30h (Arizona-Zeit) standen wir auf und machten uns wanderfertig. Am Trailhead waren wir dann gegen 8h (Utah-Zeit). Etwa eine knappe Stunde haben wir bis zum Beginn der House Rock Valley Road gebraucht und von dort nochmal schätzungsweise gute 20 Minuten bis zum Trailhead. An dem kleinen Parkplatz standen doch tatsächlich 2 Autos! Aber wir stellten dann ganz schnell fest, dass die Leute wohl dort geschlafen hatten. Die schliefen nämlich zum Teil noch! *brrrr* Bei der Kälte nachts möchte ich ja nicht im Auto schlafen....

Nun aber: Wanderschuhe an, die bereits gepackten Rucksäcke auf den Buckel, Wanderstöcke in die Hand - und los ging's! Dass wir erst um 16h nachmittags wieder am Auto sein sollten, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht....


Wie vom Ranger beschrieben, überquerten wir die Strasse und liefen durch den Wash auf die andere Seite. Dort stand das obige Trail-Schild und eine erste Box, in der wir uns eintrugen. Dann ging's neben dem Wash entlang, bis wir an ein eisernes Gatter kamen, nach dem der Weg sich dann im Wash direkt fortsetzte. Es war noch sehr angenehm zu laufen, denn der Wash lag zum größten Teil noch im Schatten und es war recht frisch. Dann kam der erste Anstieg über viel Sand (ich hasse Sand... *grmpf*) und dort oben stand die Registerbox, von der uns der Ranger erzählt hatte und in die wir uns unbedingt eintragen sollten. Okay, hammer gemacht - und auch später wieder brav ausgetragen.  

Der zweite Anstieg ging dann schon auf Slickrockgestein hinauf...


Ab jetzt wird der Weg NICHT mehr durch die Fußstapfen der vielen Besucher gekennzeichnet, sondern führt über blanken Slickrock, auf dem aber immer wieder mal ein Steinmännchen steht. Nun, ich fand es eigentlich nicht so schwer, den Weg zu finden. Die Beschreibungen im Infoblatt, unterstützt von Farbfotos über die Gegend, die man vor sich sehen muss, warten sehr gut. Einzig für den Rückweg sollte man sich wirklich immer wieder mal umdrehen und die Gegend einprägen (oder mit der Digicam fotografieren). Dass ich das immer fleissig getan habe, war uns auf dem Rückweg eine grosse Hilfe!

Nun ging es nur noch über Slickrock und vor allem in der prallen Sonne voran...


Wenn man DIESEN Felsen sieht, hat man den letzten SCHWEREN (!) Anstieg über eine Sanddüne geschafft (ich war praktisch "tot" danach!) und steht nur wenige Meter vor dem Eingang zur Wave! Bis hierher hatten wir über 2 Stunden gebraucht, aber ich gehe halt lieber langsam...


Und dann standen wir endlich auch drin! Zuerst suchten wir uns aber ein Schattenplätzchen und genossen ein kleines Picknick zur Stärkung. Dann erkundeten wir das Felsgewirr. Nachfolgend ein paar Impressionen...


Nach der eingehenden Besichtigung der eigentlichen Wave (die wir übrigens mit 4 anderen Leuten zeitlich "teilen" mussten), kraxelten wir den hinteren Teil der Wave den Berg hinauf. Ich wollte unbedingt den Hamburger Rock suchen, die Brainrocks sehen und die Second Wave!


Die extremen Farben sind einfach fantastisch! Nie hätte ich mir das in Wirklichkeit so farbenfroh vorgestellt! Ich dachte immer, an den Fotos im Internet ist was "geschönt", aber nein, nach DIESEM fantastischen Anblick nehm ich alle Verdachtsmomente zurück. Das ist einfach das BESTE, was ich je auf dem Colorado-Plateau gesehen habe! Ein echtes Highlight!


Ein Fotograf, der mit uns zusammen den Berg hinaufging, erzählte uns von Wasserlöchern, die hier oben oft existierten und in denen kleine Urzeitwesen leben. Und tatsächlich, wir hatten Glück und fanden 2 Wasserlöcher, in denen diese krebsartigen Tiere leben. Sollten die Tümpel austrocknen, graben sie sich im Schlamm ein und viele von ihnen überleben das bis zum nächsten Regen. Hochinteressant!

Unten seht ihr einen Überblick über die Gegend und wo man herkommt, wenn man zur Wave möchte..


Die Brainrocks sind auch total klasse! Sieht wirklich aus, als würden Gehirne in der Gegend rumstehen. Und dann noch diese sahnigen Farben - wie Milcheis!  

Zu "essen" gibts hier ja massenhaft - wie z.B. der Hamburger Rock. Sieht doch ziemlich echt aus, oder?


Ein weiteres absolutes Highlight ist die Second Wave! Auch wenn wir nicht bis Sonnenuntergang hier auf die schönsten Farbspiele warten konnten, strahlte die Second Wave wie verzaubert!


Sie ist im Verhältnis zur eigentlichen "Welle" wesentlich kleiner, aber sie ist doch ganz anders strukturiert und hat ihr eigenes starkes Flair. Man sollte sie auf jeden Fall gleich auch besuchen, wenn man schon die lange Wanderung zur Wave macht...

Wir verabschiedeten uns von dem netten Fotografen, der uns bis hierher begleitet hatte und nun noch weiter den Berg hinaufstieg. Uns aber reichte das. Wir waren immerhin schon fast 3 Stunden hier unterwegs! Es folgte der Abstieg hinunter in den Kern unseres "Verlangens"...


So, nun hab ich euch mit genug Fotos "erschlagen".  
Ein paar Spaßvideos mit meiner kleinen Digicam drehten wir noch und ich glaube, man hat unser Gelächter bis auf dem Parkplatz am Trailhead gehört.  
Unser Rückweg verlief dann mit meinem "eingebauten Navigationsgerät" recht gut. Ich erlaubte mir nur einen einzigen kleinen Schnitzer, wir gingen etwas zu weit einen Berg hinauf und kamen damit ein paar Meter nach links von der Route ab. Da ich aber immer das Gebirge am anderen Ende des Weges im Auge behielt, bemerkte ich das rechtzeitig und wir waren letztendlich auf dem Rückweg sogar schneller als auf dem Hinweg. Das war auch bitter nötig, denn die Sonne brannte erbarmungslos auf unsere Köpfe, so dass es unter den Mützen feucht wurde! Und mindestens 100mal haben wir uns unterwegs gefragt, wie die Leute das bloss im Sommer machen, wenn sie hierher laufen??? Das muss die Hölle sein! Jeden kleinen Strauch haben wir für eine Schattenminute genutzt und mal die Mütze für eine frische Brise gelüpft, aber wirklich gebracht hat es nix....

