Washington and the Green Parks of the East

Freitag, 11.09.2009

9/11 - wer ist schon so bekloppt, an diesem Tag ausgerechnet mit einer USAirways nach Philadelphia zu fliegen? Albu natürlich! :harhar: Die werden ja wohl nicht so blöd sein, an genau dem gleichen Tag mit der gleichen Maschine wieder so einen Scheiß zu machen....? Nee, ich hab nicht wirklich drüber nachgedacht bei der Buchung, das kam erst hinterher. Jedenfalls hätt ich drauf wetten können, daß die Maschine halb leer ist... Uiuiui, da hätt ich aber arg verloren.... :a-lach:

Der Flug startete zwar mit etwas Verspätung, war aber trotzdem recht pünktlich gegen 14h Ortszeit in Philly. Es war wie immer ein ruhiger Flug mit ein paar kleinen "Schlaglöchern" auf der Straße :wink: , aber die waren halb so wild. Neben mir saß eine junge kolumbianische Studentin, die seit 3 Jahren in Karlsruhe BWL (international) studiert. Wir haben uns sehr nett unterhalten, ein ganz liebes Dingelchen, die Kleine. (Da merkt man mal wieder, daß ich schon über 40 bin, ich red wie ne "Mutti"... :mrgreen: )

Nachdem ich durch die Immigration war (diesmal nur mit dem Zeigefingerabdruck und sehr wenig Fragen, der Officer meinte nur, ob es eigentlich ein Stück von Amerika gäbe, wo ich noch nicht war :harhar: der sah wohl die vielen Stempel im Paß), suchte ich mir eine stille Ecke, um erstmal die Cellion-SIM-Karte in mein Handy zu stecken und meine Mutter anzurufen. Hm, klappte natürlich nicht auf Anhieb mit dem telefonieren, also mußte ich den "Code" aus dem Anleitungsheft in das Handy eingeben, danach klappte alles reibungslos. Okay, nächster Schritt: wo gehts hier zur Mietwagenstation??? Hmmm...irgendwie sah ich keine Hinweisschilder. :gruebel: Aaaah, da draußen stand ja ein Shuttle von Hertz, na dann wirds auch eins von Alamo geben. Nur wenige Minuten später kam eins angebraust und nahm mich und noch ein paar andere zum Alamo/National-Terminal mit. Als wir jetzt raus aus dem Flughafen kamen, regnete es in Strööööömen. Na super.... :? Aber der Hit war ja noch, daß unsere Fahrerin es nicht für nötig hielt, uns vor der Eingangstür abzusetzen, nein sie mußte mindestens 50 Meter vorher schon halten. Auf den paar Metern mit vollem Gepäck bis zum Eingang rennen - naja ich war bis auf die Haut klatschnaß. Besten Dank, Tussie, dafür hat se auch kein Trinkgeld gekriegt. :zunge:
Es waren nur 2 Mitarbeiter anwesend und die waren beschäftigt. Also hatte ich genug Zeit zum leichten Antrocknen... Nach dem Vertragsabschluß, der diesmal ohne das in Las Vegas übliche "aufquatschen wollen" von Roadside plus und größerem Fahrzeug vonstatten ging, bekam ich wenigestens ein Auto zugewiesen, das ganz in der Nähe des Eingangs stand. So wurde ich zumindest etwas weniger nass als vorher beim Sprint zum Eingang. Ich hatte einen schönen dunkelblauen Chevy Malibu, aber so ein rechtes Auge hatte ich jetzt nicht dafür, der Regen nervte. Sowas kenn ich halt von meinem Westen nicht.... Erstmal schnell die Brille getrocknet und mit dem Auto vertraut gemacht, Karte nochmal angeschaut und los gings!

Immerhin war die Strecke nach Washington sehr einfach, nur über den I-95 südwärts und in Baltimore auf den Wash-Balt-Parkway (Hwy 295). Wenn nur der Regen nicht gewesen wäre! Eigentlich hatte ich ja massig Zeit und wollte unterwegs ein paar Mal anhalten um einen Eindruck von der Gegend zu bekommen, aber das konnte man vergessen. Ich hatte ja nur einen Wasservorhang vor Augen! Die Maximalgeschwindigkeit war 50 mph!!! Mehr ging einfach nicht, sonst ist das Auto aufgeschwommen. Grrrrrr...... :wand: Ich war froh, als der Regen kurz vor Washington endlich nachließ und ich zumindest trockenen Fußes in mein Hotel kam, das Americana in Crystal City. Von der Lage her sehr gut, die Metrostation war nur 5 Minuten Fußweg entfernt. Aber das Hotel selbst, hmmm. Ich glaub das nächste Mal würde ich ein anderes nehmen. Es war zwar soweit sauber, aber extrem alt und verwohnt, das Zimmer sehr eng und im Bad hatte ich einen "Untermieter", den ich liebevoll Jakob taufte. Er ist auch immer brav hinterm Klo geblieben... :roll: Wirklich wohlgefühlt hab ich mich da nicht. Naja, soll vorkommen. Es war mittlerweile 20h und ich holte mir nur noch was beim MacD, weil nur der in der Nähe war. Restaurants gab es nämlich nicht rundum. Naja, ein BigMäc ist nun nicht grade mein Traum, brrrr. Aber ich war von der Fahrerei eh müde und schlief auch schon bald in den neuen und hoffentlich regenfreien Tag hinein...
 