Da lob ich mir mal wieder meinen praktischen Kurzhaarschnitt! Als wir kurz nach 16h zurück am Auto waren, hab ich als erstes Wasser aus der Gallone über meine Hände geschüttet und bin mit den patschnassen Grapschern durch meinen Franseln gefahren. Aaaaah - tat das guuut! Ich hatte echt das Gefühl, es "zischen" zu hören!  

Apropos Wasser: wir hatten jeder 2 Liter Wasser dabei, es hat gerade so gereicht! Wenn ich wieder so eine Wanderung mache, dann nehme ich 3 Liter mit! 

Jetzt waren wir herrlich geschafft und glücklich müde! Es war ein fantastischer Tag gewesen! Den einzigen Wunsch, den wir jetzt noch hatten: schnell ins Hotel unter die Dusche und den kiloschweren Sand von uns abwaschen (es rieselte aus allen Strümpfen, Schuhen und Hosen rosaroten Sand!!!). Danach ein kühles Bierchen und was leckeres zu futtern - danach darf die Welt untergehen.... denn was konnte JETZT schon noch kommen?  


Fortsetzung folgt...


Donnerstag, 01.11.2007: Page - Cameron 

Das BW Arizona Inn (unser Hotel in Page) hat ein super kontinentales Frühstück im Preis inkludiert. Das haben heute kräftig genutzt (gestern ging's ja nicht, weil wir schon so früh unterwegs waren). Verschiedene Toast- und Bagelsorten, verschiedene Cerealien, Obst, Joghurt, Kaffee, Tee, Kakao, Säfte - das war so richtig nach unserem Geschmack! Nach der gestrigen langen Wanderung tat das ausgiebige Frühstück gut. Irgendwie tat mir meine linke Hüfte oder besser das Kugelgelenk weh. Vielleicht von dem vielen schrägen Gehen auf dem Slickrock gestern. Naja, ein Indianer kennt keinen Schmerz...

Nach dem Frühstück war ich grade am Beladen des Jeeps, als ich plötzlich am Himmel, gar nicht so weit entfernt, einen Heißluftballon sichtete! Wow, da war ja noch einer! Nanu? Was'n hier los? Beim Gang zurück ins Hotel wurde mir das allerdings schnell klar, ich sah nämlich ein Plakat neben am Fenster hängen:


AHAAAA!!! Das ist ja cool! Hab natürlich gleich Regina verständigt und nach dem Aus-Checken schauten wir uns mal um, wo das genau ist. Der Platz war schnell gefunden, schon alleine durch die vielen Ballons, die abwechselnd hochstiegen und wieder runterkamen. Da eine Tanke in der Nähe war, haben wir unseren guten Jeep schnell "frühstücken" lassen und schauten uns dann in Ruhe bei den Ballonfahrern um.


Das war mal ein schöner (und bunter) Auftakt am Morgen! Nach einer halben Stunde war's dann aber gut und wir machten uns rüber zum Horseshoebend, dem wir noch rasch einen Besuch abstatten wollten. Tja, war ja wieder eine beeindruckende Aussicht, nur für ein gescheites Foto stand die Sonne viel zu tief, obwohl es schon 10h war. Da merkte man mal wieder den Herbst...

Theoretisch hätten wir wohl erst um die Mittagszeit rum Licht bis hinunter an den Colorado River gehabt, aber solange wollte wir dann doch nicht warten, denn wir hatten uns kurzfristig entschlossen, dem North Rim des Grand Canyon einen kurzen Besuch abzustatten. Die Fahrt führte uns über die zweigeteilte Navajo Bridge (links Autobrücke, rechts Fußgängerbrücke) und durch den Marble Canyon.

Für einen Stop entlang des Marble Canyon hatten wir allerdings keine Zeit, denn wir hatten ja noch 2 Stunden Fahrt bis zum North Rim vor uns. Wenn wir allerdings gewußt hätten, dass die Lichtverhältnisse so "bescheiden" am North Rim sind und obendrein die Feuerwehr kontrollierte Brände im Unterholz legte und damit die Strasse hinüber zum Cape Royal gesperrt war, dann hätten wir's besser gelassen. Dass die Zufahrt zum North Rim offen war, war uns bekannt. Es hatte ja in den letzten Tagen nicht geschneit dort. Aber das andere bemerkten wir erst vor Ort. Schade...

Nun denn, das war wohl nix. Also auf nach Cameron, wo wir heute übernachten wollten. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch den Abstecher zum Coal Mine Canyon machen. Zeitlich müsste es ja gerade zum Sonnenuntergang hinhauen - dachten wir! Die Sonne ging aber schneller unter, oder besser: wir kamen langsamer voran als wir vermutet hatten, obwohl wir fast immer das Tempolimit ausfahren konnten. Naaa toll..... Wenige Meilen vor dem Coal Mine Canyon "brannte" dann der Horizont...

...und die Sonne war weg! SCH....öne Aussichten! Nun waren wir aber mal nur noch 2-3 Meilen entfernt, jetzt wollte ich auch hin. Ich saß ohnehin am Steuer heute und fuhr einfach die mir bekannte Rumpelpiste rein und zum Windrad hin, hinter dem sich der Parkplatz befand. Die Strecke ist nicht lang und kann trotz mehrerer tiefer Löcher durchaus auch mal im Dunkeln gefahren werden. Ich wollte Regina unbedingt den schönen Canyon zeigen, denn bei unserem ersten Besuch hier im Jahr 2004 war sie ja "fusskrank" (hatte sich den Fuss verdreht und konnte 3 Tage lange kaum laufen) und ich bin daher damals alleine hingelaufen.
Im letzten warmen Licht der untergegangenen Sonne konnten wir dann überraschenderweise doch noch sehr gut den Canyon sehen und auch ein paar nette Fotos machen!

Ein paar Schritte kann man seitwärts hinunterlaufen, aber einen wirklich "Abstieg" in den Canyon konnte ich nicht entdecken...

Nun denn, mittlerweile war es dunkel geworden und ich rumpelte uns mit dem Jeep über diverse Schlaglöcher im Scheinwerferlicht hinweg zum Hwy. Als wir wieder auf Tuba City zu fuhren, stellten wir überrascht fest, wie gross dieser Ort ist! Als wir den Berg herunterkamen, blickten wir auf ein tausendfaches Lichtermeer vor uns! Wow! Das ist ja ne richtige "Großstadt"! Bei Tageslicht fällt das gar nicht so auf, denn es sind ja viele kleine Häuser und man fährt auch mehr am Rand des Ortes entlang. Aber bei Nacht war das ein toller Anblick!

Bis wir in Cameron ankamen, war es mittlerweile schon fast 19h und ein grosser Reisebus stand vor dem Hotel! Auweia! Hoffentlich waren wir nicht zu spät für ein Zimmer! Das hätte unsere Planung gehörig durcheinander geworfen....
Schnell rein an die Rezeption und nachgefragt - okay, ein Zimmer gab's noch, aber nur noch Raucherzimmer! *grmpf* Und nun? Raucherzimmer, brrrr. Das ist ja nicht das Wahre, aber was sollten wir machen? Bis Flagstaff fahren hatte ich auch keinen Bock mehr. Also bissen wir in den "sauren Apfel" und bekamen ein Zimmer im Second Floor im Haus "Hopi". Zur Erläuterung: das Motel ist in mehrere Häuser unterteilt, die alle indianische Namen tragen (Cameron liegt in der Navajo Nation und wird auch vollständig von den Navajos geführt, obwohl die Trading Post früher mal von einem weissen Ehepaar gegründet wurde). So gibt es das Hopi-Haus, das Apache-Haus und das Navajo-Haus. An mehr kann ich mich grad nicht erinnern...  

Na? Sind DAS Zimmer? Ich liiiiiebe dieses Hotel einfach! Klar ist es nicht das billigste (wir haben gut 70 Dollar für das Zimmer gezahlt), aber wir fühlen uns in diesen sehr sauberen, gut gepflegten Zimmer richtig wohl. Und von kaltem Rauch war auch nichts zu riechen, entgegen unserer Befürchtung! Klasse!

Natürlich gingen wir zum futtern rüber in das Restaurant der Trading Post und stopfen uns mit Navajo Taco (Fry Bread) voll. LECKEEEEEERRR!!! Dieses Fry Bread hab ich zum ersten Mal 1994 in Taos Pueblo probiert, in der traditionellen Art mit Puderzucker. Damals war ich schon begeistert! Und später hab ich dann auch die herzhafte Variante als Navajo Taco entdeckt. *schlurp* Okay, über die Kalorien des ausgebackenen Brotes wollen wir mal lieber nicht nachdenken - ich hab Urlaub!  

Morgen stand der Grand Canyon auf der Liste, eigentlich nicht ganz so geplant, denn ursprünglich hatten wir ja vorgehabt, heute nach Farmington zu fahren. Haben einige von euch vielleicht schon bemerkt, dass hier die Route erheblich abweicht vom ursprünglichen Plan. 

Aber mal ehrlich: was sollte nach dem Super-Highlight "Wave" noch kommen, dass das toppen könnte? Nichts, haben wir uns gesagt - und kurzerhand die Route um einen Tag gekürzt. Keine Bisti Wilderness und auch keinen Petrified Forest mehr. Aus die Maus. Statt dessen wollten wir dann lieber einen Tag früher in Las Vegas noch ein bißchen rumbummeln, trotz der Gefahr, dass es dort am Samstag teuer werden könnte.....

Vollgefressen und mit einem Dosenbier im Bauch (das wir auf dem Zimmer getrunken haben) schlummerten wir dem Grand Canyon entgegen....
 

Fortsetzung folgt...


Freitag, 02.11.2007: Cameron - Kingman 

"Das Fry Bread ist leider aus" - NEIIIIN! Ich bin fast "zusammengebrochen", als die Kellnerin das sagte! Wuääääh! Und ich wollte doch zum Abschied von Cameron und dem Indianerland noch ein leckeres Fry Bread zum Frühstück... *schniiiiief* So en Ärscher awwer aach.....

Nun gut, dann gab's halt was "normales" und gegen 8h rollten wir dann dem Grand Canyon East Entrance entgegen. Wir stoppten mal kurz am Little Colorado, aber das ist von Indianerständen dermassen zugebaut mittlerweile, dass uns die Lust zum Aussteigen verging. Also weiter Richtung East Rim...

Unser erstes Ziel war die Desert View, die wir beide sehr mögen. Der Watchtower ist eine nette "Abwechslung" dort. Das Parkplatz sah noch recht leer aus, aber als wir zum Turm liefen, wurden wir plötzlich von hinten "überrollt".  Eine Schulklasse (vielleicht 8. oder 9. Klasse) eilte in verschiedenen Grüppchen zum Watchtower rüber. Oh Mann, dieses Geschnatter wollten wir jetzt eigentlich nicht... Also sind wir erstmal zum Buchladen rübergewackelt und Regina hat sich dort die Landkarte "Indian Country" gekauft, die ich auch habe. Die ist wirklich klasse, denn sie zeigt praktisch das ganze Gebiet, in dem wir waren und hat einen guten Maßstab, so dass auch sehr viele kleine Strassen und Schotterpisten verzeichnet sind. Nachdem die Verkäuferin in dem Laden uns für die Lehrerinnen der Schulklasse hielt (HIIILFEEE!!!!), nahmen wir schnell "Reissaus" und liefen zum Turm rüber, wo wir zuerst mal ein paar Aussenaufnahmen machten solange die Kiddies noch im Turm waren...

Später ging's dann auch in den Turm rein und hinauf auf die Plattform. Wart ihr schonmal im Watchtower? Der ist seit den 30er Jahren (in etwa, glaube ich) von Malereien geschmückt, die indianische Künstler gemacht haben sollen. Genaueres weiss ich nicht, aber es sieht ganz nett aus.

Auf der Plattforum des Watchtowers musste dann noch ein "Spass-Foto" her...  

Nächster Stop war dann am Moran Point mit dem Blick in den wunderschönen "Red Canyon":

Ist der nicht toll? Ich war überrascht, dass die Bilder doch so schön wurden bei dem hellen Morgenlicht. Aber die Kühle der Luft sorgte wohl für die nötige Klarheit. Auch am Grand View Point hatten wir eine schöne Sicht in den Canyon...

Am Grand View Point ist der Beginn eines Wanderwegs bzw. ein Abstieg in den Canyon. Wie weit der runtergeht, weiss ich nicht. Aber die Wandergruppe, die uns begegnete, war ordentlich gerüstet mit hohen Trekkingschuhen, Wanderstöcken, Mützen und Rucksäcken. Die hatten's wohl gut vor...  