Samstag, 12 09.09

Um 8h war ich unten beim Continental Breakfast. Das war immerhin okay, es gab Kaffee, Tee und Saft und Bagels sowie die üblichen süßen Stückchen. Damit konnte man schon etwas anfangen. Einzig, daß es nur "Gemeinschaftsmesser" für Butter und Creamcheese hab, hat mich sehr irritiert. Hier wurde dann doch am falschen "Plastikmesser" gespart.... :gruebel: :mrgreen:

Nach wenigen Minuten war ich an der Metrostation "Crystal City" und stellte mich in der langen Schlange vor den Automaten an. Hm, für Samstag früh war ganz schön viel los in dem ansonsten eher ruhigen Crystal City draußen entlang der Straße. Wo wollten die alle hin? Hab vorsorglich schon bei meinen Vordermännern und -frauen geguckt, welche Knöpfe die drücken und konnte dann auch rasch mein Tagesticket für 6,50 lösen. Dann mal rin in die Metro! Herrlich, jetzt hab ich endlich auch mal diese Automaten benutzt, wo von vorne das Ticket reinschiebt und es hinten wieder raushüpft. :lol: Hab ja bisher noch nie ne U-Bahn drüben benutzt...
Das Metrosystem ist recht einfach und gut zu verstehen für mich als Tourist. Man braucht sich nur seine Farben und die dazugehörigen Endstationen merken, da kann man sich eigentlich nicht in der Richtung irren. Ich mußte von Crystal City aus die Yellow Line in die Innenstadt nehmen. Theoretisch wäre aber auch die Blue Line okay gewesen, die braucht dann nur länger. Am Gallery Place/Chinatown bin ich dann in die Red Line umgestiegen und noch 2 Stationen weitergefahren, denn ich wollte mit der Union Station, dem alten Hauptbahnhof beginnen und von dort aus zum Capitol laufen.

Die Union Station hat wirklich eine sehr schöne und imposante Halle! Rundum sind einige kleine Geschäfte und in der Mitte der großen Eingangshalle ist das bekannte Café. Leider hatte das um diese frühe Zeit noch geschlossen, sonst hätte ich mal einen Latté getrunken... :mrgreen:

Nach meinem ersten Einkauf (ich sammle Magneten, ich brauch bald mal nen neuen Kühlschrank...) gings dann raus auf die Straße und siehe da, ein paar blaue Flecken waren am Himmel und die Sonne blitzte hervor! Wird ja vielleicht doch noch ein schöner Tag???? :roll:

...und wieder fällt mir auf, wieviel Menschen hier unterwegs sind. Ist das immer so??? :gruebel: Hmmm, nein, das glaube ich nicht. Einige tragen Schilder und Transparente, haben amerikanische Hüte auf, Nationalflaggen in Händen usw. Was ist denn hier nur los? Die meisten gingen genau wie ich Richtung Capitol. Aber da war nix zu bemerken... Also erstmal ein paar Foddos gemacht, aber jetzt zog sich der Himmel schon wieder etwa zu, Mist.

Dann wollte ich runter zur Mall laufen. Das ist die "Anlage" (nennen wir es mal so), an deren einem Ende sich das Capitol befindet, am anderen das Lincoln Memorial, dazwischen das Washington Monument und drumherum die meisten Museen des Smithsonian Institute, die man kostenlos besuchen kann. Daher wollte ich auch endlich mal ein großes Museum in Amerika besuchen, natürlich das für die Native Americans! :grindance:
Also rum ums Capitol und - ja, was? Ach du meine Güte, JETZT begriff ich so langsam, warum es hier so voll war! Auf der anderen Seite des Capitols war eine politische Kundgebung! Da waren Tausende Menschen zusammengekommen und noch immer strömten die Massen da hin, obwohl die Veranstaltung wohl schon im Gang war. Ich hab kaum ein Wort verstanden, aber anhand der diversen Plakate hab ich sehr schnell kapiert, daß das hier Gegener des Obama-Regimes waren! Jaja, die USA ist politisch weiterhin in 2 Lager gespalten, daran hat auch Obama nix geändert. Ich hab da Schilder gesehen, die stelle ich hier lieber nicht rein! :shock: Da wurde Obama mit Hitler (!!!) verglichen! :a-sternchen: Also, ich weiß ja net...