Auf dem Weg zu den einzelnen Aussichtspunkten hatte ich mich kurzfristig entschlossen, bei Papillon in Tusayan nach einem Heliflug zu fragen. Da Regina kein so grosser Grand-Canyon-Fan ist, fuhren wir vom Grandview Point direkt zum Papillon Airport und ich hatte Glück! Der nächste Flug, zu dem ich einchecken konnte, ging 90 Minuten später gegen 13h. Wunderbar! Das war ja nicht mehr lange! Also liessen wir uns einen leckeren Kaffee brauen und leisteten uns ein "Danish Pastry" dazu (süsses Kaffeestückchen, und bei den Amis ist "süss" wirklich süss!). Auch das Sicherheitsfilmchen guckten wir uns an. Dabei fiel uns auf, dass von einer Schwimmweste die Rede war. Moment mal - SCHWIMMWESTE??? Über dem Grand Canyon? Hä? Das musste doch ein Scherz sein....  Von wegen! Als ich aufgerufen wurde für die "line", bekam ich tatsächlich eine kleine Schwimmweste am Gürtel um den Bauch gebunden. Ich fragte den jungen Mann, seit wann das denn so sei, denn von meinem früheren GC-Flug kannte ich das nicht. Die Antwort war lustig! Er meinte ganz cool: "diese Vorschrift gibt es erst seit ein paar Wochen. Anscheinend haben die Politiker Angst, dass im Grand Canyon mal ne Überflutung kommen könnte..." Ich hab mich weggeschmissen vor Lachen! (das Ehepaar neben mir übrigens auch...) Jedenfalls war es klar, dass die Mitarbeiter diese Regelung für total schwachsinnig hielten, was sie ja auch ist. Denn bis man bei einem Absturz unten im Colorado landet, um zu ertrinken, ist man vorher an den Klippen in 1000 Teile zermatscht worden....  Ein Fallschirm wäre definitv sinnvoller! Nach diesem amüsanten Vorspiel ging's raus in die Sonne auf die Wartebank. Unser Pilot musste mal nen Kaffee trinken (oder "wegbringen"), so hatte ich genügend Zeit, mit dem netten Ehepaar aus dem Osten der USA ein bißchen zu plaudern. Und wie so viele Amerikaner hatten auch sie Verwandte in Deutschland (nicht zu fassen...). Die sollen irgendwo bei Köln leben und sie haben sie auch schon besucht, wobei sie in 10 Tagen eine Rundreise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gemacht haben. Soviel zum Thema "Zeit nehmen bei einer Rundreise"....  Und dann ging's endlich los!

Nach etwa 8 Minuten Flug über den Wald bis hinüber zum Canyonrand konnten wir den ersten Blick auf den GC erhaschen!

Und dann ging's rein in das Grand-Canyon-Wunderland! Hier ein paar Impressionen von oben:

Das war mal wieder gigantisch! Es ist einfach toll, dieses Naturwunder aus der Luft zu sehen und für mich immer wieder die beste Möglichkeit, diesen Riesen-Canyon zu "erfassen". Ich kann solch einen Flug nur jedem wärmstens empfehlen! Auch wenn man nur 15 Minuten über den GC schwebt, es brennt sich doch unauslöschlich ins Gedächtnis ein!

Und wer jetzt mal "mitfliegen" möchte auf einem kleinen Teil des Fluges, der sollte auf meine HP klicken und das Filmchen anschauen:

http://www.beepworld.de/members18/usa-w ... canyon.htm

Nach diesem Highlight des Tages (zumindest für mich, Regina verbrachte einen Teil des Tages ja notgedrungen mit "warten", die Arme) führte uns unsere Route nach Williams. Die Tochter einer Arbeitskollegin war hier ein Jahr bei einer Gastfamilie und machte hier ihren Highschool-Abschluss. Klar musste ich da mal den Ort "inspizieren". Williams liegt an der Route 66 und so sind auch hier die entsprechenden Souvenir-Läden zu finden sowie diverse Überbleibsel aus dieser Zeit...

Auch sonst ist Williams ein nettes "Westernstädtchen", es lohnt sich, dort mal durchzubummeln. Natürlich haben wir auch mal wieder den Restroom des dortigen Visitor-Centers inspiziert, den kannten wir ja noch nicht.  Und ein paar nette Cowboys haben wir auch getroffen:

Zugegeben, sie waren etwas kühl und steif, aber mei, wenn mer sonst schon keine Kerle kennenlernt...  

Da wir noch ein paar restliche Postkarten zum verschicken hatten, suchten wir das Postoffice auf und besorgten uns dort die noch fehlenden Briefmarken. Danach war's Zeit, unsere restliche Strecke für heute "runnerzuroppe". Wir wollten in Kingman übernachten und uns dort mit GUCKY treffen, der zufällig zeitgleich mit uns drüben war (wie sicher einige unserer fleissigen Forum-Leser schon im Vorfeld mitbekommen haben).

Die tiefstehende Sonne, einige Nebelfelder und der dadurch sehr mystische Blick nach vorn verleitete mich, ein Foto direkt in die Sonne zu machen, was für's Auge nicht besonders gut ist. Also bitte nicht nachmachen. Ich habe auch nur sehr kurz durchgeblickt und dann einfach abgedrückt...

Bis wir in Kingman ankamen, war's dann natürlich schon dunkel wie in nem Bärenar... äääh ...popo  
Wir suchten uns in der "Hotelgasse" ein Best Western aus und checkten dort ein. Sicher hätt's genug günstigere gegeben, aber irgendwie waren wir in diesem Urlaub etwas "anspruchsvoller"...  ...jaja, der gute Dollarkurs verleitet halt doch....
Ich bat die Dame an der Rezeption darum, für uns im BW Mardi Gras in Las Vegas anzurufen und die Ü für Samstag Abend zu reservieren. Wir waren ja jetzt einen Tag früher in LV und wollten natürlich im gleichen Hotel wir am Sonntag übernachten, das ich ja schon von zuhause vorgebucht hatte. Wir waren uns ja im Klaren, dass es samstags teurer ist, aber 120 Ocken??? Uiuiui..... Nun gut, wenn man's bei dem guuuuten Dollarkurs umrechnet, dann isses ja nicht wirklich viel teurer als bei uns (nur dass hier meist ein Frühstück dabei ist...). Also was soll's. Hauptsache, wir hatten unsere Unterkunft und basta!

Nach einer Empfehlung der beiden Rezeptionistinnen suchten wir ein chinesisches "Schnellrestaurant" auf. Das wäre das beste hier in der Ecke. Und sie hatten recht - es war sehr lecker. Leider hatte ich mich etwas vergriffen in meiner Auswahl, das Zeug war höllisch scharf! Holla die Waldfee! Aber es war auch tierisch viel, das schafften wir beim besten Willen nicht - und bekamen den Rest prompt als "Doggie Bag"...  

Vor dem Restaurantbesuch hatte ich noch bei gucky angerufen und ein Treffen für den nächsten Vormittag ausgemacht. Na fein, es klappte also doch noch!

...und nach einem guten "Feierabend-Bierchen" schliefen die beiden "Engelchen"  brav dem nächsten Morgen entgegen...
 

Fortsetzung folgt...


Samstag, 03.11.2007: Kingman - Las Vegas 

Wir hatten uns für 9.30h mit gucky und seiner guckyline (nennen wir sie mal so da die beiden ja auch im echten Leben sehr ähnliche Namen haben) verabredet. Gucky wollte uns am Hotel abholen, da wir uns ja nicht wirklich auskennen in Kingman. Bisher sind wir ja meist nur durchgefahren bzw haben mal am Route66-VisitorCenter gehalten. Ich hab extra nicht so früh gesagt, weil wir mal ausschlafen wollten und ich auch gucky keine "Frühschicht" zumuten wollte in seinem Urlaub. Dumm war nur, dass wir (mal wieder) um 6h wach waren! Auweia, unsere innere Uhr hielt uns in diesem Urlaub aber echt auf Trab... Wir drückten uns noch ne Weile in unseren Betten rum, aber um halb sieben war dann Sense und wir machten uns "frühstücksfertig". In unserem Hotel gab es diesmal wieder ein Continental Breakfast, also sind wir rübergewackelt ins Foyer, wo linker Hand ein kleines Buffet aufgebaut war. Immerhin konnte man sich sogar Waffeln backen! Es gab lecker frisches Obst, Joghurt, Cerealien, verschiedene Brotsorten und Donuts zum abwinken. Mmmmh, lecker! Ich hab mir die letzten Donuts für diesen Urlaub gegönnt. Die waren aber auch echt lecker!  *schmatz*

So, und nun? Jetzt war's erst halb neun. Mist. Schon wieder "warten"... *seufz*

Aber gucky war superpünktlich und hat uns "erlöst"! Wir haben uns dann aufgeteilt, damit wir uns nicht verfahren. Da ich heute bei uns der Fahrer war, kam gucky mit in unseren Jeep und Regina ist zu guckyline in den Pickup geklettert (ups, ich hab mir nicht mal gemerkt, was das für ne Marke war...  *peinlich*). Auf einem der Bilder kann ich das Wort "Dakota" erkennen, müßte also ein Dodge sein, oder gucky? Auf jeden Fall genauso schön dunkelrot wie unser Jeep, nur ne Nummer sauberer.  

Erstmal gab's ne kleine Stadtführung durch Kingman (aber ich glaub, die brauch ich das nächste Mal schon wieder, ich hab alles vergessen) und dann ging's raus aus Kingman zu gucky's Villa. Äääh, raus aus Kingman? Wie denn nun? Ich denke, ihr wohnt da??? Jahaaaa, schon, aber eben "etwas" auf den "Outerbanks" sozusagen.  

Nun wollt ihr wohl sicher alle wissen, WO denn nun gucky wohnt? Nix da, das soll er euch selbst verraten. Nur soviel sag ich: es sind schon einige Meilen nördlich von Kingman...  

Ich war eigentlich sehr positiv überrascht! Ist eine schöne Anlage mit tollen Blick über die umliegende Landschaft. Die Villa würd ich natürlich auch nehmen, aber ich glaube kaum, dass gucky DIIIE hergibt (wär er ja auch schön blöd). Jetzt fehlt nur noch der Whirlpool und die Poolbar, dann komm ich wieder!  

Auf jeden Fall kann ich euch sagen, gucky hat echt was tolles auf die Beine gestellt! Und das zeigt auch, wenn man etwas wirklich will, dann findet man Mittel und Wege dazu! Weiter so, gucky!   

Nach einem lustigen Plausch im "Plüschteppich-Wohnzimmer" (und erst die Duschgardine müßtet ihr mal sehen!!!) - naja, eben echt amerikanisch - rissen wir uns dann von der gemütlichen Couch los und (nach ein paar "Beweisfotos") tuckerten gegen Mittag unserem Start- und Zielpunkt Las Vegas entgegen.

Unterwegs kamen wir natürlich über den Hoover Dam. Mei o mei, da wird ja ganz schön kontrolliert mittlerweile! 2004 hab ich das noch nicht so empfunden. Wobei wir ja problemlos durchkamen, allerdings werden Trailer und große Pickups (Trucks sowieso) gnadenlos aus der Reihe geholt. Die dürfen nämlich nicht mehr dort entlang fahren. Es war schweinisch voll am Hoover Dam!!! Du liebe Zeit, welche Menschenmassen sich dort herumdrückten. Ganz oben, wo man den ersten Blick auf den Damm hat, hielten wir kurz an (da gab es gerade noch so ein paar Parkplätze...) und warfen einen Blick auf den Damm...



Der Wasserstand ist echt erschreckend. Hier mal zum Vergleich ein Foto von 1996:



Sind schon ein paar Meter Unterschied. Wenn die Trockenheit weiter so anhält wie in den letzten Jahren, sieht es wirklich nicht gut aus...

Eigentlich wollten wir weiter unten nochmal anhalten und auch mal rüberlaufen über den Damm, aber beim Anblick der Menschen- und Blechmassen gaben wir diesen Gedanken auf. Wenn das hier schon so schlimm war, was erwartete uns dann erst in Las Vegas?

Unterwegs in Boulder überwältigte uns zum ersten Mal mittags bereits der Hunger. Na sowas aber auch... Wir sahen beide das Schild von einem Chinese Buffet und hielten dort an. War auch wirklich lecker mit viel frischem Gemüse.  

Und dann tauchte sie endlich vor uns auf: die Stadt der Glücksspiele und Blitzhochzeiten!

Zu allererst wollte ich endlich mal das berühmte Schild knipsen! Zigmal war ich schon in Las Vegas und hab doch tatsächlich noch die das "Eingangsschild" fotografiert! Schande! 


Boah ey! Endlich hab ich das Standard-Foto auch! Da wir noch massig Zeit hatten bis wir unser Hotelzimmer beziehen konnten (ab 15h), sind wir noch gemütlich den Strip abgefahren. Hier ein paar Fotos davon:


Der neu gebaute Trump Tower. Ist ein Appartment-Haus und angeblich hat der so eingeschlagen, dass schon ein zweiter geplant ist...

Nachdem wir unsere Zimmerschlüssel bekommen haben, luden wir erstmal das komplette Auto aus. Schließlich war am Montag morgen packen angesagt...
Übrigens haben wir noch einen AAA-Rabatt bekommen und dadurch 20 Dollar weniger für das Zimmer gezahlt! Lohnt sich wirklich, da dran zu denken beim Hotel buchen...
So, und jetzt ein Käffchen!