Ich hab mich jedenfalls ein bißchen dort herumgedrückt, denn wann kann ich sonst je wieder Fotos von so einer Veranstaltung machen? :mrgreen: Dann schlenderte ich langsam runter Richtung Washington Monument. Dabei kam dann als erstes Museum gleich das für Native Americans in Sicht. Da wollte ich jetzt mal rein.... ääääh, WOLLTE. Als ich dann aber die meilenlange Schlange davor gesehen haben, nahm ich Abstand von meiner Absicht. Es gab ohnehin noch sooo viel was ich sehen wollte, was solls. Wenigstens einen Hot Dog leistete ich mir an einem Stand in der Nähe...

Auf dem Rasenplatz zwischen Capitol und WashMon fand eine Veranstaltung (der ganz anderen Art) statt: das "National Council of Negro Women" (Black Family Reunion Celebration). Wenn ich das vorher schon gesehen hätte... Hier gab es Freßstände aller möglichen Nationen. Pech, jetzt hatte ich schon den Hot Dog intus und was satt fürs Erste. :roll: Hier gab es alle möglichen Festzelte und Bühnen, es gab Rapper Contest, Schminken für Kids, Mütterberatung und und und ... und alles in "schwarz", man hat kaum Weiße gesehen. Ich kam mir wie ein exotischer Papagei vor...

Dann endlich kam ich am Washington Monument an. Uff, das war schon ein ganz schönes Stück, was ich ja von der Union Station bis hierher zurückgelegt hatte. Ich hockte mich auf ne Mauer und "genoß" den Anblick der riesigen Säule vor stark bewölktem Himmel. In der Nähe machten 4 Mädels "Spaßfotos" vor dem Monument. Dabei hörte ich auch, daß es Deutsche waren. Ich bot ihnen an, sie mal alle 4 zusammen zu fotografieren, wobei sie erstmal lachen mußten, denn es war ihnen erst beim zweiten Hinhören aufgefallen, daß sie in DEUTSCH angesprochen wurden. :a-lach: Na, die hatten ihren Spaß trotz grauem Himmel... :mrgreen:

Dann stieg ich den Weg hinauf zum Monument - na klar, es gab für heute keine Tickets mehr. Kein Wunder bei den vielen Menschen. Na schön, also auch hier brav ein paar Aufnahmen in alle Richtungen gemacht und vor allem die Aussicht sowohl zum Capitol hinüber als auch zum Lincoln Memorial hinauf. Auch das weiße Haus war schon in Sichtweite, allerdings war meine Richtung erstmal ne andere.

Zwischen dem Monument und dem Lincoln Memorial liegt der langgestreckte "Reflecting Pool". Bei schönem Wetter und vor allem ohne Wind würden sich sowohl das Monument von der einen als auch das Memorial von der anderen Seite prächtig darin spiegeln. Aber ich hatte ja keins von beidem... :wand: :wand: :wand:

Der Weg runter zum Memorial - uiuiui, was zog der sich in die Länge! Noch vor dem Pool war ein weiteres Memorial: "World War II". Hier ist ein kleiner Pool mit Wasserfontänen und rundum Säulen mit Inschriften aufgebaut. Auf den einzelnen Säulen stehen die Namen der Bundesstaaten, dazwischen sind diverse Sprüche von Politikern eingraviert. Von hier hat man auch nochmal einen schönen Blick in beide Richtungen. Witzig: ich stand noch unterhalb eines kleinen Wasserfalls und wollte ein Bild vom Lincoln Memorial machen, als da plötzlich am Rande des Reflecting Pools oberhalb des kleinen Wasserfalls ein Brautpaar auftauchte, um dort Bilder machen zu lassen. Wenn die wüßten, daß noch ein Haufen anderer Leute schöne Fotos von ihnen gemacht haben... hihihi.... :grindance:

Der Weg entlang des Pools sieht gar nicht so lang aus, aber wenn man die Strecke läuft, merkt man, wie groß der Pool ist! Mannomann, ich hatte jetzt schon Plattfüße und war noch nicht mal halb durch. Städte sind halt nicht so mein Ding, da läuft man beim Besichtigen einfach anders als in nem Canyon... :schwitz: 