Erstmal ging's zu unserem Lieblingsgebäude, dem Stratosphere Tower. Hier gibt's nämlich ein Starbucks Café unten im Casino. Also nix wie hin!


Um 17h machten wir uns auf, um die Tower-Tickets zu kaufen. Wir wollten rauf auf die Plattform. Es war genau richtig, um noch ein bißchen Dämmerung zu erleben und danach die bunten Lichter in der Dunkelheit.


Nachdem ich ausgiebig mit meinen Objektiven rumprobiert habe, wollten wir dann den Strip runter und beim Bellagio die Fontänen anschauen und ein paar Fotos vom Paris knipsen. Also rin ins Auto, raus aus dem Parkhaus (das vom Stratosphere kenn ich schon in- und auswendig, da könnt ich "blind" reinfahren) und schnell den Strip entlang bis ins Parkhaus des Bellagio. Also ich muss sagen, das Caesar's Palace gefällt mir ja gar nicht mehr! Die haben den schönen Vorplatz, den ich noch von früher kenne, bis vornehin zugebaut! Sieht voll kacke aus ('tschuldigung), man kann das auch gar nicht mehr gescheit anschauen. Nee, ich muss wirklich sagen, der derzeitige Trend, alles zuzubauen und vor allem hoch hinaus zu bauen, ist oberätzend!

Das Bellagio ist noch eines von den schönen "alten" Hotels (was man in Las Vegas so als "alt" bezeichnet...). Gefällt mir prima!


Um die nächste Fontänenshow zu sehen, liefen wir einmal um den See rum, denn ich wollte auf dem Bild nicht das Paris hinter den Fontänen sehen, sondern standesgemäß das Bellagio selbst... 


Wer die Show als Filmchen sehen möchte, sollte mal hier klicken:
http://www.beepworld.de/members18/usa-west/lasvegas.htm

Nach der tollen Show liefen wir rüber zum Paris, um von dort einen Rundgang über das Ballys, das Caesar's Palace und zurück zum Bellagio zu machen.


Ist schon toll, dieses Glitzerlicht überall. Ich weiss auch nicht warum, aber ich liebe diese Stadt einfach, auch wenn es mich diesmal arg angekotzt hat mit den Baustellen und den tausenden Werbebannern überall. Die Entwicklung zerstört den Charme, den Las Vegas einst hatte und an manchen Stellen auch immer noch besitzt. Und es macht mich traurig, dass die Macht des Geldes das wirklich Schöne mal wieder langsam aber sicher zerstört... 

Fortsetzung folgt...


Sonntag, 04.11.2007: Letzter Tag in Las Vegas!  

Den Abend zuvor hatten wir mit einem "Partyschock" im Hofbräuhaus beendet. Ist ja echt irre, was da drin abgeht! Diese Partystimmung ist ja wirklich original wie in München, mei liaba! Leider sind's die Preise auch......das war unser teuerster Abend im Westen!


Am nächsten Morgen war der Himmel wieder seltsam diesig. Die Sonne kam nur selten richtig durch und der Himmel wirkte durch den Schleier grau. Ätzend....  

Nach dem Frühstück fuhren wir als erstes raus zum Heliport von Papillon (in der Tropicana Avenue nördlich des McCarran Airport). Wir (oder besser ich) wollten mal nach einen Heliflug am Abend fragen - für uns BEIDE! Regina hat ja insgeheim gehofft, dass es keine Flüge mehr gibt. Pech gehabt, es war noch was frei. Diesmal sollte sie nicht aus ihrem "Versprechen" rauskommen, endlich mal mit mir zusammen im Helicopter zu fliegen! Ich hab gleich meine Kreditkarte gezogen und sofort bezahlt. Keine Ausflüchte! (okay, ab dem Moment war Regina für den Rest des Nachmittags kaum noch zu gebrauchen vor lauter "Schiss"...).

Nachdem das in trockenen Tüchern war und ich mich tierisch drüber freute, sie endlich mal bei einem Sightseeing-Flug an meiner Seite zu haben, wollten wir noch ein bißchen über den Strip bummeln zu diversen Hotels, von denen wir Tageslichtfotos machen wollten.
Als erstes fuhren wir zum Venetian rüber, aber als wir von drinnen nach draussen kamen und ich den "Campanile" (den Turm des Venetian) total verhängt mit Werbung sah und auch das Gebäude von aussen mit mehreren grossen Werbebannern versehen war, war's vorbei mit der guten Laune. Ich war stocksauer, was die da grade mit den Gebäuden machen. 


Innen war's ja wieder ganz toll im Venetian. Für mich ist es eines der elegantesten Hotels und den Boden mit den plastisch wirkenden Rauten find ich absolut grandios! Aber trotzdem war meine Laune nicht wirklich gut. Letztlich, da es Regina wegen dem bevorstehenden Flug auch nicht sonderlich "gut" ging, beschlossen wir zum Hotel zurückzufahren, dort einen Kaffee zu trinken und ein bißchen unser Gepäck für morgen zu sortieren. Gesagt - getan...

Um 16.30h machten wir uns auf die Socken zum Heliport, denn wir sollten spätestens um 17h dort sein, da sie eine grosse Gruppe von 60 Leuten erwarteten und wir dann nicht so lange warten müssten. Naja, was man so unter "warten" versteht! Letztlich waren wir zwar gleich in der ersten Gruppe, aber das dauerte trotzdem bis 18.30h! Oh Mann... Und ich war schon so kribbelig vor Freude (bei Regina war es eher vor Aufregung...) - aber dann ging's endlich los. Unser Fahrer (übrigens ein supersüßer Typ mit rotblonden Haaren, mit dem ich während der Fahrt herrlich plappern konnte, weil ich neben ihm saß) brachte uns an den wartenden Helicopter. Schnell wurden wir eingeteilt für unsere Sitze. Ich hatte mal wieder den gleichen Platz wie auf allen bisherigen Flügen - rechts am Fenster. Nun ist ja das Fenster eigentlich ganz gut, aber wenn man in Las Vegas am rechten Fenster sitzt, schaut man eigentlich nicht auf den Strip. Den sieht man besser am linken Fenster. Hmmm... Egal, Hauptsache Heli fliegen!!! Regina saß direkt neben mir, dann kamen ein Mann und eine Frau von irgendwo aus Osteuropa. Ich glaube, das waren Tschechen oder so... Vor uns neben dem Piloten saß ein Ehepaar aus Deutschland, mit dem wir uns vorher schon ausgiebig unterhalten hatten. Die Glücklichen, die hatten die beste Sicht!  

Reginas Aufregung legte sich schlagartig, als der Heli abhob! Es ist schon ein affengeiles Gefühl, so loszuschweben!  

Der Flug war diesmal superklasse! Wir hatten einen tollen Piloten, der schöne kleine Schleifen flog, so dass man wirklich von ALLEN Plätzen immer wieder schöne Blicke auf den Strip hatte. Meine Kusine meinte später, es wäre so unwirklich wie eine Märchenwelt, wenn man von oben auf die bunt erleuchteten Gebäude schaut. Ein wirklich tolles Erlebnis! Ich finde, so ein Nachtflug gehört zu Las Vegas einfach dazu...  

Natürlich habe ich keine Fotos gemacht während des Fluges, denn die werden sowieso nichts. Aber eins der kleinen Videos könnt ihr euch anschauen: 
http://www.beepworld.de/members18/usa-west/lasvegas.htm

Ich hatte zwar eine komplettes Filmchen aus den diversen kleinen Teilen produziert, aber das kann mein Provider derzeit leider nicht abspielen. Schade....

So ging unser letzter Tag in Las Vegas mit einem wunderbaren Erlebnis zu Ende...
 

Fortsetzung folgt...


 

Montag, 05.11.2007: Las Vegas - Charlotte 

Der letzte Morgen in Las Vegas! Nun ging's wirklich an's Koffer packen. Heute mittag würden wir nach Charlotte/North Carolina fliegen, um die nächsten 3 Tage bei meinem Bruder zu verbringen. Nach knapp 2 Stunden war alles erledigt und gegen 9h saßen wir beim Frühstücksbuffet in unserem Hotel. Das erschien uns am einfachsten am Abreisetag, so mußten wir nicht lange durch die Gegend gondeln. Ganz davon abgesehen waren wir angenehm überrascht von dem Buffet! Wir waren zwar schon mehrmals im BW Mardi Gras, haben aber noch nie das Frühstücksbuffet genutzt. Da gab es sogar Wurst und Käse! Ja richtig: WURST und KÄSE und Brötchen!!! Ich dachte ich spinne! Das hab ich ja noch nie in Amerika gesehen. Da gab's dann mal ne Wurstsemmel zum Frühstück und das war sogar richtig lecker!  

Nach dem ausgiebigen gemütlichen Frühstück hatten wir noch ausreichend Zeit. Wir mußten ja erst gegen 11.00h am Flughafen sein. Also beschlossen wir, über den Strip langsam Richtung Süden zu fahren. Las Vegas zeigte sich zum Abschied von seiner besten - der sonnigsten - Seite und so konnte Regina noch ein paar tolle Bilder aus dem Auto heraus schiessen! Ich selbst war ja wieder der Fahrer. Hier eine Auswahl davon

 


Mein Reginchen kann auch schöne Bilder machen, gell? 

Am Rental Car Center angekommen, mussten wir unseren schönen (dreckigen) Jeep in eine "Line" fahren. Der Typ von Alamo checkte schnell alles durch und gab mir meine Abrechnung. Jetzt nur noch das Gepäck raus und ab in den Flughafen. Tschüss Jeep! Warst ein toller Begleiter!!!  

Als wir dann in die Abflughalle gingen und nach unserem Flug schauten, fiel uns plötzlich die Uhr ins Auge. Nach Reginas Armbanduhr (ich reise ja immer "zeitlos") war es eigentlich 11h20 - aber wieso stand auf der Computeruhr dann 10h20???? Oh neiiiiin - die hatten die Sommerzeit umgestellt auf Winterzeit! So ein Mist! Daran hatten wir überhaupt gar nimmer nicht mehr gedacht, weil mein Bruder noch so schön erzählt hatte, die hätten das um 2-3 Wochen verschoben. Von wegen - es war nur um EINE Woche verschoben und hatte uns voll erwischt! So eine Ka.... - jetzt mussten wir eine Stunde länger auf den Flug warten! Schon wieder WARTEN! *grrrrr* Aber andererseits, besser so als andersrum.... Na supi, zum Glück waren an der Seite ein paar Sessel frei. Was sollten wir nun auch anderes machen, als Leute beobachten, seufz!

Tja, was soll ich noch viel erzählen? Nach dem einchecken lief dann alles problemlos. Die Schlange am Sicherheitsbereich kannten wir ja schon von früher, also stellten wir uns lieber zeitig an. 

Und dann hiess es: Bye Bye Las Vegas! Schön war's mal wieder!


Mit einem Zwischenstop in Atlanta kamen wir um 23.30h Ortszeit in Charlotte an. Mein Bruder Thomas holte uns direkt am Gepäckband ab. Da gab's natürlich erstmal einiges zu erzählen, immerhin haben wir ihn das letzte Mal 2004 gesehen, als wir uns mit ihm in Las Vegas trafen.

Spät legten wir uns schlafen....
 

Fortsetzung folgt...


Dienstag, 06.11. bis Freitag, 09.11.2007: Charlotte - Frankfurt  

Für die letzten beiden Tage bei meinem Bruder in Charlotte mach ich hier nur ne Kurzfassung.

Auf jeden Fall weiss ich, dass wir nirgends soooo günstig gefrühstückt haben wie bei Liberty East in Charlotte! Das günstige Full American Breakfast kostet bei denen sage und schreibe nur 2,95 Dollar! Und schmeckt sogar! Na da kann man nicht meckern...  

Wir haben am Dienstag vormittag erstmal den Financial District von Charlotte erkundet. Ist ja keine besonders grosse Innenstadt (eigentlich nur ein grösserer Strassenzug), aber der gefällt mir sehr gut.

Hier mal ein Blick auf die Skyline der City:

Und hier nun ein paar Impressionen von unserem Spaziergang, damit ihr auch mal einen Eindruck von einer östlichen Stadt bekommt.  

Charlotte hat ungefähr eine halbe Million Einwohner, allerdings verteilen die sich auf eine sehr grosse Fläche. Einen "Großstadtcharakter" wie Frankfurt hat Charlotte für mich nicht. Aber ohne Auto ist man hier auch recht aufgeschmissen, bei den weiten Strecken, die man alleine fürs Frühstück zurücklegen muss!  

Es gibt aber eine Menge kleiner Häuser hier, die den "Ort" richtig gemütlich erscheinen lassen...

Nach dem Besuch im Financial District waren wir shoppen. Wir hatten ja so einiges auf der Liste stehen für diverse Freunde und so klapperten wir die Malls ab...  Das war Schwerstarbeit - vor allem auch für meinen armen Bruder. Zwei Weiber - und dann auch noch mit denen SHOPPEN - oh Gott!  Zum Glück sind viele Malls in Charlotte sehr hübsch eingerichtet mit "Ruhestätten"...