Zu Füßen Lincolns angelangt, hockte ich mich erstmal auf die Treppen und genoß den Blick zum WashMon hinüber. Hinter mir saß ein paar Stufen höher ein Mann mit einer Spiegelreflex in der Hand. Der hatte natürlich auch meine Spiegelreflex gleich gesehen. Nach ein paar Minuten kam er rüber und bat mich, doch 1-2 Bilder von ihm zu machen mit seiner Kamera. Kein Problem, mit Spiegelreflex kenn ich mich aus. :mrgreen: Er hat dann hinterher mit meiner auch noch ein paar Bilder von mir gemacht. Immerhin, man hat gleich erkannt, daß das jemand ist, der einen Blick fürs Bild hat. Ich war ja auch am Capitol von jemand angesprochen worden, ob er nicht ein Bild von mir machen soll. Der hatte gesehen, daß ich mich mit einem Selbstbildnis abmühte, aber als ich das Resultat seines netten Angebotes sah, mußte ich lachen: ich war ja voll drauf, aber das Capitol, um das es mir ja eigentlich ging, war total abgeschnitten! Na vielen Dank, da war mein Selbstporträt dann doch besser... :mrgreen: 

Zu Füßen Lincolns angelangt, hockte ich mich erstmal auf die Treppen und genoß den Blick zum WashMon hinüber. Hinter mir saß ein paar Stufen höher ein Mann mit einer Spiegelreflex in der Hand. Der hatte natürlich auch meine Spiegelreflex gleich gesehen. Nach ein paar Minuten kam er rüber und bat mich, doch 1-2 Bilder von ihm zu machen mit seiner Kamera. Kein Problem, mit Spiegelreflex kenn ich mich aus. :mrgreen: Er hat dann hinterher mit meiner auch noch ein paar Bilder von mir gemacht. Immerhin, man hat gleich erkannt, daß das jemand ist, der einen Blick fürs Bild hat. Ich war ja auch am Capitol von jemand angesprochen worden, ob er nicht ein Bild von mir machen soll. Der hatte gesehen, daß ich mich mit einem Selbstbildnis abmühte, aber als ich das Resultat seines netten Angebotes sah, mußte ich lachen: ich war ja voll drauf, aber das Capitol, um das es mir ja eigentlich ging, war total abgeschnitten! :harhar: Na vielen Dank, da war mein Selbstporträt dann doch besser... :mrgreen: 

Von hier oben war der Blick zum WashMon hinüber nochmal sehr schön, mit blauem Himmel war er halt schöner. Naja, was solls. Jetzt wollte ich mal langsam zum Vietnam Veterans Memorial und dann zum weißen Haus rüber. Ich hatte schließlich eine Verabredung zum Tee mit Mrs. Obama und wollte pünktlich sein! :wink: Ich ahnte da noch nicht, was kommen sollte....

... Nächstes Ziel auf dem Weg Richtung White House war zuerst das Vietnam Veterans Memorial. Eigentlich nix besonderes und doch recht beeindruckend, die lange schwarze Wand, in der man sich extrem spiegelt. Was genau die Bedeutung des "Spiegelns" ist, weiß ich nicht. Aber die unterschiedliche Höhe der schwarzen Tafel mit den vielen Namen der Gefallenen basierte wohl auf der Anzahl der Kriegsopfern an bestimmten Tagen, denn das jeweilige Datum stand darunter. 

Danach lief ich durch den nördlichen Teil des Parks und umrundete dabei einen See, in dessen Nähe sich haufenweise Wildgänse zum Picknick niedergelassen hatten. In diesem See liegt eine kleine Halbinsel, auf der ebenfalls ein Memorial untergebracht war. Washington - die Stadt der Memorials... :D Dieses war eingerichtet worden als Erinnerung an den 04.07.1776, dem Tag der Unabhängigkeitserklärung. In einem Halbkreis sind die Unterschriften der 56 US-Bürger eingraviert, die damals den Vertrag unterschrieben haben. Die meisten Namen kennt man nicht, bekannt sind aber auf jeden Fall Thomas Jefferson und Benjamin Franklin.

Jetzt aber husch rüber zum White House. Ist es nicht schrecklich, wie die Leute faul sind und einfach gradeaus über die Wiese auf das White House zu marschieren? Die ganze Wiese ist eine einzige Pampe. Nein, albu ist brav den Circle rumgedappt und hat dann den ersten Blick auf das geschichtsträchtige Gebäude geworfen.

Aber von hier kam ich ja nicht rein, denn die bekannte Fassade mit Blick auf das Oval Office ist ja nur die RÜCKSEITE des Gebäudes, der eigentlich Eingang liegt auf der anderen Seite. Also bin ich schön drum herumgewatschelt, zieht sich ganz schön hin. Aber man sieht auch nette alte Gebäude. Auf der anderen Seite angekommen traf ich...

...mal wieder auf ne Hochzeitsgesellschaft! :lol: Unglaublich, lassen die Bilder vorm Weißen Haus machen. "Cheese"! 

So, jetzt aber rein. Der Policeofficer war so nett und öffnete mir das Tor...

Fortsetzung folgt...