Auch für Santa Claus war schon alles vorbereitet. Eigentlich schade, dass wir die Vorweihnachtszeit nicht mehr drüben erlebt haben. Als ich im Dezember 2002 bei meinem Bruder war, war das schon ein toller Eindruck - auch wenn man die über und über geschmückten Häuser an einer Hand abzählen kann! 

Falls es euch interessiert: das ist das Haus von Thomas...

...und das ist Kater "Twisty" - eine wahre Knuddelkanone! Also SOOO einen Kater bzw Katze hab ich ja noch nicht erlebt! Den konnt ich ja genauso durchwurschteln wie meinen Hund und trotzdem hat er keine Krallen ausgefahren. Ich bin weiss Gott kein Katzenfan, aber DEN hätt ich am liebsten mitgenommen! So ein süsser Fratz....

Abends waren wir lecker beim Creolen. Creolische Küche ist zwar meist recht scharf - dafür aber seeeeehr lecker!  

Mittwochs besuchten wir den "Mecklenburg (!) County Park". Ein riesiger Wald mitten in der Stadt, echt irre. Man kam sich vor wie "JWD" (janz weit draussen....). Das Tolle waren die herbstlichen Farben der Bäume....

Das war schon toll, das muss ich sagen! Ich weiss gar nicht, wie lange wir in dem Forst unterwegs waren, aber trotz kalter Finger hat es sich gelohnt.  

Donnerstags kam dann das entgültige Kofferpacken. Unser Flieger sollte am Nachmittag nach Cinncinnati gehen, so ne kleine Hüpfmaschine. Nun, wir sahen allerdings schon 4 Stunden vorher im Internet, dass dieser Zubringerflug 45 Minuten Verspätung haben sollte.  Na supi - da hätten wir ja nur 10 Minuten Zeit, um zu unserem Transatlantikflug zu gelangen?!?! Na, das konnte ja lustig werden... Wir waren gute 2 Stunden vor dem geplanten Abflug am Check-In und -natürlich- sagte die Dame gleich "I'm sorry, I have bad news for you".  Delta Airlines hatte aufgrund der Verspätung und der Tatsache, dass wir den Anschlussflug verpassen würden, unseren kompletten Flug umgebucht. Das ist ja nun erstmal nicht schlecht. Tatsache war aber, dass wir dadurch fast 5 Stunden später in Frankfurt eintreffen würden! Der Zubringerflug ging nun nach Atlanta und dort mußten wir im "Stand-By" drei Stunden warten, ob uns die Partner-Airline Air France mitnehmen konnte. Drei Stunden - und dann nur auf "Stand-by"....  Begeisterung machte sich breit. Aber was sollten wir machen? Noch einen Tage bleiben und hoffen, dass es morgen klappen würde? Nee! Wenn man einmal die Koffer gepackt hat, dann will man auch heim. Also mußten wir uns sputen, denn der Zubringerflug nach Atlanta ging bereits in 45 Minuten. Schnell eine SMS an Regina's Schwester geschickt, die uns in Frankfurt abholen wollte und Thomas instruiert, gleich bei Renate anzurufen, wenn er daheim war und schon mußten wir uns verabschieden und auf den Weg zur "Sicherheitsschleuse" machen...

Im Flieger nach Atlanta saß in der Reihe hinter uns eine Amerikanerin, die anscheinend noch nie geflogen war. Ich bekam mit, dass die Stewardess mit ihr sprach und ihr den Flughafen von Atlanta erklärte. Da mich das Gate auch interessierte (das wußten wir noch nicht), sprach ich die Stewardess darauf an. Die Amerikanerin bekam das mit und fragte mich gleich, ob wir nach Frankfurt fliegen würden und ob sie sich uns anschliessen könnte. Na klar, kein Problem. Es stellte sich heraus, dass sie tatsächlich das erste Mal in ihrem Leben flog und ausgerechnet dieser erste Flug genau wie bei uns umgebucht worden war. Sie hätte eigentlich auch in der Maschine nach Cinncinnati sitzen sollen wie wir. Jedenfalls war es dadurch in Atlanta etwas kurzweiliger beim Warten, denn sie erzählte uns, dass ihr zweiter Sohn in Schweinfurt stationiert sei und letztes Jahr eine Deutsche geheiratet habe. Die beiden haben auch schon Nachwuchs produziert und nun wollte sie sich ihr Enkelkind mal persönlich anschauen. Sie war echt ne Nette und wir haben ne Menge mit ihr geplaudert. Dumm dass ich ihren Namen vergessen hab...  

Wir haben sie jedenfalls durch die Flughäfen von Atlanta und Paris gelotst, nachdem wir unsere Plätze bei Air France zum Glück alle drei bekommen hatten. 
Übrigens war ich von Air France sehr positiv überrascht! Ich hab's ja nicht so mit den Franzosen aber die Airline war echt klasse! Die Sitze waren saubequem für ne Touristenklasse mit verstellbaren "Ohrenstützen" so dass man gut schlafen konnte. Jeder hatte einen eigenen Monitor, auf dem er unter vielen Filmen und TV-Serien und Spielen aussuchen konnte, worauf er Lust hatte. Das Essen war sehr sehr gut - mit Shrimps-Salat, echtem Besteck (!) und sogar einem echten Wasserglas (!) - wie war das mit dem 11. September??? Okaaaaay....  

Auf dem Flughafen Charles de Gaulle mußten wir dann ewig laufen bis an das Anschlußgate, dafür brauchten wir dann nur 20 Minuten auf das boarden für den 1-stündigen Flug nach Frankfurt zu warten. Und das war dann der Hammer: die Maschine war noch nicht mal halb voll! Das hatte ich ja schon lange nicht mehr erlebt. Wir konnten uns richtig "breitmachen". Aber bei der einen Stunde war das eh nicht nötig. Kaum biste oben, geht die Maschine auch schon wieder in den Sinkflug....  

Nach diesem abenteuerlichen Umweg nach Frankfurt waren wir froh, dass unser Gepäck schnell kam und auch Renate schon auf uns wartete, denn jetzt wollten wir nur noch heim.....

Wieder mal waren die Vorbereitungen länger und aufwändiger als der Urlaub selbst. Dafür war es dann aber ein höchst gelungener Urlaub, der uns riesig Spass gemacht hat und bei dem wir jede Menge neuer Erkenntnisse gewonnen haben.

Good bye America - I'll be back!

- THE END -